Seltene Schweine suchen neues Zuhause

Verkaufsverhandlungen in Capellenhagen gescheitert

Capellenhagen (gök). Eigentlich schien eine Rettung für die Nutztierarche Swiensgaarn in Capellenhagen in greifbare Nähe gerückt. Die Verkaufsverhandlungen für einen ins Auge gefassten Nachbarhof in Capellenhagen sind aber gescheitert, wie Heike Haubrok und Heinrich Thielke jetzt im Gespräch erklärten.

Zum 30. September 2024 müssen die vom Aussterben bedrohten Sattelschweine den Bauernhof in Capellenhagen verlassen, der Eigentümer hatte Haubrok und Thielke gekündigt – diese Zeitung berichtete -. Eigentlich wurde die Miete des Hauses für das Paar schon früher gekündigt, doch der Eigentümer gewährte schließlich noch Aufschub, bis auch die Tiere den Hof nächstes Jahr verlassen müssen. Die gescheiterten Verkaufsverhandlungen sorgen sorgen nun wieder für große Sorge im Förderverein und bei den Betreibern, die sich um die Zukunft ihrer Tiere sorgen.

„Wir suchen jetzt eine Alternative zwischen Elze und Freden, damit wir zumindest in der LEADER-Region bleiben“, erklärt Haubrok. Für einen Umbau des ursprünglich geplanten Nachbarhofes in Capellenhagen wurde bereits ein LEADER-Projekt gebilligt, worüber der Verein sehr froh war. Allerdings wurde auf Nachfrage mitgeteilt, dass das LEADER-Projekt innerhalb der Region nicht ortsgebunden ist und so auch in einem anderen Hof umgesetzt werden könnte. „Das ist wirklich toll und würde uns sehr helfen, wenn wir denn jetzt auch einen anderen Hof finden“, erklärt Haubrok.

Mit wahnsinnigem Engagement von dem Verein wurden bisher per Crowdfunding bereits knapp 30 000 Euro gesammelt. Die Spendenaktion wird weiterlaufen, da ja auch ein neues Gebäude Geld kostet und die Zeit langsam davonläuft.

Zwar sind theoretisch noch knapp 13 Monate Zeit, ehe das Paar mit den Schweinen den Hof verlassen muss. Doch mit Blick auf die Zukunft der Schweine müssen die Betreiber dann rechtzeitig wissen, wie es weitergeht. Auf der Homepage www.nutztierarche-swiensgaarn.de ist zwar noch von dem beabsichtigten Kauf in Capellenhagen die Rede, doch die Seite wird in den nächsten Tagen auf die neuen Entwicklungen angepasst.

„Wichtig sind bei der Suche Stallungen für die Tiere und eine kleine Auslauffläche, wobei da ein Hektar schon genügen würde. Mein Mann und ich würden zu Not auch in einem Tiny-House wohnen, wenn es nur die Schweine guthaben“, versichert Haubrok. Das Paradoxe ist für das Paar, dass sie anders als andere Betriebe zwar geeignete Nachfolger haben, aber dafür bisher noch keinen geeigneten Hof. „Wir werden aber nicht aufgeben und bis zuletzt kämpfen“, so Haubrok, die immer noch an das Grundkonzept der regionalen Vermarktung glaubt. Aus ihrer Sicht muss man das Schwein generell nicht nur als Schnitzel, sondern als Lebewesen sehen. Die derzeitigen Entwicklungen nimmt das Paar auch psychisch sehr mit, da die Gedanken immer nur wieder um die Zukunft ihrer Schweine kreisen. Abgelenkt werden sie derzeit nur von Ferkel Mo, welches mit der Flasche im Haus großgezogen wird.

 

Foto 6191: Mo wird derzeit im Haus großgezogen, da es von der Mutter nicht angenommen wurde

Foto 6192: Für die Schweine im Stall hoffen Haubrok und Thielke noch auf ein glückliches Ende ihrer Bemühungen, einen geeigneten Hof zu finden