150224 Terra-Scaping WM_001Weltmeistertitel souverän verteidigt

Freak-Team aus dem Ostkreis jetzt Rekordweltmeister

Hameln/Wallensen (gök). „Mit einem Platz auf dem Podium haben wir schon geliebäugelt. Aber das es so gut läuft, hätten wir nie gedacht“, erzählt der Hamelner Tobias Friedrich immer noch aufgeregt. Zusammen mit dem Wallenser Jan Hölscher war er wieder als Freak-Team bei der Terra-Scaping-Weltmeisterschaft aktiv. Im Vorjahr wurde das Team überraschend bei der zweiten Weltmeisterschaftsauflage Gesamtsieger, nachdem bei der ersten Weltmeisterschaft schon ein fünfter Platz rausgesprungen war. Doch in diesem Jahr gelang dem Team bei der dritten Auflage der Weltmeisterschaft der absolute Triumph. Denn das Team gewann als erstes Team überhaupt alle Wettbewerbe und wurde so souverän Gesamtsieger. Im vergangenen Jahr reichte ein zweiter und ein dritter Platz mit dem großen und kleinen Terrarium für den Gesamtsieg und war entsprechend knapp.

Auch dieses Jahr fand der Wettbewerb wieder an drei Tagen während der Heimtiermesse auf der Hannoveraner Freizeitmesse statt. Das Freak-Team war schon Samstag mit seinen beiden Terrarien fertig und kümmerte sich am letzten Tag nur noch um die Deko für die Preisverleihung. Motto war dieses Jahr „Green Desert – Die Wüste ist grün!“. Schon in den Gesprächen während der Fertigung bezeichneten viele Messebesucher vor allem das kleine Terrarium als Favorit unter den Teilnehmern der Terra-Scaping-Weltmeisterschaft. Dabei waren Friedrich und Hölscher ein großes Risiko eingegangen. Als einzige Teilnehmer nutzten sie eine „Back to Nature“-Rückwand, die sonst nur in Aquarien verwendet wird. Diese Idee kam aber bei der Jury anscheinend gut an.

In der Aquariumszene ist Aqua-Scaping schon lange ein Begriff, wenn es um die Gestaltung von Aquarien geht. Terra-Scaping ist daran angelehnt und beschreibt die Gestaltung von Terrarien. Gestaltet werden die Terrarien dabei gekonnt mit Pflanzen und vielen anderen Gegenständen, damit dies für die Tiere ein möglichst naturnahes Lebensumfeld abgibt. Gefragt ist in dem kollegialen Wettbewerb vor allem eine hohe Kreativität. Zusammen mit TMS-Event GmbH veranstaltete wieder Martin Höhle von The Pet Factory die dritte Auflage der Weltmeisterschaft und sorgte wieder für eine hochrangige Jury. Die in Fachkreisen sehr angesehenen Dr. Hans-Joachim Herrmann –Biologe, Journalist und Autor von 25 Fachbüchern -, Klaus Rudloff – Urgestein der Zoowelt – und Sandra Honigs – Diplombiologin und Leiterin eines Aquazoos – machten sich vor Ort ein Bild über die Werke der Teilnehmer und kürten das Freak-Team aus dem Ostkreis zum alten und neuen Weltmeister.

150224 Terra-Scaping WM_002 150224 Terra-Scaping WM_003 150224 Terra-Scaping WM_004 150224 Terra-Scaping WM_005 150224 Terra-Scaping WM_006Zumindest zum Teil hat das Freak-Team sein Hobby schon zum Beruf gemacht. Während sich Tobias Friedrich vor ein paar Jahren noch zusammen mit seinem Bruder eine Kfz-Werkstatt in Diedersen und im Nebengewerbe eine Plattenfirma betrieb, arbeitet er mittlerweile als Leiter einer Käferzucht in Lauenau und Hülsede. Viel um die Ohren hat auch Jan Hölscher. Im Hauptberuf arbeitet er als Dachdecker in Wallensen und wird dort den elterlichen Betrieb nach seiner Meisterprüfung in Kürze übernehmen. Zusammen haben die beiden zudem auch das Haus von Hölscher mit gestaltet. In dem Neubau hat Hölscher einen Raum alleine als Terrarium vorgesehen. Der etwa zehn Quadratmeter große Raum wurde in rund einmonatiger Arbeit zum Riesen-Terrarium umgestaltet. Computergesteuerte Belüftung sorgt dafür, dass in dem Zimmer tropische Temperaturen herrschen und dann sogar Moos an den Wänden wächst. An den Wänden wurde mit Spezialkleber, der nicht ausdünstet, Torf angebracht. Aus Mangrovenwurzeln kreierten die beiden Terrarienbauer etwa auch einen Kletterbereich für die Tiere. Ein Vernebler und eine Beregnungsanlage sorgen dann dafür, dass für die Tiere optimale Bedingungen herrschen, was man mit einem normalen Terrarium nicht mehr vergleichen kann. Wenn das Haus fertiggestellt ist, haben die beiden Kreativköpfe auch schon das nächste Projekt ins Auge genommen. So besteht bei dem Riesen-Terrarium die Möglichkeit, auch ein Außengehege anzubauen.

Der zweite Weltmeistertitel hat mittlerweile auch den Kontakt zu Terrarienfirmen vertieft. So ist etwa in Planung, dass bald eine Homepage über die beiden Terrarien-Künstler entstehen soll. Eventuell entsteht daraus später auch mal ein gewerblicher Teil. Schon jetzt richtet das Team in seiner Freizeit ab und an Terrarien für den Freundeskreis ein. Zwei aus dem Bekanntenkreis haben ebenfalls an der Weltmeisterschaft teilgenommen. Sebastian Thies und Frederik Palmer aus Hameln belegten dabei einen sehr guten Platz im Mittelfeld. Mit Kai-Uwe Volta aus Hameln belegte noch ein Lokalmatador einen sehr guten Einzelplatz beim Nano-Terrarium, wo er zweiter Sieger hinter dem Freak-Team von Friedrich und Hölscher wurde.

Der Veranstalter Martin Höhle will mit der Terra-Scaping WM dieses außergewöhnliche Hobby noch bekannter machen: „Gezeigt werden soll, dass Terraristik viel mehr ist, als ein Glaskasten in den man Sand einfüllt und ein Reptil einsetzt. Vielmehr soll demonstriert werden, was möglich ist, wie weit sich die Technik spezialisiert hat und was passiert, wenn die Könner der Szene ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Grundvoraussetzung für eine Wertungsteilnahme ist allerdings, dass die Umsetzung zu einem artgerecht besetzbaren Terrarium führt.“

Einen großen Dank richten Hölscher und Friedrich auch dieses Jahr vor allem an die Sponsoren der Veranstaltung und vor allem die anderen Teilnehmer: „In diesem Jahr war es nochmal eine Steigerung. Unter den verschiedenen Teams wurde sich viel ausgetauscht und auch geholfen. Trotz dem Wettbewerbsgedanken sind alle sehr fair miteinander umgegangen. Das hat riesigen Spaß gemacht“, so Hölscher.

Foto001: Erfolg auf ganzer Linie. Beide Terrarien errangen bei der WM den ersten Platz

Foto002: Besonders das kleine Terrarium war für viele Messebesucher ein Blickfang

Foto003: Das große Terrarium wird ab sofort das Wohnzimmer von Jan Hölscher zieren

Foto004: Im großen Terrarium-Raum von Hölscher werden die letzten Einrichtungsgegenstände platziert (vorne Jan Hölscher, hinten Tobias Friedrich)

Foto005: Der Terrarium-Raum wird der Blickfang im neuen Haus von Jan Hölscher

Foto006: Jan Hölscher (links) und Tobias Friedrich (rechts) sind mit dem Terrarium-Raum sehr zufrieden