Hüttenstollen zeigt Probleme auf

Sonderausstellung Wald geht auch auf globale Probleme ein

Osterwald (gök). Der Hüttenstollen in Ostewald ist immer eine Reise wert. Das Team vom Museum um den Vereinsvorsitzenden Dieter Kreft und Dr. Olaf Grohmann versteht es immer wieder das Museum mit neuen Sonderausstellungen interessant zu halten. Ob Energieträger im Wandel der Zeit, Industrie im ersten Weltkrieg, Industrielle Tonverarbeitung, die Knappschaft Osterwald oder Kunst im Bergbau – vielen Themen hatte sich das Team schon angenommen. Mit dem Thema „Wald – Ökosystem, Wirtschaftsraum, Freizeitfaktor“ nahm sich der Verein zur Förderung des Bergmannswesens in Osterwald bei der achten Sonderausstellung jetzt vieler Aspekte an.

Dieter Kreth bat pünktlich um 11 Uhr über 30 Besucher bei der Ausstellungseröffnung zum „Schichtbeginn“ und war überrascht, dass so viele Besucher den Weg zur Eröffnung der Sonderausstellung gefunden hatten. „Wir sitzen jetzt so eng, da kann wenigstens keiner umfallen“, so Kreth erfreut. Während Kreth den Osterwald in einer Kurzvorstellung den Besuchern näherbrachte, nahm sich Wieland Kramer als Historiker der Geschichte des Osterwaldes an, wo er selber aufgewachsen ist..

Kramer verstand es dabei, Licht ins Dunkel bei einigen Geheimnissen des Osterwaldes zu bringen. Besonders nahm er sich der Namen von Orten am und im Osterwald an. Luxhol oder Kattlöcher sind etwa höchstwahrscheinlich auf Luchs-Höhlen oder Katzenlöcher zurückzuführen. Während an der Wolfsbuche bei der Sennhütte 1707 der letzte Wolf getötet wurde, kommt der Bärenstein wohl von dem großen Aufkommen von Wildbeeren, die dort gesammelt wurden. Die meisten Flur- oder Geländenamen haben ihren Ursprung sicherlich aus der bäuerlichen Gemeinschaft in der Region, da die Landwirtschaft vor dem Bergbau die Region zweifelsohne bestimmte. Flurnamen zeugen noch heute von alten Ortschaften, die sich am südlichen Ende des Osterwaldes befanden. Orte wie Vardebeck, Bernrode, Godessen, Lekke, Schatebeke oder Bahlmissen sind längst in Vergessenheit geraten. Die Menschen haben sich vor vielen hundert Jahren irgendwann in umliegende Orte wie Osterwald, Oldendorf, Hemmendorf, Mehle oder Marienau zurückgezogen. „Die Landschaft um den Osterwald hat sich immer wieder stark verändert. Solch extreme Veränderungen wie am Osterwald gab es sonst sehr selten“, so Kramer. Ungewöhnlich ist auch der Name Osterwald, der anders als die Höhenzüge in der Region wie Harz, Solling, Vogler, Hils, Külf oder Ith den Namen Wald beinhaltet. Für den Namen Osterwald hatte Kramer gleich mehrere verschiedene Erklärungen. Der geläufigsten Erklärung der Benennung nach der Sonnengöttin Ostara konnte Kramer nicht so recht folgen, da generell Norddeutschland nicht als die sonnigste Region gilt. Bei den anderen beiden Erklärungen gab Kramer aber auch zu, dass diese auch sehr spekulativ seien. Die Verbindung von Ostern mit Gewässern und einem so „wasserreichen“ Wald oder der „östlich“ von wem auch immer liegende Wald können schließlich nicht mehr konkret mit Quellen belegt werden. Der Name Osterwald tauchte erstmals um 1400 auf und verfestigte sich daraufhin in den folgenden Jahrhunderten.

Nach dem lokalen Bezug brachte Dr. Olaf Grohmann die Besucher zum Nachdenken. Aus seiner Sicht zeigt das Thema Wald auch den Raubbau der Menschheit an natürlichen Ressourcen. Der ungezügelte Verbrauch hat den Menschen in Zeiten der Globalisierung viele Zivilisationskrankheiten gebracht. „Wir sägen beständig an dem Ast, auf dem wir sitzen. Wäre es nicht an der Zeit, das System zu ändern? Ist Wachstum immer gut“, fragte Grohmann in die Runde.

Die von der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderte Sonderausstellung ist noch bis zum 29. Oktober zu den normalen Öffnungszeiten oder nach Vereinbarung zu besichtigen. Die Organisatoren haben dabei darauf geachtet, dass besonders Kinder während der Ausstellung auch aktiv tätig werden können.

 

Foto+1: Dieter Kreft und Wieland Kramer bei ihren Ausführungen

Foto4: Auf der Karte hat Wieland Kramer die alten Ortsnamen festen Orten zugeordnet

Foto5+6+7+8: Junge Pflanzen zeigen die Vielfältigkeit des Waldes

Foto10: Kinder können in der Ausstellung auch aktiv werden

Foto11+12: Heimische Hölzer werden auch erklärt