Geplante Fällung der Eiche an der Oldendorfer Grundschule sorgt für Unmut
Kosten für Umpflanzung werden ermittelt
Oldendorf (gök). Die geplante Erweiterung der Oldendorfer Grundschule im Saaletal sorgt derzeit für Konflikte zwischen der Gemeinde Salzhemmendorf und dem Oldendorfer Verein für Grenzbeziehung und Heimatpflege. Der Hintergrund: Im Zuge der vorbereitenden Arbeiten für den Anbau des Mensa-Bereiches an die Schule soll eine Eiche gefällt werden, die dort seit 25 Jahren wächst – ein Baum, der für den Verein eine besondere Bedeutung hat. Die Eiche wurde im Jahr 2000 anlässlich des Millenniums vom Verein als Spende an die Gemeinde übergeben und an einem zentralen Punkt im Ort auf dem Schulgelände gepflanzt. Damals war noch nicht absehbar, dass ein Ausbau der Grundschule notwendig werden würde. Der Baum sollte dort über die Jahre hinweg wachsen und den Schulbereich schmücken. Doch mit den geplanten Bauarbeiten für die Erweiterung der Mensa soll der Baum nun dem Baugrund weichen.
Oliver Schönberg, der zweite Vorsitzende des Vereins, zeigt sich enttäuscht über die Entscheidung. „So, wie sie da steht, ist die Eiche traumhaft gewachsen“, erklärt er und betont, dass der Baum damals mit Spendengeldern und Vereinsbeiträgen finanziert wurde, um über Jahrzehnte hinweg als Symbol für die Verbundenheit der Gemeinde und der Schule zu erhalten. Der Baum sei zudem im Ort gut sichtbar und würde den zentralen Standort der Grundschule perfekt ergänzen.
Die Eiche wurde vor 25 Jahren gepflanzt, als sie bereits zehn Jahre alt war. Heute ist der Baum 35 Jahre alt und hat sich prächtig entwickelt. Der Standort an der Grundschule wurde damals gewählt, ohne dass man an ein zukünftiges Bauvorhaben dachte. Im Jahr 2000 waren die Anforderungen im Bereich der Mittags- und Nachmittagsbetreuung noch nicht abzusehen, wie es heute der Fall ist. Aufgrund des gesetzlichen Drucks, dass ab dem Schuljahr 2026/27 alle Grundschüler Anspruch auf Ganztagsbetreuung haben, müssen in der Schule nun mehr Kapazitäten geschaffen werden.
Salzhemmendorfs Bürgermeister Clemens Pommerening bedauert ebenfalls, dass die Fällung notwendig geworden ist. Er sieht jedoch keine Alternative, da die Mensa nur an dem geplanten Standort erweitert werden kann. Die Fällung der Eiche wurden nun aber trotz des Baudrucks zunächst verschoben, um weitere Optionen zu prüfen. Pommerening äußerte, dass eine Umpflanzung grundsätzlich möglich sei, jedoch mit hohen Kosten und einem erheblichen Aufwand verbunden wäre. Zudem müsste nach der Umpflanzung über Jahre hinweg beobachtet werden, ob der Baum tatsächlich anwächst und die Verkehrssicherheit gewährleistet bleibt.
Der Verein für Grenzbeziehung und Heimatpflege, vertreten durch den ersten Vorsitzenden Friedrich Strüver, ärgert sich vor allem über den sehr kurzfristigen Informationsaustausch seitens der Gemeinde. „Wir haben nur zwei Tage Vorlaufzeit bekommen, um uns zu der Entscheidung zu äußern“, so Strüver. Der Verein fordert, dass vor einer endgültigen Entscheidung über die Fällung genau geprüft wird, ob der Baum an einen anderen Standort umgesetzt werden kann, zum Beispiel an den Ortseingang von Salzhemmendorf. Die Gemeinde hat nun eine erneute Prüfung angekündigt, um herauszufinden, ob eine Umpflanzung der Eiche tatsächlich möglich ist. Es wird aber vorweg schon mit hohen Kosten gerechnet, wo für das Geld mehrere neue Eichen gepflanzt werden könnten. Ob die Eiche letztlich gefällt oder umgepflanzt wird, bleibt abzuwarten.
Foto: Der Protest an der Eiche wurde durch den Verein mittlerweile sichtbar gemacht