Wo das Dorfleben die besten Geschichten schreibt

Ausverkauftes Haus beim 28. Heimatabend in Brünnighausen / Ein bewegender Rückblick auf 2025 und zwei Theaterstücke sorgen für Begeisterung im Dorfgemeinschaftshaus

Brünnighausen (gök). Wenn das Dorfgemeinschaftshaus (DGH) in Brünnighausen bis auf den letzten Platz besetzt ist und die Stimmung bereits vor dem ersten Vorhang brodelt, dann ist wieder Heimatabend. Zur 28. Auflage des Traditionsevents konnte Gerald Mehrtens, Chef der Laienspielgruppe, ein begeistertes Publikum begrüßen – darunter Gemeindebürgermeister Thomas Küllig, Ortsbürgermeister Gerhard Wegner und nach langer Abwesenheit auch wieder Ortsbrandmeister Wieland Klemt.

Nach den Grußworten der Bürgermeister übernahm Rüdiger Grupe das Wort. Sein Jahresrückblick auf das Jahr 2025, von Rudolf Stenzel treffend als „humorvoll gewürzter Vortrag“ bezeichnet, ließ die wichtigsten Ereignisse des Dorfgeschehens Revue passieren. Die Palette der Themen reichte von der Nachwuchsarbeit im Naturschutz durch die neue NAJU-Gruppe bis hin zu sportlichen Höhepunkten wie dem Bikertreffen im Juni und dem Dorfgemeinschaftspokal im Mühlbachstadion. Auch die Wetterkapriolen beim Königsschießen, als der Schützenzug von Starkregen unterbrochen wurde, sorgten für Gesprächsstoff. Abgerundet wurde der Rückblick durch die Feierlichkeiten zum 25jährigen Jubiläum des DGH samt Einweihung der Heimatstube sowie den lebendigen Adventskalender, bei dem Reservisten und Fußballer mit Kulinarischem und „Flüssigem“ für Gemeinschaftssinn sorgten.

Der zweite Teil des Abends gehörte der Schauspielkunst. Die Laienspielgruppe Herkensen entführte das Publikum durch Nadine Tannenberger, Lisa Roßdeutsch, Karsten Hocke, Sven Eickhoff unter der Leitung von Kerstin Hocke mit „Die Urlaubsbekanntschaft“ an den Ballermann – beziehungsweise zu dessen bitteren Nachwehen. Die Geschichte zweier Paare, deren Urlaubsfreundschaft bei Billigwein und trockenen Erdnüssen kläglich scheiterte, strapazierte die Lachmuskeln der Zuschauer. Besonders der Moment, als nach der Abreise der enttäuschten Gäste pünktlich der Pizzaservice an der Tür klingelte, sorgte für lachenden Applaus.

Den krönenden Abschluss bildete die Laienspielgruppe Brünnighausen mit dem Stück „Der Vereinsmeier“, wo Andreas Manz, Silke Quast, Bettina Gelke,, Harry Helmuth und Tanja Gelke unter der Leitung von Mehrtens zur Hochform aufliefen. Karl Emsig, grandios verkörpert als Mann mit skurrilen Ämtern wie dem „Stellvertretenden Ersatzkassierer“ oder „Notenwart“, vernachlässigt darin sträflich seine Familie. Erst eine List seiner Ehefrau rund um einen vermeintlichen Verehrer aus Australien und ein vorgetäuschter Abschiedsbrief rütteln den passionierten Vereinsmenschen wach. Nach dem Verlust all seiner Ämter – und der Drohung, im Männergesangverein sogar als Tenor beim „Nesselberger Ton“ mitsingen zu müssen – fand Karl schließlich den Weg zurück zu seiner Ehefrau und den Kindern.