Einwohner wünschen sich Gehweg über die Saale

Brückenneubau Bachstraße zieht sich bis 2023

Wallensen (gök). Schon im Bauausschuss war das Vorhaben genau erläutert worden. Auf Wunsch von Wallensens Ortsbürgermeister Karl-Heinz Grießner kam jetzt Dr. Ing Joachim Göhlmann auch nach Thüste und erklärte das Bauvorhaben noch einmal im Ortsrat. Seit einem Prüfbericht von 2012 ist die Brücke Bachstraße über die Saale in Wallensen bereits mit einem maximalen Fahrzeuggewicht von drei Tonnen beschränkt worden, da der Prüfbericht mit einer Wertung von 4,0 denkbar schlecht ausfiel. „Ab 4,1 hätte die Brücke schon gesperrt werden müssen. Das ist definitiv ein ungenügender Zustand“, erklärte der Bauingenieur in der Sitzung den schlechten Zustand der Brücke. Die Brücke war bereits letztes Jahr zu Beginn der Bauarbeiten gesperrt worden. Mittlerweile wurden die Bauarbeiten aber aufgrund der nicht möglichen Sanierung abgebrochen – diese Zeitung berichtete -.

Die anwesenden Anwohner schätzen das Alter der Brücke auf bis zu 200 Jahre, weshalb es auch nicht verwunderlich ist, dass keine Bestandsunterlagen mehr vorhanden sind. Bei den zurückliegenden Bauarbeiten sollten eigentlich 20 Pfähle für die Stabilisierung der Brücke in den Boden getrieben werden, wofür schon vier Versuche unternommen wurden. Davon sind drei Bohrungen trotz großem Gerät misslungen, weshalb von dem Verfahren dann Abstand genommen wurde. Dr. Göhlmann war das fehlgeschlagene Sanierungsobjekt auch sichtlich unangenehm, weshalb sich sein Planungsunternehmen grbv Ingenieure aus Hannover bei einem Alternativentwurf für einen Neubau auch entsprechend eingebracht hat und der Gemeinde dabei finanziell zudem stark entgegenkommt.

Von den vier geprüften Bauverfahren für eine komplett neue Brücke ist schließlich die Variante eines Teilersatzneubaus mit einer Bohrpfahlwand übriggeblieben, bei der durch 55 Tonnen schweres Gerät Pfähle in den Boden getrieben werden. Dabei sollen Teile der bisherigen Uferbefestigung erhalten bleiben und das neue Bauwerk auch mit schützen. Durch die weiter hinten liegenden Bohrungen können diese auch leichter durchgeführt werden, was der Hauptgrund für einen Verzicht auf einen kompletten Ersatzneubau war. Der mittlere Brückenteil wird dann entbehrlich und die neue Brücke erinnert mit einer leichten Wölbung dann etwas an ihre betagte Vorgängerin. Für diese Variante kam keine Diskussion auf, doch auf Anregung von Dr. Göhlmann sprachen sich alle Ortsratsmitglieder und auch die Anwohner in der Einwohnerfragestunde für einen zusätzlichen Gehweg auf der Brücke aus. Bei anderthalb Meter Breite auf einer Seite der Brücke rechnet Dr. Göhlmann hier mit zusätzlichen Kosten von 30 bis 45 000 Euro. Eine genaue Kostenplanung ist derzeit in der Fertigung, wobei Dr. Göhlmann für die neue Brücke schon ohne Gehweg von rund 600 000 Euro Kosten ausgeht.

Einen Gehweg auf der Brücke halten alle Beteiligten für wichtig, da bei einer freien Nutzung der Brücke mit einer starken Verkehrszunahme gerechnet wird. „Ein Gehweg ist nicht nur wünschenswert, sondern auch erforderlich. Bei sonnigem Wetter kommen alleine durch den Saalepark bestimmt über 100 zusätzliche Fahrzeuge über die Brücke“, so Anwohner Willi Chors in der Sitzung. Anwohner Christoph Stichnothe betont die Wichtigkeit eines Gehweges auch bei der Nutzung als Ausweichstrecke. Denn bei einer später angedachten Sanierung der anderen Saalebrücke in Wallensen wäre die Brücke Bachstraße die einzige Querung der Saale im Ort. „Zum Glück liegt die Sanierung der anderen Brücke hinsichtlich der Kosten dann aber nicht beim Flecken, sondern beim Land“, so Grießner am Ende der Sitzung.

Foto: Bei einer neuen Brücke würde es eine mittlere Stütze wie bei der alten Brücke nicht mehr geben

Foto: Dr. Joachim Göhlmann während der Präsentation im Ortsrat