Kammermusik der Weltklasse

Ein glanzvoller Neujahrsempfang in Duingen

Duingen (gök). Es ist eine Tradition, die aus dem kulturellen Kalender der Region nicht mehr wegzudenken ist. Zum 34. Mal lud der Heimat- und Kulturverein Duingen zum Neujahrskonzert in die Katharinenkirche ein. Auch wenn die Reihen in diesem Jahr – untypisch für das sonst oft restlos ausverkaufte Ereignis – noch den ein oder anderen freien Platz boten, tat dies der feierlichen Stimmung keinen Abbruch. Die gut gefüllte Kirche bildete den würdigen Rahmen für ein Ensemble, das Dr. Heinrich Möller, Vorsitzender des Vereins, in seiner Begrüßung schlicht als „Formation der Elite der Kammermusik“ bezeichnete.

Mit dem Philharmonischen Streichquartett Berlin war es dem Verein erneut gelungen, internationale Spitzenklasse in das Leinebergland zu holen. Die Besetzung mit Dorian Xhoxhi und Helena Berg (Violine), Martin Stegener(Viola) sowie Christoph Heesch (Violoncello) bot Kammermusik auf höchstem Niveau. Dr. Möller betonte in seiner Ansprache, welch ein „Glücksfall“ es sei, dass das Quartett der Einladung nach Duingen gefolgt ist. Die Musiker, die allesamt den Berliner Philharmonikern angehören oder eng mit ihnen verbunden sind, nutzten die herausragende Akustik der Katharinenkirche, um die Feinheiten verschiedener Epochen auszuleuchten.

Das Programm, durch das Cellist Christoph Heesch mit fachkundigen Erläuterungen führte, war eine Reise durch die Höhepunkte der verschiedenen Quartettepochen. Den Auftakt machte Wolfgang Amadeus Mozarts „Divertimento in D-Dur“, das mit seiner Leichtigkeit perfekt das neue Jahr einläutete. Es folgte Antonín Dvořáks berühmtes „Amerikanisches Quartett“ (Streichquartett F-Dur), in dem das Ensemble die Sehnsucht und die rhythmische Vitalität des Werkes meisterhaft herausarbeitete. „Seine klassische böhmische Musik liegt uns Musikern sehr am Herzen“, betonte Heesch in seinen Erklärungen zum Konzert. Nach der Pause, in der sich die Gäste bei Getränken im Gemeindesaal austauschen konnten, widmete sich das Quartett einem monumentalen Werk der Romantik: Franz Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ (Streichquartett d-Moll). Die dramatische Intensität und die tiefen Emotionen dieses Stücks zogen das Publikum sichtlich in ihren Bann und bewiesen die außergewöhnliche Klasse der vier Solisten. „Mal so schnell gespielt, dass man es kaum mit Augen und nur mit Ohren verfolgen konnte. Mal so gefühlvoll, dass man das Träumen anfing!“, erklärte Thomas Müller das große Können der Musiker, der extra aus Hannover für das Konzert angereist war. Mit der schwungvollen Zugabe endete dann dieser besondere Abend in Duingen.

Neben dem musikalischen Genuss stand auch der wohltätige Zweck im Fokus. Dr. Möller nutzte die Gelegenheit, um zu Spenden für Kinder in Eritrea aufzurufen. Er berichtete von seinem persönlichen Kontakt zu einer Ärztin, die zweimal im Jahr im einzigen Kinderkrankenhaus des Landes arbeitet – ein Projekt, das dem Arzt sichtlich am Herzen liegt. Dass der Heimat- und Kulturverein mit seinem Konzept der hochwertigen Neujahrskonzerte „auf dem richtigen Weg“ ist, unterstrich Möller mit dem kleinen Hinweis, dass die Planungen für die 35. Jubiläumsauflage im Jahr 2027 bereits angelaufen sind. „Ein großer Dank gilt zudem den zahlreichen Helfern, ohne deren ehrenamtliches Engagement ein Event dieser Größenordnung nicht möglich wäre“, so Dr. Möller. Mit dem Ausklang der letzten Takte und dem langanhaltenden Applaus wurde auch dem letzten Konzertbesucher klar, dass Duingen ein Leuchtturm für Liebhaber klassischer Musik auf dem Land bleibt.

Foto8182: Dr. Heinrich Möller freute sich über den Zuspruch zum Neujahrskonzert

Foto8184: Die Katharinenkirche in Duingen war gut gefüllt

Foto8186: Christoph Heesch führte durch das Programm