Berührungsängste über Bord geworfen

Feuerwehr Leinebergland zieht Bilanz

Lübbrechtsen (gök). Das Dorfgemeinschaftshaus in Lübbrechtsen war fast bis auf den letzten Platz besetzt. Zur Weihnachtssitzung hatte Samtgemeindebrandmeister Frank Kirchner nicht nur das Samtgemeindekommando eingeladen, sondern auch noch Vertreter von Polizei, THW, Rat und Verwaltung. Doch bevor die Gäste auch zu Wort kamen, zog Kirchner für die Samtgemeindefeuerwehr Leinebergland zunächst mal eine Bilanz für das zurückliegende Jahr.

Zahl der Einsätze gestiegen

Obwohl das Jahr noch nicht ganz zu Ende ist, hat sich die Anzahl der Einsätze insgesamt leicht erhöht. Waren es 2018 noch 212 Einsätze, kletterte die Zahl für 2019 mit Stand 12. Dezember schon auf 221. Die Mehrzahl machten dabei Hilfeleistungen aus, wobei die Zahl der Brandeinsätze leicht rückläufig war. 84 Brandeinsätzen in 2018 stehen bisher 74 für das bisherige Jahr gegenüber. Bei den Brandeinsätzen waren aber auch zwölf ausgelöste Brandmeldeanlagen sowie 15 Brandsicherheitswachen und ein Fehlalarm enthalten. Ganz besonders in Atem hielt die Feuerwehr dabei die Brandserie in Eime im ersten Halbjahr, wo ein oder mehrere Brandstifter sehr aktiv waren. Besonders gefordert war die Feuerwehr aber auch schon in der Silvesternacht, wo man alleine vier Mal in der Samtgemeinde und auch zur Unterstützung mit der Drehleiter in den Nachbarkreis ausrücken musste. „Mehrfach brannten aber auch Hecken, Gestrüpp und Müll, was oft durch Abbrennen von Unkraut ausgelöst wurde“, so Kirchner im Vortrag. Ein besonderer Einsatzpunkt war auch wieder die Bundesstraße 3 zwischen Banteln und Dehnsen, wo es gleich zu sechs schweren Verkehrsunfällen mit zum Teil 24 schwer verletzten Personen kam.

Unwettereinsatz hält Feuerwehr in Atem

Für einen Großeinsatz sorgte das Unwetter in der Nacht vom 14. auf den 15. Juni, wo Starkregen und Hagel auf die Samtgemeinde einprasselten. Stundenlang mussten danach Schäden beseitigt und die Menschen in der Samtgemeinde unterstützt werden. Nahezu alle 17 Ortsfeuerwehren mussten zu diesen Unwettereinsätzen ausrücken, wobei Hoyershausen, Brüggen, Rheden, Wallenstedt, Gronau und das Despetal am schlimmsten betroffen waren. Allein 35 Einsätze wurde dabei in der Samtgemeinde professionell abgearbeitet, wobei nur in Hoyershausen 85 Feuerwehrkameraden eingesetzt waren. Selbst das NDR-Fernsehen berichtete hier live aus dem Külftal. Ein Herz für Tiere zeigte die Feuerwehr bei den Hilfeleistungen. 15 Mal mussten die Feuerwehrmitglieder zu Tierrettungseinsätzen ausrücken, wobei neben Hunden und Katzen auch Kälber, Schafe, Falken und sogar Störche und eine Schnappschildkröte gerettet werden konnten.

Ein völlig neues Einsatzgebiet klappte die Feuerwehr Duingen auf. Die erstmalig in der Samtgemeinde eingerichtete First Responder-Gruppe ist seit dem Sommer aktiv und auch schon einige Male parallel zum Rettungsdienst ausgerückt, um als Ersthelfer die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Zufrieden zeigte sich Kirchner auch mit der Ausbildung, wo zahlreiche Kameraden Lehrgänge auf Kreisebene oder in Celle besuchten. Neu aufgenommen bei den Aktiven wurden 34 Kameraden, die die Truppmannausbildung 1 erfolgreich hinter sich brachten. Erfolgreich verlief auch die Großschadenübung am 11. Mai, wo zwischen Hoyershausen und Rott ein Rettungseinsatz nach einem großen Verkehrsunfall mit einem Bus simuliert wurde. Hier war auch die Führungskomponente der Berufsfeuerwehr Hildesheim mit vier Fahrzeugen im Ort. In der Übungslage versorgten 141 Helfer mit 37 Fahrzeugen 54 verletzte Personen, wovon gleich 27 eingeklemmt waren. Nicht lustig fand Kirchner einen Einsatz an der Leine, wovon er am Schluss seines Vortrages berichtete. Dabei wurde ein verschnürter Müllbeutel geborgen, welcher Puppenteile beinhaltete.

Lobende Worte fand nach dem Vortrag auch die Polizeihauptkommissarin Dagmar Leopold für die gute Zusammenarbeit. Um künftig gerade zivile Polizeibeamte im Einsatz noch besser zu erkennen, sind extra Polizeiwesten angeschafft worden. Auch wenn es vergangenes Jahr kaum Berührungspunkte mit dem THW gab, wurde hier der Kontakt durch Kirchner weiter vertieft und die gute Beziehung ausgebaut. Das gefiel besonders dem ebenfalls anwesenden Landtagsabgeordneten und Eimer Bürgermeister Volker Senftleben (SPD). „Berührungsängste sind hier insgesamt über Bord geworfen worden und die Kompetenzen der beteiligten Institutionen werden geschätzt“, freute sich Senftleben über die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Frank Kirchner nutzte zusammen mit Samtgemeindebürgermeister Rainer Mertens noch die Gelegenheit und ernannte einige Feuerwehrkameraden in ihren neuen Funktionen oder verabschiedete diese aus denen.

Ernennungen:

Oliver Serdjukov (stv. Ortsbrandmeister Banteln), Andre Schwarze (stv. Samtgemeindebrandmeister), Sascha Röckel (stv. Ortsbrandmeister Weenzen), Benjamin Leske (stv. Ortsbrandmeister Gronau), Hendrik Schwetje (komm. Ortsbrandmeister Wallenstedt), Jürgen Wetzel (stv. Ortsbrandmeister Wallenstedt),

Verabschiedungen:

Andreas Brunotte (ehe. Ortsbrandmeister Wallenstedt), Karl-Heinrich Klüber (ehe. stv. Ortsbrandmeister Wallenstedt)

Foto3293: Die ernannten Feuerwehrkameraden in der Weihnachtssitzung; Frank Kirchner, Oliver Serdjukov (stv. OBM Banteln), Andre Schwarze (stv. GBM), Sascha Röckel (stv. OBM Weenzen), Andreas Brunotte (ehe. OBM Wallenstedt), Benjamin Leske (stv. OBM Gronau), Karl-Heinrich Klüber (ehe. Stv. OBM Wallenstedt), Hendrik Schwetje (komm. OBM Wallenstedt), Jürgen Wetzel (stv. OBM Wallenstedt), Rainer Mertens

  

Foto3292: Frank Kirchner zog schon eine Jahresbilanz

Foto3290: Die Weihnachtssitzung des Samtgemeindekommandos war sehr gut besucht