Ein musikalischer Botschafter der Kultur
Gunnar Wiegand für Westfalen Weser-Kulturpreis nominiert
Lauenstein (gök). Wer große Kultur einzig in den Metropolen sucht, verpasst laut dem kommunalen Versorgungsunternehmen Westfalen Weser viele gute Ideen und kreative Köpfe in der Region. Aus diesem Grund initiiert das Unternehmen seit 2022 den Westfalen Weser-Kulturpreis, um Projekte, Vereine und Kulturschaffende ins Rampenlicht zu rücken, die als Aushängeschilder für eine lebendige kulturelle Vielfalt dienen. Der Rat des Fleckens Salzhemmendorf hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, Gunnar Wiegand für den Wettbewerb im Jahr 2026 zu nominieren. Salzhemmendorfs Bürgermeister Clemens Pommerening wird dabei als Fürsprecher die offizielle Patenschaft für diese Nominierung übernehmen. Der Preis würdigt herausragendes Engagement in allen Kunstsparten sowie in der Kulturvermittlung und im Kulturmanagement. Die Auswahlkriterien der unabhängigen Jury umfassen vor allem Innovation, Kreativität, Einzigartigkeit sowie eine überregionale Strahlkraft bei gleichzeitiger lokaler Verwurzelung. Neben den mit bis zu 10 000 Euro dotierten Hauptpreisen und einem Jugendkulturpreis wird das verbleibende Budget als allgemeine Kulturförderung an alle weiteren Nominierten verteilt, sodass es bei diesem Wettbewerb keine Verlierer gibt.
Mit Gunnar Wiegand schlägt die Gemeinde einen Kulturschaffenden vor, dessen Wirken seit Jahrzehnten fest mit dem Weserbergland verknüpft ist. Der 1957 in Düsseldorf geborene Musiker lebt seit 40 Jahren in der Region. Bereits 1989 startete er mit Freunden eine monatliche Session in Salzhemmendorf in der damaligen Bahnhofskneipe. Daraufhin wurde 1990 der Folkclub am Ith ins Leben gerufen. Es gab monatliche Sessions, jährlich bis zu sieben Konzerte in fast allen Ortsteilen von Salzhemmendorf und insgesamt drei mehrtägige Folkfestivals in der Sporthalle in Lauenstein. Mit dem ehemaligen Hausmeister der Schule in Salzhemmendorf Bob Ewan und Marina Breves gründete er das Folk Trio Kwärbeet sowie mit dem ehemaligen Musiklehrer von der KGS Salzhemmendorf Michael Möllers das Duo Mountain Road und die Party Band Green Pepper. Über Stationen wie die Alte Post in Esperde und das OKAL Café in Lauenstein schuf er auch beruflich als Gastronom immer wieder Orte für Konzerte, Sessions und Festivals. Heute engagiert er sich unter anderem als erster Vorsitzender des 2016 gegründeten Vereins LOKALmusik e.V., der sich die Förderung von Kunst und Kultur im ländlichen Raum zum Ziel gesetzt hat.
Nachdem sich Ende 2020 die Türen des OKAL Cafés schlossen, nahm Gunnar Wiegand auch seine eigenen musikalischen Ambitionen wieder stärker ins Visier. So spielt er heute sowohl solo als auch mit der Maritime Folk Band „What Shall We Do?“ auf verschiedenen Folk- und Shantyfestivals im In- und Ausland, gibt Konzerte, ist Geschäftsstellenleiter von PROFOLK e.V., dem Dachverband für Lied, Folk und Weltmusik in Deutschland. Trotz der Schließung fester Vereinslokalitäten während der Pandemie gelang es Wiegand und dem Verein, das kulturelle Leben an wechselnden Orten fortzuführen. Für das Jahr 2026 konnte dank verschiedener Förderungen wieder ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt werden, hinter dem aktuell gut 50 Mitglieder stehen. Wiegand’s Herz hängt auch weiterhin an der Musik und so ist er derzeit schon wieder mitten in der Vorbereitung für die nächsten Kultur-Veranstaltungen. Am Freitag, den 24. April 2026 gastiert die Global Folk Band La Kejoca um 20 Uhr in der Gaststätte Bei Felix. Ein weiterer kultureller Höhepunkt folgt am Donnerstag, den 4. Juni 2026, wenn ab 19 Uhr die lokalen Gruppen „Wolkenriss“ aus Lauenstein und „Die Liedersachsen“ aus Duingen gemeinsam auf der Bühne stehen.
Foto: Gunnar Wiegand wurde vom Gemeinderat für den Kulturpreis vorgeschlagen
