„Jimmy“ Knust wirft das Handtuch
Salzhemmendorfer Politik-Ur-Gestein tritt von Ämtern zurück
Salzhemmendorf (gök). Eine Ära ging in der letzten Sitzung des Gemeinderates Salzhemmendorf zu Ende. Friedrich-Wilhelm Knust, in der Region schlicht als „Jimmy“ bekannt, hat nach rund 40 Jahren aktiver Kommunalpolitik all seine Ämter mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Der CDU-Politiker zieht sich nicht nur aus dem Gemeinderat Salzhemmendorf und dem Ortsrat Benstorf zurück, sondern verlässt auch den Kreisrat Hameln-Pyrmont.
Die Nachricht, die Bürgermeister Clemens Pommerening in der jüngsten Gemeinderatssitzung offiziell verkündete, markiert den Schlusspunkt einer jahrzehntelangen kommunalen Polit-Karriere. Doch hinter den Kulissen rumorte es schon länger. Knust, der selbst 15 Jahre lang die CDU-Fraktion anführte, blickt mit gemischten Gefühlen zurück. Die politische Arbeit habe ihm „auf allen Ebenen immer Spaß gemacht“, betont er im Gespräch. Doch genau dieser Spaßfaktor ist ihm zuletzt gründlich vergangen. Der Grund für den harten Schnitt liegt laut Knust in einem Zerwürfnis mit dem aktuellen Gemeinde-Fraktionsvorsitzenden Michael Lang.
„Wenn du anfängst, dich nur noch zu ärgern, dann muss man einen Haken dahinter machen“, erklärt Knust nüchtern. Die Vertrauensbasis zur eigenen Fraktion sei schlicht nicht mehr vorhanden. Politisch habe man oft nicht auf einer Wellenlänge gelegen, doch zuletzt gab es auch keinen Kontakt mehr. Seit Ende 2024 erhielt Knust keine Einladungen mehr zu den Fraktionssitzungen. Ein persönliches Wort zwischen den beiden Politikern gab es seit rund zwei Jahren nicht mehr.
Fraktionschef Michael Lang bestätigt die Funkstille, sieht die Schuld jedoch nicht bei sich. Laut Lang gab es 2024 einen offiziellen Fraktionsbeschluss, generell keine persönlichen Einladungen mehr zu versenden. „Jedes Mitglied hat Zugriff auf das Ratsinformationssystem, in dem alle Termine stehen“, so Lang. Er kritisiert zudem, dass Knust die Fraktion seit Jahren nicht mehr über seine wichtige Arbeit im Kreistag informiert habe. Dass Knust sich nun aufgrund mangelnden Vertrauens zurückzieht, nimmt Lang zur Kenntnis: „Ich finde es schade, dass es so gekommen ist, und wünsche ihm für die Zukunft alles Gute.“ Den Vorwurf von Absprachen hinter verschlossenen Türen, etwa für die Aufstellungsversammlung für den Kreistag Ende Mai, weist er zurück. Es gebe laut Lang lediglich Vorschläge des Gemeindeverbandes, am Ende könne sich jedes Mitglied auf der Versammlung zur Wahl stellen. Knust selbst möchte die Angelegenheit aber nicht weiter „aufbauschen“ und sich in seiner neugewonnenen Freizeit neuen Themen außerhalb der Politik widmen.
Foto: „Jimmy“ Knust hat seine politischen Ämter niedergelegt

