Veranstalter ärgern sich über Eltern beim Ferienpass

Egoistisches Verhalten verhindert Teilnahme weiterer Kinder / „Bufdi“ gesucht

Salzhemmendorf/Coppenbrügge (gök). Die Quadfahrer sind ein gern gesehener Gast in Salzhemmendorf. Schon zum wiederholten Male nehmen die Quadfahrer der Initiative „Quadkinder“ am Salzhemmendorfer Ferienpass teil. Zahlreiche Kinder haben in der Vergangenheit die Gelegenheit genutzt und sind auf den Fahrzeugen eine Runde mitgefahren. Auch dieses Jahr waren wieder mehrere Fahrer aus ganz Südniedersachsen in Salzhemmendorf zu Gast und freuten sich auf die Runden und das Leuchten in den Augen der Kinder. Sascha Fiebig aus Hameln hält den Kontakt zur Salzhemmendorfer Jugendpflegerin Simone Berg und freut sich, wenn er zusammen mit den anderen Fahrern wieder Kinder in seiner Heimatgemeinde mitnehmen kann.

Doch dieses Jahr wurde die Freude etwas getrübt. Zwar hatten sich wieder rund 20 Kinder für die Aktion angemeldet, doch schon wie bei anderen Aktionen waren einige Kinder nicht erschienen ohne sich abzumelden. „Mit Stornierungen und nicht erscheinenden Kindern war es noch nie so schlimm wie in diesem Jahr. Manche buchen und fahren dann in Urlaub, ohne Bescheid zu sagen“, war Simone Berg sauer über das Verhalten der Eltern, die so etwas zulassen. Gerade für beliebte Aktionen wie das Quadfahrern gibt es Wartelisten, wo sich andere Kinder dann wieder über einen Platz gefreut hätten. Ohne Absage ist das dann aber organisatorisch nicht mehr zu leisten. Manche Eltern haben dazu auch nicht den fälligen Betrag überwiesen, weshalb Berg nächstes Jahr auch ein strengeres Verfahren für den Ferienpass organisieren will. „Es ist einfach fies, wenn man sich anmeldet, Plätze blockiert und dann noch nicht mal absagt. Wir werden uns da etwas einfallen lassen“, regt sich Berg im Gespräch auf. Vor Ort war auch ihr Coppenbrügger Kollege Reimar Rauer, von wo sich auch einige Kinder angemeldet hatten. In Coppenbrügge werden jetzt schon Beträge unter fünf Euro nicht erstattet, wenn die Kinder dann nicht erscheinen. „Manche Eltern haben in der Vergangenheit diese Beträge sogar dreist noch eingefordert, obwohl sie vorher nicht abgesagt hatten“, berichtete Rauer von ähnlichen Erfahrungen wie Simone Berg.

Generell ist der Ferienpass in Salzhemmendorf dieses Jahr wieder auf dem Vor-Corona-Niveau. Viele Vereine haben sich beteiligt, so dass mit 44 Angeboten im Schnitt an jedem Tag Programm geboten wurde. Für 140 Kinder wurden in Salzhemmendorf 465 Buchungen registriert, wobei Berg vor allem ihren jugendlichen Helfern und den Vereinen dankte. Berg hofft nun, dass sie kurzfristig auch noch einen Teilnehmer für den Bundesfreiwilligendienst in der Jugendpflege findet, um das Programm im kommenden Jahr möglichst vielfältig und attraktiv zu halten. „Ich habe halt leider nur eine halbe Stelle und ein Bufdi ist dann besonders wertvoll. Die älteren Schüler unterstützen zwar toll, müssen sich aber auch um ihr eigenes Schulleben kümmern“, so Berg. Gerade im letzten Jahr wurde der Salzhemmendorfer Jugendtreff quasi überrannt und es gab eine extreme Nachfrage nach den vielseitigen Angeboten unter der Schwimmhalle. Interessenten können sich bei der Gemeinde Salzhemmendorf oder direkt im Jugendtreff melden.

Foto5848: Acht Quadfahrer waren extra nach Salzhemmendorf gekommen

Foto7047: Die Quadfahrer starten mit den Kindern zu einer Rundfahrt

Foto7052: Reimar Rauer (links) und Simone Berg (rechts) freuen sich über das Engagement der Quadfahrer um Ansprechpartner Sascha Fiebig