Von der Heimatstube zum modernen Heimatmuseum

Eime lädt zur feierlichen Eröffnung am 2. März ein

Eime (gök). Was einst als kleine Heimatstube begann, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem modernen Heimatmuseum entwickelt. Am Sonntag, den 2. März 2025 von 15 bis 17 Uhr ist es endlich so weit: Die neuen Ausstellungsräume in der alten Sonnenbergschule in der Hauptstraße 8 in Eime werden feierlich mit Musik und Kaffeetafel eröffnet. Alle Interessierten sind eingeladen, die modernisierten Räumlichkeiten zu entdecken und in die Geschichte des Fleckens Eime einzutauchen.

Die Entwicklung des Museums ist eng mit der ehemaligen Grundschule Eime verbunden. Nachdem das Gebäude 2022 durch verschiedene Förderprogramme aus dem Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept (IEK) sowie der Dorferneuerung umfassend saniert wurde, stand es für eine neue Nutzung durch die ganze Dorfgemeinschaft bereit. Mit einer Investitionssumme von insgesamt rund 1,3 Millionen Euro konnte nicht nur das neue Heimatmuseum, sondern auch Räume für Kirche, Dorfgemeinschaft, Kinderbetreuung oder barrierefreie Zugänge entstehen. Ein Fahrstuhl sorgt dafür, dass die Räume für alle Besucher zugänglich sind. Im Obergeschoss sind zwei große Ausstellungsräume und ein großzügiger Flur für das neue Heimatmuseum bereitgestellt und mit Unterstützung der Museumsplanerin Julia Debelts aus Hildesheim worden. Einige Räume, wie der Bürgersaal, werden gemeinschaftlich genutzt und bieten Platz für Veranstaltungen.

Hinter dem Heimatmuseum steht ein engagiertes Team um Heimatpfleger Norbert Poschmann, der die Arbeit von Hans Schmull und Herbert Lambrecht fortführt. Bereits seit über 30 Jahren beschäftigt sich Poschmann mit der Geschichte Eimes. 2017 übernahm er offiziell den Posten des Heimatpflegers und setzt sich seither mit viel Leidenschaft für die Erhaltung des kulturellen Erbes ein. Die letzte Ausstellung in der alten Heimatstube fand 2018 statt – nun startet das Heimatmuseum mit neuen Konzepten und moderner Technik in eine spannende Zukunft. Das eigentliche Museumsareal umfasst rund 150 Quadratmeter und wurde mit neu entworfenen Möbeln und verbesserten Präsentationsmöglichkeiten ausgestattet. Die Devise lautet dabei „Weniger ist mehr“ – die Objekte werden übersichtlich in modernen Vitrinen präsentiert, sodass Besucher die Exponate in Ruhe betrachten können.

Die Besucher erwarten vielseitige Ausstellungen, die das Leben in Eime über die Jahrhunderte hinweg beleuchten. Ein Bereich widmet sich der Geschichte des Kali-Werks, in dem ein detailliertes Modell von 2006 präsentiert wird. Weitere Vitrinen zeigen Mineralgesteine, Fossilien und historische Funde – mittelfristig später auch ein Schwert aus dem Jahr 600 nach Christus, das bei Bauarbeiten in Eime entdeckt wurde. Neben geschichtlichen Fakten bietet das Museum auch interaktive Elemente. Ein digitaler Tisch mit einer umfangreichen Bildersammlung und einem Memory-Spiel wird besonders die jungen Besucher begeistern. Zudem laufen auf einem Monitor in Dauerschleife alte Bilder und Filme, die einen lebendigen Eindruck vom historischen Eime vermitteln.

Ein weiteres Highlight ist das historische Klassenzimmer, das mit alten Schulutensilien aus der ehemaligen Sonnenbergschule rekonstruiert wurde. Hier finden sich Landkarten, ein originaler Kartenschrank sowie Mappen mit alten Klassenfotos, die bis ins Jahr 1850 zurückreichen. Besonders eindrucksvoll. Stolz zeigt Poschmann bei der Begehung auch ein Foto seiner Einschulung von 1960 in der Mappe, wo viele Besucher auch gerne stöbern.

Ein besonderes Exponat ist das nachgebaute Halseisen vom Pranger der Kirche in Eime. Das Original wurde vor vielen Jahren gestohlen, doch ein Nachbau von 1984 ermöglicht es den Besuchern, sich diese historische Bestrafungsmethode bildhaft vorzustellen. Auch zahlreiche Haushaltsgegenstände, Werkzeuge und Erinnerungsstücke aus verschiedenen Epochen werden ausgestellt.

Im Flur des Museums befinden sich zudem Vitrinen mit alten Vereinsfahnen sowie eine Karte des Fleckens Eime mit den alten Siegeln der Mitgliedsgemeinden Deilmissen, Deinsen, Dunsen und Eime. Eine Introvitrine im Bereich des Bürgersaals bietet einen Blick auf geschichtsträchtige Fundstücke, darunter ein alter Römertopf und Bergmannshut.

Das Team um Norbert Poschmann plant bereits weitere Sonderausstellungen und hofft auf eine größere Besucherresonanz als in der früheren Heimatstube. „Wir möchten, dass sich alle Orte des Fleckens Eime in unserem Heimatmuseum wiederfinden“, betont Poschmann, der froh ist, auf ein großes Team mit sechs weiteren Unterstützern zurückgreifen zu können. Nach der feierlichen Eröffnung am 2. März wird das Museum regelmäßig von März bis Oktober sonntags zwischen 15 und 17 Uhr für Besucher geöffnet sein. Wer sich tiefer mit der Geschichte des Ortes beschäftigen möchte oder besondere Erinnerungsstücke besitzt, die zur Sammlung beitragen könnten, ist herzlich eingeladen, Kontakt mit dem Museumsteam aufzunehmen.

Mit viel Engagement und Unterstützung aus der Gemeinde ist es gelungen, ein modernes und lebendiges Heimatmuseum zu schaffen – ein Ort, an dem Geschichte erfahrbar wird und die Identität des Fleckens Eime bewahrt bleibt. Nach der Eröffnung wartet auf das Team aber noch eine Fleißarbeit. Mit dem digitalen Museumserfassungsprogramm „kuniweb“ müssen die rund 15 000 Exponate systematisch noch katalogisiert werden und stehen dann einem Museumsnetzwerk zur Verfügung. Der Großteil der Eimer Exponate befindet sich noch auf dem Dachboden in den Archiven, wo noch unzählige historische Schätze auf Besucher warten. Jedes Stück wird dabei erfasst, nummeriert und dokumentiert. Später wird diese Arbeit dann kontinuierlich fortgeführt.

Foto7488: Der historische Klassenraum begeistert viele Besucher

Foto7489+7490: Aufgehoben wurden auch historische Siegel der Orte aus dem Flecken

Foto7493: Norbert Poschmann vor der Schiebetafel mit der Chronik der Orte

Foto7495: Die Ahnenreihe mit den ehemaligen Bürgermeistern der Ortsteile

Foto7500: Rund 6000 Jahre alte Becher werden auch ausgestellt

Foto7604: Liebevoll wurden viele Ecken des Museums gestaltet

Foto7507: Eingegangen wird auch auf Geschichte aus dem Dritten Reich

Foto7511: Im ehemaligen Schuhgeschäft von Eime nahmen viele Kinder auf diesem Spielzeugelefanten Platz

Foto7524: Im Archiv finden sich noch viele weitere Exponate

Foto7527: Norbert Poschmann freut sich schon auf die geplante Veröffentlichung