Wärmeversorgung der Zukunft

Coppenbrügge stellt Weichen für die Wärmewende

Coppenbrügge (gök). Wie heizen wir in zwanzig Jahren? Diese Frage stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Verkehr, Umwelt und Klimaschutz im Flecken Coppenbrügge. Mit der Verabschiedung der Kommunalen Wärmeplanung schafft die Gemeinde eine strategische Grundlage für die kommenden Jahrzehnte – auch wenn konkrete Baggerarbeiten in den Dörfern noch in weiter Ferne liegen.

Die Ausschussvorsitzende Annette Friedrichs (Grüne) leitete die Beratung zu einem Thema ein, das für viele Bürger noch abstrakt wirkt, aber bis zur Klimaneutralität noch wichtig werden wird. Frederik Schaper vom Bauamt erläuterte die umfangreiche Beschlussvorlage. Der Flecken Coppenbrügge nimmt hierbei eine Vorreiterrolle ein: „Wir haben vor einigen Jahren noch auf freiwilliger Basis mit der Planung begonnen“, so Schaper. Inzwischen hat sich die Rechtslage geändert, durch Bundesgesetz sind Kommunen mittlerweile zu einer Kommunalen Wärmeplanung verpflichtet. Mit dem frühen Start ist Coppenbrügge der Zeit aber voraus.

Besonders wichtig war der Verwaltung die Feststellung, dass der nun vorliegende Plan nur ein strategisches Instrument ist. „Für den Bürger ergeben sich aus diesem Plan aktuell noch keine Verpflichtungen“, betonte Schaper. Es gehe zunächst um eine Bestands- und Potenzialanalyse – also die Frage: Wo wird wie viel Wärme verbraucht und welche grünen Energiequellen wie Abwärme von Firmen oder Erneuerbare Energien stehen zur Verfügung?

Im Fokus des Wärmeplans standen auch mögliche Wärmenetze für Orte wie Bessingen oder Bisperode. Doch die Verwaltung dämpfte übertriebene Erwartungen. Man sehe die Umsetzung derzeit skeptisch, da die wirtschaftliche Realisierbarkeit in ländlich geprägten Strukturen schwierig sei. „Die Chancen für eine wirtschaftliche Umsetzung halten wir aktuell für gering“, gab Schaper offen zu. Dennoch wolle man das Gespräch mit den Stadtwerken und örtlichen Firmen suchen. Grundsätzlich ausgeschlossen sei ein Wärmenetz in keinem Bereich, es bedürfe jedoch weiterer, detaillierter Prüfungen.

Ausschussmitglied Rainer Olze (SPD) lobte zwar den Weg, den man eingeschlagen habe, äußerte jedoch Bedenken hinsichtlich der Beschlussformulierung. Er hielt eine einfache „Kenntnisnahme“ für ausreichend, um bei den Bürgern keine falschen Erwartungen oder Ängste zu schüren. Dem hielt der stellvertretende Bürgermeister Tim Hoffmann entgegen, dass die Verwaltung rechtlich einen klaren Beschluss benötige, um weiterarbeiten zu können. Auch Karin Dröge (CDU) beruhigte: „Finanzielle Auswirkungen gibt es erst einmal keine.“ Die Gespräche mit Firmen und Investoren würden lediglich Personalstunden binden. Letztlich müssten Investoren wie die Stadtwerke wirtschaftliche Entscheidungen treffen. Annette Friedrichs betonte die Chancen: „Es ist eine Möglichkeit, klimafreundlicher zu werden und interessante Ideen wie die Nutzung von industrieller Abwärme zu prüfen.“

Der Ausschuss beschloss schließlich die Vorlage bei vier Ja-Stimmen und drei Enthaltungen, so dass er auf den weiteren politischen Weg gebracht wurde. Für interessierte Bürger will der Flecken Coppenbrügge in Zukunft auch Beratungsangebote auf der Gemeinde-Homepage veröffentlichen.

Foto: Wie wird künftig in Coppenbrügge geheizt? Diese Frage wird die Politik noch lange beschäftigen.