Streetworker muss neu beraten werden

Ausschreibung verlief erfolglos

Gronau (gök). Gerade der Sommer 2020 war für viele Bewohner rund um den Kanian in Gronau nervig. Einige Anwohner wurden vor Ort oft bepöbelt oder sogar bedroht. Lärmbelästigungen oder Verunreinigungen waren in Gronau an einigen Stellen wie etwa rund um die Leineinsel oft an der Tagesordnung. Bei den Haushaltsberatungen für 2021 wurde daher mit einer breiten Mehrheit im Rat die Schaffung einer EG12-Stelle für einen Streetworker installiert. Die Schaffung einer entsprechenden EG12-Stelle war mit jährlich 64 100 Euro notiert, wobei noch 5000 Euro für Sachkosten im Haushalt eingeplant wurden.

In der Folge wurde die Stelle dann aber laut Samtgemeindebürgermeister Volker Senftleben mehrfach erfolglos ausgeschrieben. „Die Politik wollte eine Befristung für ein Jahr und das war wohl kein attraktives Angebot. Wir werden die Problematik der Politik noch einmal vortragen, wofür derzeit ein Entwurf erarbeitet wird“, so Senftleben auf Nachfrage. Bereits damals in der Sitzung hatte Lars Leopold (Linke) die Befürchtung, dass die Befristung auf ein Jahr die Stelle nicht sonderlich attraktiv macht. Aus Sicht von Senftleben macht die weitere Aufnahme der Stelle im Haushalt in der derzeitigen Form so keinen Sinn, weshalb er auch gespannt auf die politische Beratung ist. Generell liegt aber speziell die Jugend dem Samtgemeindebürgermeister nach seiner Aussage am Herzen, weshalb nach der Idee der Verwaltung mit Zustimmung der Politik ein Anerkennungsjahr in Gronau geleistet werden könnte. Wenn die Politik daher einverstanden ist, soll eine solche Stelle im Haushaltsplan Berücksichtigung finden. Die Kosten für diese Stelle würden weniger als die Hälfte beim Streetworker betragen. Auch wenn die Politik für eine Streetworker-Stelle plädieren würde, würde sich Senftleben trotzdem für die Stelle eines Anerkennungsjahres stark machen. Aus seiner Sicht ist es gerade im sozialen Bereich wichtig, das dort weiter möglichst viel ausgebildet wird. Senftleben ist sich aber bewusst, dass sich die Politik die Entscheidung sicherlich nicht einfach machen wird. Nach jetzigem Stand werden die Haushalte aller drei Mitgliedsgemeinden kurz- und mittelfristig stark belastet und vermutlich alle defizitär in der mittelfristigen Finanzplanung ausfallen.

Angepasst wurde letztes Jahr zumindest die Gefahrenabwehrordnung der Samtgemeinde Leinebergland, wodurch Verwaltung und Polizei in der Lage waren, Bußgelder bei Verstößen zu verhängen. Bei Beschädigung öffentlicher Anlagen, Gefährdung, Belästigung oder hohen Alkoholkonsums kann das Bußgeld etwa zwischen 50 bis 250 Euro ausfallen. Rauchen, Alkohol- oder Drogenkonsum auf Kinderspielplätzen oder gekennzeichneten Flächen wie auf dem Kanian kann dann zu einem Bußgeld zwischen 100 und 250 Euro führen.

Foto JUZ: Bisher fand Jugendarbeit nur im Jugendzentrum statt, wird es bald einen Streetworker in Gronau geben?