Eine Ära geht zu Ende

Andreas Korth übergibt das Ruder bei der Feuerwehr Coppenbrügge

Coppenbrügge (gök). 33 Jahre im Kommando, 24 Jahre an der Spitze und ein Herz, das für das Ehrenamt schlägt: Die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Coppenbrügge im Jahr 2026 stand ganz im Zeichen des Abschieds von „Ortsandy“ und dem Aufbruch in eine neue Generation. Wenn im Feuerwehrhaus die Bilanz des vergangenen Jahres gezogen wird, schwingt sonst oft Routine mit. Doch dieses Mal war alles anders. Es war der Moment, in dem eine tiefe Dankbarkeit spürbar wurde für einen Mann, der das Gesicht der Coppenbrügger Brandschützer über Jahrzehnte geprägt hat. Andreas Korth trat nach 24 Dienstjahren als Ortsbrandmeister nicht zur Wiederwahl an und übergab die Führung an seinen Nachfolger Thorben Kurbgeweit.

„Andreas Korth lebte das Feuerwehrehrenamt nicht nur, er verkörperte es. Mit einer Anwesenheitsquote von weit über 90 Prozent bei allen Einsätzen war er der Fels in der Brandung“, so sein Freund, ehemaliger Stellvertreter und jetziger Gemeindebürgermeister Thomas Küllig nach der Versammlung im Gespräch. Seit dem Jahr 2017 allein nahm Korth an 425 Einsätzen teil – eine Bilanz, die verdeutlicht, dass er praktisch jede Woche, egal ob nachts oder im Urlaub, für die Sicherheit der Bürger einstand. In einer bewegenden Laudatio zeichnete sein Stellvertreter Marc-Oliver Tesch den beeindruckenden Weg nach, der 1993 als Gerätewart begann und über die Station als stellvertretender Ortsbrandmeister schließlich 2002 im Amt des Wehrführers mündete. Insgesamt blickt Korth auf stolze 33 Jahre im Ortskommando zurück. Für diese außergewöhnliche Lebensleistung wurde ihm durch Kreisbrandmeister Kay Leinemann die Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen in Bronze verliehen. Gleichzeitig feierte er sein 40jähriges Dienstjubiläum. Doch Korth hinterlässt laut Tesch mehr als nur Zahlen: „Er war ein Visionär, der die Wehr mit der Beschaffung von drei neuen Fahrzeugen modernisierte und bereits vor 25 Jahren den Grundstein für die heutige Jugendfeuerwehr legte“.

Der Jahresbericht für 2025 unterstrich die enorme Arbeitslast der 41 aktiven Kameradinnen. Insgesamt rückte die Wehr zu 66 Einsätzen aus, wobei das Spektrum von 20 Bränden bis hin zu 33 Hilfeleistungen reichte. Besonders fordernd erwiesen sich die 38 Alarmierungen während der Werktage, wo viele Kameraden auswärts arbeiten. Ob bei schweren Verkehrsunfällen oder einem komplexen Gefahrguteinsatz – die Zusammenarbeit mit den benachbarten Wehren funktionierte dabei reibungslos. Insgesamt leistete die Wehr im vergangenen Jahr beachtliche 4282 Dienststunden, die sich neben den Einsätzen auch auf zahlreiche Übungsdienste und Alarmübungen, wie etwa an der Sennhütte, verteilten.

Auch die Nachwuchsarbeit trägt Früchte. Die Jugendfeuerwehr, vertreten durch Ida Meisiek, blickte auf ein emotionales Jahr zurück. Trotz einiger Schwierigkeiten bei Wettbewerben blieb der Zusammenhalt ungebrochen, was besonders beim Pfingstzeltlager in Otterndorf und dem großen Jubiläum zum 25jährigen Bestehen der Jugendabteilung deutlich wurde. Ein besonderer Moment war die Verleihung der Jugendflamme 3 an Vincent Dolle. Die Einsatzabteilung wurde zum erheblichen Teil auch durch Mitglieder der Jugendfeuerwehr verstärkt. Neu bei den Aktiven sind Tabea Nießner, Frida-Anna Piepenschneider, Marwan Kalaf und Matthias Woltmate.

Neben den personellen Veränderungen wurden zahlreiche langjährige Weggefährten geehrt. Besonders hervorzuheben ist Heinrich Münter für seine 75jährige Treue zur Wehr sowie Wolf-Dieter Tesch für 60 Jahre und Christina Queren für 25 Jahr Mitgliedschaft. Für aktiven Dienst wurden neben Korth auch Ulf Hennemann für 40 Jahre sowie Kai-Uwe Queren und Frank Seidensticker für 25 Jahre geehrt. Auf der Seite der Beförderungen kletterten neben der Beförderung von Tabea Nießner zur Feuerwehrfrau sowie Vincent Dolle und. Marwan Khalaf zum Feuerwehrmann unter anderem Thorben Kurbgeweit und Arne Meisiek in den Rang der Hauptlöschmeister empor, während Heiko Gronauer, Hans-Jörg Mahrhold und Olaf Simon zu Ersten Hauptfeuerwehrmännern ernannt wurden.

Mit der Wahl von Thorben Kurbgeweit zum neuen Ortsbrandmeister beginnt nun ein neues Kapitel. Andreas Korth hinterlässt eine bestens gerüstete Wehr mit 324 Mitgliedern und einer starken Kameradschaft. Er selbst wird der Feuerwehr zwar ohne das offizielle Amt, aber weiterhin als erfahrener Kamerad erhalten bleiben. Wie Marc-Oliver Tesch es abschließend zusammenfasste: Die Fußstapfen sind groß, doch das Fundament, das „Andy“ über drei Jahrzehnte gebaut hat, ist stabil genug für die Zukunft.

Foto2065: Gerührt nahm Andreas Korth seine Abschiedsgeschenke entgegen

Foto2081: Thorben Kurbgeweit, Andreas Korth und Marc-Oliver Tesch

Foto2083: Die geehrten, beförderten und gewählten Mitglieder der Feuerwehr Coppenbrügge mit den Ehrengästen