Sicherheit bei (Groß-)Veranstaltungen im Fokus

Info-Veranstaltung im Ithpunkt gut besucht

Salzhemmendorf (gök). Zahlreiche Feste, Konzerte und Sportevents prägen das gesellschaftliche Leben im Flecken Salzhemmendorf. Oft sind es die örtlichen Vereine, die mit großem Engagement solche Veranstaltungen organisieren – von kleinen Dorffesten bis hin zu Großveranstaltungen wie dem Völkerball-Konzert am 5. September 2026 in Thüste, zu dem weit über 1 000 Besucher erwartet werden. Um die Vereine bei der Planung und Durchführung solcher Events zu unterstützen, lud die Gemeindeverwaltung jetzt zu einer Informationsveranstaltung in den Ithpunkt ein.

Weit über 20 Vereinsvertreter aus allen Ortsteilen waren der Einladung gefolgt. Neben Jan Rohrmann vom Ordnungsamt Salzhemmendorf standen auch Hauptkommissar Jörn Schedlitzki von der Polizei sowie Jan Kunze vom Landkreis Hameln-Pyrmont als Ansprechpartner zur Verfügung. Nach der Begrüßung durch Jan Rohrmann machte dieser deutlich, dass bei der Organisation von Veranstaltungen die Sicherheitskomponente zunehmend an Bedeutung gewinnt. „Die Sicherheitslage hat sich verändert – deshalb ist es wichtig, frühzeitig mit den Behörden in Kontakt zu treten“, betonte Rohrmann. Das Ordnungsamt stehe den Vereinen beratend zur Seite, so Rohrmann weiter, mahnte aber an, dass man von vielen geplanten Veranstaltungen erst durch deren Bewerbung erfahre. „Dann müssen Auflagen häufig sehr kurzfristig umgesetzt werden – das ließe sich vermeiden, wenn wir frühzeitig ins Gespräch kommen.“

Auch Hauptkommissar Jörn Schedlitzki unterstrich in seinem Vortrag die Bedeutung eines offenen Dialogs zwischen Veranstaltern und Behörden. Er erläuterte die rechtlichen Grundlagen und wies darauf hin, dass die Polizei in erster Linie für Gefahrenabwehr zuständig sei – die Anmeldung von Veranstaltungen erfolge hingegen bei der Gemeindeverwaltung. „Wir wollen keine Veranstaltungen verhindern, sondern sie gemeinsam sicher gestalten“, so Schedlitzki. Er sprach über den bundesweiten Trend zunehmender Gewalttaten bei Veranstaltungen und rief dazu auf, mögliche Gefahren realistisch einzuschätzen. „Wir wollen keine Angst machen, aber sensibilisieren.“ Dabei verwies er auch auf das verbreitete Vorurteil, die Polizei sei eine „Spaßbremse“. „Das Gegenteil ist der Fall: Wir möchten helfen, dass Veranstaltungen reibungslos und sicher ablaufen.“

Schedlitzki stellte den Ablauf eines Genehmigungsverfahrens vor: von der Veranstaltungsanzeige über ein Kooperationsgespräch und die Risikobeurteilung bis hin zum Sicherheitskonzept, sofern erforderlich. Große Veranstaltungen sollten mindestens sechs Monate vorher beim Ordnungsamt beantragt werden. Grundsätzlich müsse jede öffentliche Veranstaltung angezeigt werden – interne Vereinsveranstaltungen seien davon ausgenommen. Zu personellen Sicherheitsmaßnahmen gab Schedlitzki konkrete Richtwerte: Bei Veranstaltungen wie Zeltfesten am Freitagabend sei ein Ordnerverhältnis von etwa 1:50 üblich, bei ungefährlicheren Vereinsveranstaltungen reiche in der Regel 1:100. „Im Einzelfall kann die Polizei unterstützen, wenn ein Gefahrenüberhang besteht – wir wollen Veranstaltungen nicht kaputt machen, sondern gemeinsam tragfähige Lösungen finden.“ Die Veranstaltung machte deutlich, dass Sicherheit und Organisation Hand in Hand gehen müssen – und dass die frühzeitige Zusammenarbeit zwischen Vereinen, Ordnungsamt, Polizei und Landkreis der beste Weg ist, um Feste und Konzerte sicher und erfolgreich durchzuführen.

Foto: Der Ithpunkt war voll besetzt mit Vereinsvertretern