Feuerwehr als Lebensretter und Kulturträger
In Duingen wird auf Jugend gesetzt
Duingen (gök). Wenn die Freiwillige Feuerwehr Duingen zur Jahreshauptversammlung lädt, dann ist das Feuerwehrhaus traditionell bis auf den letzten Platz gefüllt. Rund 80 Teilnehmer – darunter Aktive, Förderer und Gäste aus der Politik – unterstrichen mit ihrer Anwesenheit trotz Wintersturms den hohen Stellenwert, den die Brandschützer innerhalb des Ortes genießen. Es wurde ein Abend, der nicht nur nackte Zahlen präsentierte, sondern vor allem das tief verwurzelte ehrenamtliche Engagement der Mitglieder würdigte.
Der stellvertretende Ortsbrandmeister Marcel Maiwald blickte auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurück. Insgesamt 39 Mal rückte die Wehr aus. Das Spektrum war dabei breit gefächert. Neben neun Brandeinsätzen, die unter anderem mit einem Wohnungsbrand in Hoyershausen zu Jahresbeginn starteten, forderte vor allem die technische Hilfeleistung die Kameraden. 18 Mal leisteten sie Beistand, oft bei Routineaufgaben wie der Beseitigung von Ölspuren, aber auch bei kritischen Lagen. So verhinderte das schnelle Eingreifen bei einem Doppelgaragenbrand ein Übergreifen der Flammen auf ein Wohnhaus und ein Entstehungsbrand in einer Tischlerei in Coppengrave konnte gerade noch rechtzeitig im Keim erstickt werden. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Arbeit der First Responder-Einheit unter der Leitung von Dr. Christian Möller. Neunmal wurden die ehrenamtlichen Retter zu medizinischen Notfällen gerufen. Die Bilanz ist hierbei lebenswichtig: Dank erfolgreicher Reanimation konnte hier Menschenleben gerettet werden. Gemeindebrandmeister Frank Kirchner betonte in diesem Zusammenhang, dass dieser Dienst keine eigentliche Feuerwehraufgabe ist. Die Duinger Blauröcke engagieren sich dabei in einer rein freiwillige Zusatzleistung für die Bevölkerung. Da die Rettungswege in der Region oft lang sind, springt die Feuerwehr in die Bresche, um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken – ein Dienst am Nächsten, der weit über die eigentlichen Pflichtaufgaben hinausgeht.
Dass die Feuerwehr Duingen auch das gesellschaftliche Rückgrat des Ortes bildet, machte der Bericht des stellvertretenden Ortsbrandmeisters Sebastian Braukmüller deutlich. Ob beim eigenen Braunkohlwandern, den Eimerfestspielen oder der Teilnahme an lokalen Sportturnieren – die Wehr ist überall präsent. Besonders hervorzuheben ist die enge Kooperation mit anderen Vereinen. Das gemeinsame Fischessen mit dem Heimat- und Kulturverein war mit 120 Teilnehmern restlos ausverkauft und der „Duinger Adventszauber“ verzeichnete einen Rekordbesuch. Auch die Traditionspflege kommt nicht zu kurz. So wurde Ehrenortsbrandmeister Werner Steins zu seinem 72. Geburtstag mit einer feierlichen Fahrzeugkolonne durch den Ort geehrt, nachdem sein runder Geburtstag zuvor nicht im gewünschten Rahmen gefeiert werden konnte. Ortsbrandmeister Gerrit Schwagmeyer, der im Rahmen der Versammlung feierlich zum Oberbrandmeister befördert wurde, fand jedoch auch mahnende Worte. Trotz eines Wachstums auf insgesamt 463 Mitglieder (darunter 361 Passive) verzeichnet die aktive Abteilung derzeit einen leichten Rückgang auf 47 Einsatzkräfte. Ursachen seien Wohnortwechsel oder Altersgründe. „Die Mitgliedergewinnung bei den Aktiven wird eine der größten Aufgaben der Zukunft sein“, so Schwagmeyer mahnend.
Umso erfreulicher ist der Blick auf die Nachwuchsabteilungen. Jugendfeuerwehrwart Rene Herrmann berichtete von 17 hochmotivierten Jugendlichen, acht Neueintritten und einer hohen Dienstbeteiligung. Highlights waren hier der Ausflug zur Berufsfeuerwehr Hildesheim und der Erfolg beim Orientierungslauf in Brüggen. Auch die Kinderfeuerwehr unter Michaela Herrmann leistet wertvolle Basisarbeit. Mit 21 Kindern und spielerischen Aktionen wird der Grundstein für die Zukunft gelegt. Dass bereits sechs Kinder zuletzt an die Jugendfeuerwehr übergeben werden konnten, wertete die Versammlung als vollen Erfolg für die nachhaltige Nachwuchssicherung.
Die anwesenden Politiker sparten nicht mit Lob. Die Landtagsabgeordnete Andrea Prell betonte, sie habe die Duinger Wehr für ihr großes Engagement längst ins Herz geschlossen. Samtgemeindebürgermeister Volker Senftleben zeigte sich „schwer begeistert“ von der Jugendarbeit und lobte das junge Führungsteam. Bürgermeister Klaus Krumfuß unterstrich die Bedeutung des Helfens in einer Zeit, in der es oft mehr Kritiker als Anpacker gebe und sagte eine Spende für die Weihnachtsfeier der Jugendfeuerwehr zu. Kritische Töne kamen allgemein zur Feuerwehrarbeit von Gemeindebrandmeister Frank Kirchner, der die langen Beschaffungszeiten für Feuerwehrfahrzeuge bemängelte und darauf hinwies, dass auch die psychologische Versorgung der Einsatzkräfte nach belastenden Einsätzen immer mehr an Bedeutung gewinne.
Feierlich war es auch bei den zahlreichen Auszeichnungen. Neben der Beförderung von Gerrit Schwagmeyer zum Oberbrandmeister wurde Sebastian Kutz zum Löschmeister ernannt. Weitere Beförderungen erhielten Lara Fricke und Janine Schmidt (Feuerwehrfrau), Sophie Falk (Oberfeuerwehrfrau), Sören-Maximilian Modler (Oberfeuerwehrmann), Michaela Herrmann und Lara Wahrhausen (Hauptfeuerwehrfrau) sowie Malte-Sebastian Modler (Hauptfeuerwehrmann). Auch wenn die langjährigen Fördermitglieder Edgar Suerland und Karl Ruhland (50 Jahre) sowie Burkhard Cohrs, Marcus Hanke und Friedrich Albrecht (25 Jahre) nicht persönlich anwesend sein konnten, galt ihnen der ausdrückliche Dank für ihre jahrzehntelange Unterstützung.
Foto7926: Frank Kirchner (links) und Volker Senftleben (rechts) befördern Gerrit Schwagmeyer zum Oberbrandmeister
Foto7933: Die Versammlung in Duingen war wieder sehr gut besucht
Foto7943: Die beförderten Mitglieder mit den Ehrengästen
Foto7950: Ein Garagenvollbrand forderte die Feuerwehr Duingen 2025 besonders



