Rechtshilfefonds hofft auf Verhinderung

Bisperode (gök). Der Deponieantrag der Hannoverschen Basaltwerke zur Errichtung einer Schadstoffdeponie im Ith sorgt seit Jahren für Diskussionen und Besorgnis bei den Anwohnern und Naturschützern rund um den Ith. Doch ist es noch möglich, diese Deponie zu verhindern? Welche Auswirkungen hätte die geplante Deponie auf die Region und ihre Zukunft? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt einer Infoveranstaltung, zu der der Rechtshilfefonds „depoNIE! Ith e.V.“ alle Interessierten herzlich einlädt. Ohne öffentliche Mitteilung reichten die Hannoverschen Basaltwerke im Mai 2019 den Antrag für die DK1-Deponie Schanzenkopf im Ith beim Gewerbeaufsichtsamt Hannover ein, worauf sich dann Widerstand vor und hinter dem Ith regte.

In der damaligen Mitteilung an die betroffenen Flecken Coppenbrügge und Salzhemmendorf hieß es, dass es sich um eine Bauschuttdeponie für mineralische Abfälle und unbelasteten Bodenaushub handele. Aber schon die bloßen Daten des Volumens von 3,5 Mio Kubikmeter und einer Nutzungsdauer von über 30 Jahren ließen rund um den Ith Zweifel an der Plausibilität aufkommen.

„Die Genehmigung zur Kalksteingewinnung ist an strenge Rekultivierungsauflagen gebunden. Es besteht keine Verpflichtung zur Errichtung einer Deponie, um das Landschaftsbild wiederherzustellen. Vielmehr wurde sogar die Einfuhr von Fremdboden zur Vermeidung von Sameneintrag in dieses sensible Ökosystem ausgeschlossen“, so BI-Sprecher Werner Anders vom Rechtshilfefonds.

Neben aus diesen Gründen schon deplatzierter Lage sind für Anders aber auch die geologischen Gegebenheiten grundsätzlich Ausschlusskriterien für eine Deponiezulassung. Die bautechnischen Herausforderungen der Anlage, die einen gefahrlosen Betrieb sicherstellen müssen, sind an diesem Ort enorm. Anders zweifelt an, dass dieser Aufwand nur für das Aufkommen regionalen Bauschutts betrieben wird.

Mit erster Einsicht der Antragsunterlagen wurde dann den Mitgliedern des Rechtshilfefonds klar, worum es sich hier wirklich handelt. Es soll laut der BI die „Superhalde“ industrieller Abfälle für den gesamten norddeutschen Raum, insbesondere der angrenzenden Landkreise Region Hannover, Salzgitter und Braunschweig sowie für Teile des Landes Nordrhein-Westfalen werden, die für ihre Entsorgungspflicht keine Kapazitäten vorhalten. „Dieses Aufkommen soll nun über Jahrzehnte per Schwerlastverkehr durch die Dörfer in den Ith gekippt werden. Wir können die Bisperoder Forstgenossen nicht nachvollziehen. Als Grundstückseigner und Anwohner sollte es doch ihr vornehmstes Anliegen sein, die Ithregion auch für die Zukunft lebenswert zu erhalten“, ärgert sich Anders.

Am Freitag, den 4. April 2025 um 19 Uhr im Gemeindehaus Bisperode (Lange Straße 4a) wird die heimische Landtagsabgeordnete Britta Kellermann (Grüne) als Initiatorin des Widerstandes eine umfassende Präsentation zu den Entwicklungen der letzten sechs Jahre sowie zu den aktuellen rechtlichen Schritten geben. Andrea Brenker-Pegesa wird als Vorsitzende des BUND-Kreisverbands Hameln-Pyrmont zudem über den Sachstand der Klagevorbereitungen informieren. Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgt Gunnar Wiegand, Mitaktivist und als Folksänger über die heimische Region hinaus bekannt.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Die Mitglieder des Rechtshilfefonds hoffen, dass sich noch weitere Menschen mit Spenden für das Klageverfahren beteiligen und so den Widerstand gegen das Vorhaben stärken. Weitere Informationen zu dem Treffen gibt es unter www.deponie.ith.de.

Foto: Auf einer Wiese vor dem Steinbruch macht die BI auf sich aufmerksam

Foto: Britta Kellermann bei einer früheren Veranstaltung