Tauschschrank in Salzhemmendorf ab 1. März wieder geöffnet
Erfolgsmodell mit Herausforderungen
Salzhemmendorf (gök). Im Frühjahr 2022 wurde auf Initiative von Jens Kaiser aus dem Ortsrat Salzhemmendorf ein Tauschschrank an der Ecke Flöthstraße/Haupstraße eingeweiht. Die Idee dazu hatte Kaiser bereits 2020, doch die Umsetzung zog sich etwas hin. Erst mit Unterstützung seines Schwiegervaters als Konstrukteur und eines großzügigen Sponsors konnte das Projekt ehrenamtlich umgesetzt werden. Ziel des Tauschschranks ist es, Gegenständen eine zweite Chance zu geben und Ressourcen zu schonen. Bücher und Kleidung sind jedoch vom Tausch ausgeschlossen, um keine Konkurrenz zur örtlichen Bücherei darzustellen.
Ende November entschied sich Kaiser dazu, den Schrank über den Winter zu schließen. „Ich hatte die Schnauze voll“, erklärt er. Immer wieder wurden angefangene Nahrungsmittel, dreckiges Geschirr oder Kartons voller Gegenstände vor dem Schrank abgestellt. Mengen, die nicht in den Schrank passten, erschwerten die Nutzung erheblich. Zudem wurden große Möbelstücke abgelegt, obwohl der Tauschschrank nur für Kleinteile gedacht ist. „Bevor man etwas in den Schrank legt, sollte man sich fragen: Würde ich das selbst noch nutzen?“, erklärt Kaiser den wichtigsten Grundsatz für die Nutzung des Tauschschranks.
Nach der Winterpause wird der Tauschschrank ab dem 1. März wieder geöffnet – montags bis samstags von 8 bis 17 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bleibt er geschlossen. Vor der Winterpause war der Schrank auch sonntags geöffnet, doch eine angemessene Betreuung war kaum möglich. Ordnung bleibt eine große Herausforderung, da viele Nutzer im Schrank wühlen und Gegenstände ungeordnet hinterlassen. „Wenn etwa ein Puzzle geöffnet und die Teile auf den Boden geworfen werden, kann es niemand mehr nutzen“, beschreibt Kaiser eines der Probleme.
Um die Regeln klar zu kommunizieren, sollen zusätzlich noch Piktogramme angebracht werden. So können die Regeln für die Nutzung des Schrankes auch nonverbal erklärt werden. Zudem hofft Kaiser auf Unterstützung durch engagierte Bürger: „Interessierte können sich gerne beteiligen und bei der Nutzung des Tauschschrankes unterstützen.“ Wer helfen möchte, kann sich unter jenskaiser1910@gmail.com oder über Ortsbürgermeister Karsten Appold unter karsten_appold@web.de melden. Der Arbeitsaufwand für die Instandhaltung des Schranks beträgt aktuell für Kaiser etwa ein bis anderthalb Stunden pro Woche.
Auch Appold betont als Unterstützer des Projekts die Bedeutung der richtigen Nutzung: „Der Schrank sollte werthaltige Gegenstände beinhalten. Wir wollen keine Zustände wie an Altpapier- oder Altkleidercontainern.“ Die Fläche um den Schrank herum soll frei bleiben, um eine unkontrollierte Ablagerung von Gegenständen zu verhindern. „Der Tauschschrank ist kein Müllplatz. Wer etwas entsorgen möchte, kann dies auf anderen legalen Wegen tun.“ Mit klaren Regeln und mehr Unterstützung aus der Bevölkerung soll der Tauschschrank auch in Zukunft eine nachhaltige Bereicherung für Salzhemmendorf bleiben.
Foto7996: So soll der Tauschschrank nicht aussehen
Foto8001: Jens Kaiser und Karsten Appold hoffen, dass der Tauschschrank künftig mit der jeweiligen Beachtung genutzt wird