Salzhemmendorf stellt Weichen für die Wärmewende
Bauausschuss berät über kommunales Wärmekonzept
Salzhemmendorf (gök). Die energetische Zukunft des Fleckens Salzhemmendorf nimmt Gestalt an. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses stand die kommunale Wärmeplanung im Mittelpunkt – ein strategischer Fahrplan, der den Weg zur Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 ebnen soll. Das Gremium unter dem Vorsitz von Karsten Appold (Grüne) diskutierte intensiv über die Umsetzung und drängte auf konkrete Zeitpläne.
Obwohl für Kommunen dieser Größe gesetzlich erst später eine Pflicht zur Wärmeplanung besteht, hat der Flecken Salzhemmendorf bereits 2024 mit der Erarbeitung begonnen. Das nun vorliegende Konzept, erstellt von der Klimaschutzgesellschaft Weserbergland unter Beteiligung der greenventory GmbH, liefert eine detaillierte Bestandsanalyse und zeigt Potenziale für erneuerbare Energien im gesamten Gemeindegebiet auf. Der Ausschussvorsitzende Karsten Appold machte im Gespräch nach der Sitzung deutlich, dass die Politik bei der Umsetzung eine aktivere Rolle der Verwaltung erwartet. „Politik hat auf jeden Fall den Wunsch, da detaillierter vorzugehen, als die Verwaltung vorgeschlagen hat“, so Appold. Man wolle über die kommenden fünf Jahre nicht „im Freien laufen“, sondern fordere ein robustes Monitoring und einen klaren Zeitstrahl für die anstehenden Schritte. Ziel sei es, die im Wärmeplan identifizierten Prioritäten (die sogenannte A-Punkte-Liste) konsequent abzuarbeiten, um beim Klimaschutz messbar voranzukommen.
Der Beschlussvorschlag sieht vor, dass die Ergebnisse des Wärmeplans als strategische Grundlage für die zukünftige Versorgung dienen. Um die Umsetzung transparent zu gestalten, soll der Fachausschuss mindestens zweimal jährlich über den aktuellen Stand beraten werden. Zudem wird der Wärmeplan alle fünf Jahre fortgeschrieben, um auf technologische oder rechtliche Änderungen reagieren zu können. Der Wärmeplan offenbart eine große Herausforderung: Aktuell werden noch 92 Prozent des Wärmebedarfs in Salzhemmendorf durch fossile Brennstoffe – vor allem Heizöl und Erdgas – gedeckt. Um die Klimaziele zu erreichen, setzt das Konzept auf drei zentrale Säulen. Erstens muss der Wärmebedarf durch energetische Sanierungen massiv gesenkt werden. Zweitens sollen bereits bestehende oder geplante Nahwärmenetze ausgebaut und neue Gebiete für eine zentrale Versorgung geprüft werden. Drittens wird in den übrigen Ortsteilen langfristig eine dezentrale Versorgung durch Wärmeerzeugungsanlagen auf der Basis von erneuerbaren Energien dominieren. Um die ambitionierten Pläne finanziell und personell abzusichern, soll die Verwaltung nun gezielt Förderprogramme prüfen. Geplant ist unter anderem die Teilnahme am „Umsetzungsnetzwerk Wärmewende“, die Erweiterung der bestehenden zentralen Wärmeversorgung im Bereich Salzhemmendorf-Schule, die Erstellung von energetischen Quartierskonzepten für die ermittelten Fokusgebiete in Lauenstein-Zentrum und Salzhemmendorf-Zentrum, die Umsetzung der Machbarkeitsstudie der zentralen Wärmeversorgung in Oldendorf, die Realisierung wirtschaftlich tragbarer Wärmenetze, die Unterstützung von Bürgern bei der energetischen Modernisierung durch Förderberatung oder die Ausweisung von Sanierungsgebieten. Bis 2040 sollen zudem etwa die bestehenden Erdgasnetze transformiert und das Stromverteilernetz ausgebaut werden.
Foto: Für den Flecken Salzhemmendorf wird an einer kommunalen Wärmeplanung gearbeitet – in Neubaugebieten wie hier in Salzhemmendorf wird bereits intensiv auf Wärmepumpen gesetzt
