DorfKulTour steht vor Herausforderungen
Kulturverein sucht Unterstützung für kulturelle Vielfalt
Wallensen (gök). Der Verein DorfKulTour hat Bilanz gezogen und Pläne für die Zukunft geschmiedet. Vorsitzender Karl-Heinz Grießner berichtete von einem erfolgreichen, aber herausfordernden Jahr 2024. Zwar habe sich das Vereinsleben nach der Coronapandemie erholt, doch die Besucherzahlen bei Veranstaltungen könnten noch steigen. Besondere Sorge bereitet der Verlust der Pachtfläche hinter dem Haus an der Stadtmauer, wodurch größere Veranstaltungen dort künftig nicht mehr stattfinden können. Daher ist eine Neugestaltung der verbliebenen Fläche geplant, unter anderem mit dem Wiederaufbau einer Hütte, neuen Wegen und einem Unterstand.
Ein weiteres Problem bleibt aber auch der Altersschnitt und die Mitgliederbeteiligung im Verein. Trotz aktuell 92 Mitgliedern ist der Altersschnitt hoch und die Zukunft des Vereins hängt mittelfristig davon ab, ob sich jüngere Menschen engagieren. „Das Angebot und die Beteiligung im Ort bei der kulturellen Arbeit muss besser werden“, mahnte der Vorsitzende Karl-Heinz Grießner bei der Jahreshauptversammlung im Haus an der Stadtmauer in Wallensen.
Im Vorstand gab es bei den Wahlen keine Änderungen, alles erfolgte zudem einstimmig. Grießner bleibt Vorsitzender, Heiner Meier wurde nach kurzer Diskussion als sein Stellvertreter für ein Jahr gewählt. Er will aus Altersgründen sein Amt spätestens nächstes Jahr abgeben. Schatzmeisterin Annette Tegtmeyer und Schriftführerin Ilona Reger wurden ebenso bestätigt wie die Beisitzer Harald und Ursel Constabel sowie Friedhelm Roloff. Neu im Team sind Andreas Gröhlich und Ingo Bormann als Beisitzer. Der Verein wird jetzt versuchen, in den nächsten Jahren den Vorstand zu verjüngen und den Verein so zu erhalten.
Trotz dieser Einschränkungen bleibt DorfKulTour ein wichtiger Kulturträger in Wallensen, Thüste und Ockensen. „Es passiert genug in den Ortsteilen“, betonte Grießner und forderte eine bessere Bewerbung der Angebote, um den Ort attraktiver zu machen. Mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung in Wallensen – die Einwohnerzahl sank von 940 auf 900 im letzten Jahr – sei dies nach seiner Meinung dringend notwendig. Der Verein organisierte 2024 mehr als ein Dutzend Veranstaltungen, darunter Wanderungen mit Heiner Meier, Erzählcafés, die Museumssommernacht, den Heurigen Abend sowie historische Vorträge. Ein Meilenstein für die Barrierefreiheit war 2024 der Einbau eines Treppenlifts im Haus an der Stadtmauer, gefördert durch das EU-LEADER-Programm. Dadurch könnten noch mehr Menschen die Veranstaltungen genießen.
Eingebracht haben sich Mitglieder des Vereins auch stark im laufenden Dorfentwicklungsprogramm und beim Förderprogramm Engagiertes Land. So wurde letztes Jahr mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung die WOLT-Internetseite ins Leben gerufen, sieben Monitore in vier Orten installiert zur Information der Bürger, eine Veranstaltungsbühne angeschafft oder auch einige Treffen zu Bürgergenossenschaft im Arbeitskreis Klimaschutz mit Oldendorf und Lauenstein durchgeführt. „Mit dem Thema sind aber noch nicht weitergekommen“, bedauert Grießner. Der Dorfentwicklungsplan wird jetzt im März offiziell vorgestellt.
Zukunftsprojekte sind bereits in Planung. So soll 2025 der „Weg der Lieder“ entlang der Horst oberhalb von Wallensen, vorbei am Ehrenmal und dem jüdischen Friedhof entstehen. Auch ein DorfKino ist angedacht – hierfür wurde bereits ein Brauerei-Zuschuss gesichert, doch Ort und Lizenzen müssen noch geklärt werden. Zusätzlich sind noch weitere Projekte und Veranstaltungen wie „Feuer und Pfanne“ am 22. März, die Frühjahrswanderung am 26. April, eine Veranstaltung zu 80 Jahre Kriegsende, die Museumssommernacht am 21. Juni, Klöntreff am Bergmannseck am 27. Juni, das Lichtfest der Vereine rund um die Kirche am 8. November sowie der Weihnachtszauber am 13. Dezember geplant. Am 15. März von 10 bis 12 Uhr will der Verein zudem die Frühjahrsarbeiten im Glockseegarten durchführen und hofft dabei noch auf einige fleißige Hände. Fest steht für den Vorstand, dass DorfKulTour auch in 2025 aktiv bleibt und dabei auf mehr Beteiligung aus der Bevölkerung hofft. So soll die kulturelle Vielfalt in Wallensen, Thüste, Ockensen und Levedagsen erhalten bleiben.
Foto7976: Bei der Jahreshauptversammlung erklärte der Vorstand vielen Anwesenden die Herausforderungen des Vereins
Foto8138: Der Garten hat rund zwei Drittel seiner Größe verloren, Großveranstaltungen wie der Abschluss des Gemeindewandertages werden dort wohl nicht mehr stattfinden
Foto8139: Auch 2025 sind im Haus an der Stadtmauer wieder viele Veranstaltungen geplant