Deutliches Signal aus Dörpe

Über 200 Unterschriften für Tempo 30 an Bürgermeister übergeben

Coppenbrügge/Dörpe (gök). Bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bauwesen, Infrastruktur und Digitalisierung des Fleckens Coppenbrügge kam es zu einem wichtigen Moment für viele Bürger aus Dörpe. Vertreter der Bürgerinitiative „Tempo 30 Dörpe“ überreichten Bürgermeister Thomas Küllig insgesamt 211 Unterschriften, mit denen sich rund 73 Prozent der Wahlberechtigten im Ort für eine Geschwindigkeitsreduzierung auf der Landesstraße im Dorfkern aussprechen.

Die Sitzung fand in der Coppenbrügger Grundschule statt. Vor zahlreichen interessierten Zuhörern nahm Bürgermeister Küllig die Unterschriften entgegen und dankte der Initiative für ihr Engagement.

Im Namen der Bürgerinitiative „Tempo 30 Dörpe“ schilderte Jennifer Piwon, wie intensiv sich die Einwohner in den vergangenen Wochen mit dem Thema befasst haben. Bereits im Juni hatte die Initiative ihre Forderung im Bauausschuss vorgestellt – nun folgte mit der Unterschriftenliste das nächste sichtbare Signal. „211 gültige Unterschriften – das sind fast drei Viertel aller Dorfbewohner“, erklärte Piwon. Dieses Ergebnis zeigt, wie groß der Rückhalt für Tempo 30 in Dörpe ist. Während der Sammelaktion seien zahlreiche Gespräche mit Anwohnern geführt worden. Immer wieder sei deutlich geworden, dass die Menschen unter Lärm, Raserei und wachsendem Durchgangsverkehr leiden. Besonders der zunehmende LKW-Verkehr und die hohe Zahl an Motorradfahrern in den Sommermonaten sorgen für Unmut. Viele berichteten, dass sich die Lebensqualität im Ort deutlich verschlechtert habe – Sicherheit und Ruhe seien kaum mehr gewährleistet. Auch die Situation für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen sei zunehmend problematisch. Fehlende oder zu schmale Gehwege zwängen viele dazu, auf die Straße auszuweichen. Eltern äußerten zudem Sorge um ihre Kinder, die die Fahrbahn oft nicht gefahrlos überqueren könnten.

Neben der eigentlichen Temporeduzierung innerhalb des Dorfes wiesen die Initiatoren auf weitere Schwachstellen hin. Vor allem an den Ortseingängen sei die Situation kritisch. Im Unterdorf ist derzeit eine Richtgeschwindigkeit von 100 km/h erlaubt – häufig werde erst spät und abrupt abgebremst. Im Oberdorf gilt vor dem Ortsschild zwar eine 70er-Zone, doch auch dort wohnen noch einige Haushalte außerhalb der geschlossenen Ortschaft – ohne Gehwege und sichere Übergänge.

Mehrere Verkehrsunfälle und Beinahe-Kollisionen hätten gezeigt, dass eine generelle Begrenzung auf 50 km/h im äußeren Bereich deutlich mehr Sicherheit bringen würde.

Ausschussmitglied Elmar Windeler, ebenfalls Dörper, zeigte sich von der Mobilisierung im Ort beeindruckt. Schon seit längerer Zeit kämpften die Bürger um Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung, erinnerte er. Mit der breit angelegten Befragung, die sich an den 290 Wahlberechtigten im Ort orientierte und deren Ergebnis jetzt offiziell präsentiert wurde, hätten die Einwohner erneut ein deutliches Zeichen gesetzt: „Über 70 Prozent Zustimmung – das ist ein starkes Signal, das wir an die Landesverkehrsbehörde weitergeben.“ Windeler forderte, dass sich die Coppenbrügger Verwaltung „klar hinter den Wunsch der Dörper Bevölkerung“ stellen solle.

Bürgermeister Küllig versprach, die gesammelten Unterschriften samt Begründung an die zuständige Straßenverkehrsbehörde weiterzuleiten. „Wir können als Gemeinde aufgrund der Landesstraße zwar keine Entscheidung treffen – aber wir können die Anliegen aktiv weitergeben und unterstützen“, sagte er. Die Bürgerinitiative versteht ihre Aktion als Auftrag an die Politik. „Uns ist bewusst, dass die Entscheidung letztlich bei der NLStBV liegt“, so Piwon weiter. „Aber wir erwarten, dass Gemeinde und Bürgermeister unsere Position klar vertreten.“ Eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 km/h sei ein zentraler Baustein, um das Dorf lebenswerter, sicherer und zukunftsfähiger zu machen.

Mit der Übergabe der Unterschriftenliste hat die Bürgerinitiative um die treibenden Kräfte Jennifer Piwon, Thomas Seidel, Elmar Windeler, Katja Stahlschmidt und Sue Sheehan jetzt ein Zeichen gesetzt und hoffen nun, dass es bei den zuständigen Stellen Gehör findet.

Foto Ortsdurchfahrt: Die Einwohner in Dörpe leiden unter dem vielen Durchgangsverkehr

Foto Unterschriften: Thomas Seidel übergab im Ausschuss die Unterschriften an Thomas Küllig