Turbulente Jahreshauptversammlung in Oldendorf

Blick nach vorn trotz interner Querelen

Oldendorf (gök). Es war eine Jahreshauptversammlung, die im Feuerwehrhaus im Saaletal mit gewohnt harmonischen Klängen des Musikzuges begann, dann jedoch schnell von formalen Hürden und internen Spannungen eingeholt wurde. Oldendorfs Ortsbrandmeister Dirk Habenicht musste zu Beginn der Sitzung einen Formfehler in der Tagesordnung einräumen. Die Versammlung war offiziell nicht beschlussfähig. Die anstehenden Wahlen des Ortsbrandmeisters sowie seines Stellvertreters konnten daher nicht wie geplant durchgeführt werden. Diese werden nun am 10. März in einer nichtöffentlichen Versammlung der Aktiven nachgeholt. Laut internen Informationen zeichnet sich eine Richtungsentscheidung ab, da für das Amt des Ortsbrandmeisters zwei Kandidaten bereitstehen. Habenicht fand zudem deutliche Worte zu aktuellen „Querelen“ innerhalb der Einsatzabteilung und mahnte einen respektvollen Umgang an – bei Beleidigungen drohte er konsequent mit dem Ausschluss von der Versammlung. Bei der Versammlung am 10. März sollen neben den Aktiven dann nur Vertreter von Gemeinde- und Kreisfeuerwehrführung dabei sein.

Trotz der internen Unruhe blickt die Feuerwehr Oldendorf auf ein höchst anspruchsvolles Jahr zurück. Mit 43 Einsätzen stieg das Aufkommen im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Besonders gefordert war die spezialisierte Höhenrettungsgruppe, die viermal ausrückte, unter anderem zu Einsätzen an den Levedagsener Klippen sowie in Pegestorf und Lauenstein. Besorgnis erregte im Frühjahr eine Serie kleiner Flächenbrände, die sich vom April bis in den Juli hineinzog. Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Thomas Hölscher äußerte den Verdacht, dass hier ein Brandstifter am Werk gewesen sein könnte und zeigte sich erleichtert, dass die Serie schließlich abriss. Die Wehr zählt aktuell 57 Aktive und insgesamt 275 Mitglieder.

Während die Jugendfeuerwehr unter Marie Schmurlack (die zur Hauptfeuerwehrfrau befördert wurde) mit über 1 000 Dienststunden der 16 Jugendlichen und einem guten dritten Platz bei den Gemeindewettbewerben glänzte, befindet sich der Musikzug in einer Phase der Neuorientierung. Nach dem Rücktritt des Musikzugführers im vergangenen Jahr führen nun Stephanie Hasenwinkel und ihre Stellvertreterin Janina Strubel das Ensemble. Trotz dünner Personaldecke und nur drei Auftritten in 2025 blickt die Sparte mit neuen Ideen positiv in die Zukunft. Redebedarf sieht auch Wilhelm Brünig von der Altersabteilung, der sich mit der Feuerwehrführung noch über die zukünftige Entwicklung der Altersabteilung unterhalten will. Gute Nachrichten gab es von der Kinderfeuerwehr, wo derzeit 17 Kinder betreut werden. Dort steht vor allem Spiel und Spaß im Mittelpunkt, trotzdem wurden aber auch die Kinderflamme 1 und 2 jeweils sechsmal abgelegt.

Die geladenen Gäste griffen die angespannte Stimmung in ihren Grußworten auf. Gemeindebürgermeister Clemens Pommerening betonte, dass man nicht immer einer Meinung sein müsse, Fairness aber die Basis der Zusammenarbeit sei. Michael Lang, Vorsitzender des Feuerschutzausschusses, erinnerte die Kameraden an ihre Pflicht: „Ihr müsst euch im Einsatz aufeinander verlassen können. Diskutiert auf Augenhöhe.“

Alle Ehrungen wurden auf das bevorstehende Feuerwehrfest vom 12. bis 14. Juni 2026 verschoben, dass der Höhepunkt des Jahres werden soll. Der festliche Kommers ist für den 12. Juni um 18:30 Uhr geplant. Das kommende Jahr steht ganz im Zeichen der Gemeinschaft und großer Feierlichkeiten. Den Auftakt macht die traditionelle Walpurgisnacht am 30. April. Im Spätsommer folgt am 12. September im Ort die Grenzbeziehung, bevor die Wehr am 26. September eine Strecke beim Kreissternmarsch der Jugendfeuerwehr in der Gemeinde Salzhemmendorf betreut. Das Jahr klingt schließlich mit dem Laternenumzug am 24. Oktober und dem stimmungsvollen Adventsleuchten am Feuerwehrhaus am 12. Dezember aus.

Foto0537: Stv. Gemeindebrandmeister Thomas Hölscher, Stv. Gemeindebrandmeister Jens Roloff, Marie Schmurlack, Dirk Habenicht und sein Stellvertreter Mathias Hoke bei der Beförderung

Foto0543: Ortsbrandmeister Dirk Habenicht bat um respektvollen Umgang untereinander