Frische Impulse für die Nahversorgung

Bisperode prüft „Dein Schopp“-Konzept

Bisperode (gök). Die Resonanz war eindeutig: Rund 40 Bürger füllten den Sitzungssaal, als der Ortsrat jetzt in Bisperode zusammenkam. Das Hauptthema, das die Gemüter bewegte, war die künftige Nahversorgung im Ort. Nachdem die Bäckerei Bohne zum 1. Januar von der Landbäckerei Grube übernommen wurde, ist die Versorgung mit Backwaren zwar gesichert, doch das tägliche Sortiment darüber hinaus bleibt eine Lücke, die nun nach dem Wunsch vieler Bürger geschlossen werden soll.

Im Zentrum der Debatte stand die Vorstellung des Konzepts „Dein Schopp“. Die Betreiber wurden per Video zugeschaltet und erläuterten ihr Modell, das bereits im nicht weit entfernten Wallensen im Flecken Salzhemmendorf für Aufsehen gesorgt hat. Es handelt sich um ein modulares Containersystem, das auf einer Fläche von 72 bis 108 Quadratmetern ein Vollsortiment von bis zu 2 000 Produkten bietet. Der Clou: Der Laden funktioniert weitgehend digital über eine App oder Kundenkarte, der Zugang ist rund um die Uhr möglich und bezahlt wird bargeldlos an Selbstbedienungskassen. Ortsbürgermeister Manfred Sohns (FDP) zeigte sich nach der Präsentation sichtlich angetan: „Die Vorstellung war gut und ist auf großes Interesse gestoßen. Das ist ein Weg, den wir definitiv weiterverfolgen wollen.“ Die Unabhängigkeit durch Eigenstromerzeugung mache das System zudem zukunftsfähig und nachhaltig.

Ein wichtiger Punkt für den Ortsrat ist das Miteinander im Dorf. Sohns betonte, dass ein neuer Dorfladen keine Konkurrenz zur bestehenden Bäckereifiliale Grube darstellen dürfe. Man werde genau darauf achten, dass sich die Angebote ergänzen statt zu schaden. Das Potenzial ist in jedem Fall vorhanden: Mit über 2 700 Einwohnern im Einzugsgebiet von Bisperode, Behrensen, Bessingen, Diedersen und Harderode verfügt die Region über eine beachtliche Kaufkraft, die den Standort für Betreiber äußerst attraktiv macht. Der nächste Schritt ist nun die Suche nach einem geeigneten Platz. „Der Standort muss möglichst zentral sein“, so Sohns. Drei potenzielle Flächen im Dorf habe man bereits ins Auge gefasst, die nun auf ihre Eignung geprüft werden. Unterstützt wird der Ortsbürgermeister dabei von Britta Erhardt, bei der im Dorf die Fäden für das Projekt zusammenlaufen. Sobald die Standortfrage geklärt ist, sollen die Bürger in den weiteren Prozess intensiv eingebunden werden.

Neben der Nahversorgung beschäftigte den Ortsrat auch das Erscheinungsbild des Dorfes. Ortsbürgermeister Manfred Sohns brachte einen Antrag zur Sprache, die verbliebenen zwei Altkleidercontainer am Buswendeplatz der Schule zu entfernen oder zu verlegen. Grund ist die wiederkehrende Vermüllung des Areals. „Zeitweise sah es dort wirklich schlimm aus“, berichtete Sohns. Zwar sei die Situation aktuell „manierlich“, dennoch wolle er an dem Thema dranbleiben, um eine dauerhafte Lösung für einen saubereren Schulbereich zu finden. Eine abschließende Entscheidung dazu steht allerdings noch aus.

Foto: Der Ortsrat möchte Bisperode durch einen Dorfladen wieder mehr beleben