Tanzwut im Industrie-Charme

Betonwerk Marienhagen festigt Ruf als Kultur-Hotspot

Marienhagen/Thüste (gök). Wo früher schwere Maschinen dröhnten, pulsieren heute die Bässe. Das Betonwerk in Marienhagen entwickelt sich immer mehr zu einer festen Größe in der regionalen Kulturszene. Auch beim zweiten Konzertabend des Jahres war die Halle sehr gut gefüllt. Ein Erfolg, der selbst die Verantwortlichen vom Verein „Betonwerk“ positiv überraschte. Das Rezept der Veranstalter scheint voll aufzugehen, denn das einzigartige Flair des Betonwerks in Kombination mit handgemachter Musik zieht die Menschen massenweise an. Vor der Bühne wurde den gesamten Abend über getanzt, gelacht und die besondere Atmosphäre genossen. Die Vereinsvorsitzende Andrea Besler zeigte sich sichtlich beeindruckt vom Zuspruch: „Dass die Halle inklusive des engagierten Helferteams im dreistelligen Bereich gefüllt sein würde, sei in dieser Form nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Es laufe derzeit einfach im Betonwerk, und das aktuelle Niveau sei genau das, was sich der Verein als „Normal-Level“ wünsche“.

Ein wichtiger Baustein für den reibungslosen Ablauf war auch die kulinarische Versorgung. Mit Henning Beinert aus Salzhemmendorf hat der Verein einen tatkräftigen Unterstützer gefunden, der die Küche eigenverantwortlich leitet und die Besucher mit frisch zubereitetem Essen verwöhnt. Diese Professionalität im Hintergrund sorgt bei der Vorsitzenden für entspannte Abende, an denen alles funktioniert. Hinter den Kulissen spiegelt sich der Erfolg zudem in beeindruckenden Zahlen wider: Der Trägerverein erlebt derzeit ein enormes Wachstum. Startete man Anfang des Jahres noch mit lediglich 15 Mitgliedern, ist die Zahl innerhalb weniger Wochen auf 50 angestiegen. „Für lediglich zwölf Euro im Jahr könnt Ihr hier die Kultur unterstützen“, motivierte Besler bei seiner Begrüßung auch dieses Mal für eine Mitgliedschaft im „Betonwerk“.

Musikalisch setzten zwei Bands Akzente, die bereits in der Vergangenheit im Betonwerk überzeugt hatten. Die Hildesheimer Rockband proXimity um die Frontfrauen Sonja und Miriam Erdtmann brachte eine mitreißende Mischung aus souligen Melodien und rockigen Riffs auf die Bühne. Die Band, die seit 2019 in ihrer aktuellen Formation besteht, bewies mit Lucas Drumond an der Gitarre, Oliver Klauenberg am Bass und Tim Kolmey an den Drums eine enorme Spielfreude. Besonders Sonja Erdtmann begeisterte das Publikum mit ihrer starken Stimme, die eine unmittelbare Verbindung zu den Zuhörern herstellte. Erst nach einer lautstark geforderten Zugabe durften die Musiker die Bühne verlassen.

Ebenso kraftvoll präsentierte sich das Powertrio Black Eyed Daisy. Mit ihrem Set-Opener „Word up“, dem Welthit von Cameo, setzten sie direkt zu Beginn ein Ausrufezeichen und interpretierten den Song in ihrem ganz eigenen Groove. Das Trio, bestehend aus René Lugonic an Gesang und Gitarre sowie Daniel Schneider an den Drums und Tim Siegfried an Bass und Gesang, lieferte eine Show voller Energie und Leidenschaft ab. Ihre Mischung aus ehrlichen Eigenkompositionen und überraschenden Neuinterpretationen bekannter Stücke aus Rock, Soul und Funk traf genau den Nerv des Publikums in Marienhagen.

Bevor sich das Betonwerk in die Sommerpause verabschiedet, steht am 31. Mai ein großes Highlight an: Die Feier zum zehnjährigen Jubiläum. Anstelle der gewohnten Hallen-Atmosphäre lädt der Verein dann zu einer Freiluftveranstaltung mit dem Starlight Swing Orchestra aus Alfeld und einem zünftigen Frühschoppen ein. Da der Aufwand unter freiem Himmel deutlich größer ist, hofft Andrea Besler auf breite Unterstützung durch die neu gewonnenen Mitglieder. Nach dem Jubiläum überlässt der Verein anderen Vereinen und Organisationen die Bühne für Sommerfeste, um dann in der dunkleren Jahreszeit wieder für kulturelle Abwechslung in Marienhagen zu sorgen.

Foto0546: Proximity sorgten mit den zwei Frauen am Gesang für tolle Töne

Foto0549: Den ganzen Abend über wurde im Betonwerk getanzt

Foto0553: Andreas Besler begrüßte die Besucher und warb wieder erfolgreich um Unterstützung

Foto0556+0565: Black Eyed Daisy waren wie Proximity erneut im Betonwerk zu Gast und rockten mit den Gästen