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Ganztagesbetreuung auch in Schule im Saaletal in Oldendorf geplant

Oldendorf (gök). Ab dem 1. August 2026 haben alle Erstklässler in Niedersachsen Anspruch auf täglich acht Stunden Unterricht und Betreuung in der Schule. Bis zum Schuljahr 2029 wird die Betreuung dann auf alle vier Klassenstufen der Grundschule ausgebaut und damit eine Betreuungslücke geschlossen. Der Flecken Salzhemmendorf ist jetzt schon in der Kinderbetreuung gut aufgestellt, gab es doch 2021 an der Grundschule Salzhemmendorf umfangreiche Umbauarbeiten bei der Ganztagesbetreuung. Daher liegt jetzt die Priorität für einen weiteren Ausbau auf der Schule in Oldendorf. Nach Abstimmung mit Schule und Architekt gibt es bereits einen Vorentwurf, was auch einen Aufzug für den barrierefreien Zugang und eine barrierefreie Sanitäranlage beinhaltet. Mit einem Anbau an die im Kellergeschoss befindliche Mensa soll dafür zusätzlich Platz geschaffen werden, so dass bei Bedarf bis zu 90 Sitzplätze zur Verfügung stehen. Der Flecken Salzhemmendorf kann dafür einen Zuschuss aus dem Investitionsprogramm Ganztagesausbau von rund 360 000 Euro durch das Land Niedersachsen erhalten, wobei die Eigenbeteiligung mindestens 63.720,58 Euro beträgt. 

Gemeindebürgermeister Clemens Pommerening stellte in der Sitzung des Bildungsausschusses klar, dass die Finanzierung des Aufzuges schon im jetzigen Haushalt finanziert ist und ein zweiter Aufzug später noch vorgesehen ist. „Die barrierefreie Toilette ist schon geplant und mit der Finanzierung im nächsten Haushalt vorgesehen“, so Pommerening. Pommerening ist zuversichtlich, dass von den Zuschüssen und dem Eigenanteil die Erweiterung des Mensabereiches bezahlt werden kann. Damit sollte nach Meinung des Bürgermeisters zunächst einmal an der Schule alles abgearbeitet sein. „Vielleicht kann man später noch die Fassade angehen“, wagte Pommerening einen Blick in die Zukunft. 

Die Ausschussmitglieder waren grundsätzlich für den Ausbau des Ganztagesbereiches, doch die Vorlage der Verwaltung war den Mitgliedern noch zu dünn. „Wir brauchen die Betreuung, aber ich habe noch Bauchschmerzen bei dem Beschlussvorschlag“, bekannte auch Petra Haehnel (SPD). Friedrich-Wilhelm Knust (CDU) und Karsten Appold (Grüne) plädierten für eine genauere Kostenaufstellung zur nächsten Sitzung, so dass sicherer darüber abgestimmt werden kann. Knust bemängelte nur, dass die Vorgaben von Bund und Land kommen, aber die Kommunen bei der Finanzierung im Stich gelassen werden. Daher plädierten er und auch Pommerening dafür, weiterhin alle Bundes- und Landespolitiker nach Möglichkeit auf dieses Problem aufmerksam zu machen. „Die Musik wird oben bestellt, soll aber unten bezahlt werden“, ärgert sich Knust. Der Vorschlag wurde schließlich als behandelt erklärt und soll in der nächsten Sitzung des Bildungsausschusses mit noch mehr Zahlen wieder beraten werden.

Im Mai wurde bereits mit den Hauptverwaltungsbeamten im Kreis die Kooperationsvereinbarung zur Finanzierung der Kindertagesbetreuung beraten, die dann zum 1. Januar 2026 in Kraft treten soll. Dabei wurde auch die Änderung einiger Eckpunkte festgelegt. Zukünftig sollen etwa die nicht durch Landeszuschüsse gedeckten Personalkosten zwischen dem Landkreis und der jeweiligen Kommune hälftig getragen werden. Dadurch ergeben sich automatische Anpassungen bei Veränderung der Personalkosten oder Zuschüsse des Landes. Der Landkreis beteiligt sich dann auch nicht mehr an Investitionskosten und sächlichen Betriebskosten für die Kindertagesbetreuung. Zur gemeinsamen Aufgabenwahrnehmung der Kindertagesbetreuung soll zudem für alle Kommunen eine gemeinsame Einrichtung geprüft werden. Der Flecken Salzhemmendorf hat aus der bisherigen Vereinbarung für 2024 einen Betrag von etwa 530 000 Euro zu erwarten. Nach der neuen Regelung würden durch den Landkreis rund 675 000 Euro haushaltswirksam erstattet werden. Um alle Fristen zu halten, muss der Gemeinderat spätestens am 5. Dezember bei der geplanten Sitzung erfolgen. 

Ähnlich wie bei der Ganztagesbetreuung in den Schulen bemängelte Knust auch hier den Umstand, dass von der Landes- und Bundespolitik nicht genügend Gelder dafür bereitgestellt werden. Appold lobte die bereits bestehende sehr gute Kita-Landschaft im Flecken. Aus seiner Sicht gibt es zu dem Vertrag auch keine Alternative, wofür man allerdings dem Bürger im Flecken auch etwas bieten kann. Die Kooperationsverhandlung direkt konnte aber noch nicht beraten werden, da diese noch ausformuliert werden muss und in der Verwaltung noch nicht vorlegt. Trotzdem nahm der Ausschuss die Vorlage zur Kenntnis, so dass der Vertrag dann auch demnächst im Rat beschlossen werden kann. 

Foto: Auch in der Grundschule Oldendorf soll eine Ganztagesbetreuung ausgebaut werden

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