Hakenrode ist abgeschnitten

Gelbe Säcke noch gar nicht abgeholt in diesem Jahr

Hakenrode/Wallensen (gök). Hakenrode ist als kleine Siedlung selbst in der Gemeinde nicht allen Einwohnern bekannt. In dem drei Höfe umfassenden Gebiet oberhalb von Wallensen am Ith wohnen gerade mal vier Personen, die normalerweise die Ruhe am Waldrand sehr genießen. Derzeit stört es sie aber in Teilen, wenn sie etwas neidisch die Straße herunter nach Wallensen blicken. Denn die Entsorgungs-LKW’s von ALBA wurden in Hakenrode noch gar nicht gesehen und folglich stapeln sich am Straßenrand aufgrund der langen Abholpause die gelben Säcke, auch wenn es nur vier Einwohner sind. In Wallensen wurden die Säcke dagegen zumindest verspätet mittlerweile abgeholt.

Seit Jahresbeginn hat die Firma ALBA aus Sachsen-Anhalt die Entsorgung der gelben Säcke im dualen System übernommen, doch die Abholung hat in vielen Orten im Landkreis Hameln-Pyrmont laut ALBA nicht richtig funktioniert. „In der Tat hat es bei der Übernahme des Landkreises Hameln-Pyrmont in einigen Straßenzügen mehr geruckelt als wir erwartet haben. Normalerweise werden bei der Übernahme neuer Gebiete die Touren neu erarbeitet und geplant. Etwaige Lücken fallen dann im Rahmen eines Validierungsprozesses auf und werden damit geschlossen. Aufgrund von Krankheitsfällen hat dieser praxiserprobte Prozess im vorliegenden Fall leider nicht vollständig gegriffen“, erklärte der Leiter Unternehmenskommunikation von ALBA Dr. Jens Thieme auf Nachfrage dieser Zeitung zu dem konkreten Fall. Thieme entgegnete auf den konkreten Fall in Hakenrode auch, dass dort nach seiner Kenntnis mittlerweile die gelben Säcke abgefahren wurden. Mit Stand Freitagnachmittag war das allerdings noch nicht geschehen, worauf ihn diese Zeitung noch einmal aufmerksam machte. „Wir sind optimistisch, dass wir in kurzer Zeit für den kompletten Landkreis einen eingeschwungenen Zustand erreichen werden“, erklärte Dr. Thieme aber weiter.

Christiane Stichweh in Hakenrode verzweifelt wie die anderen Anwohner aber mittlerweile fast. Die auch im Ortsrat lange Zeit engagierte Einwohnerin hat bereits fünfundzwanzigmal bei der Firma angerufen. „Dabei wurde ich auch immer nett behandelt und mir wurde gesagt, dass man sich um das Problem kümmert. Allein passiert ist dann immer nichts“, ärgert sich Stichweh. Wirkungslos blieb bisher auch ein Brief an den Landrat oder die Kontaktaufnahme zu Gemeinde- oder Ortsbürgermeister. Auf Gemeindeebene wurde ihr erklärt, dass man dort für das Problem nicht zuständig wäre und nichts ausrichten könne. Stichweh sieht mittlerweile aber auch das Problem von Ungeziefer auftauchen. Eine erste Ratte wurde bereits durch ihren Mann an den mittlerweile zahlreichen gelben Säcken gefangen, weitere sind dort wahrscheinlich. Auch Waschbären gucken regelmäßig in den Säcken, weshalb dann auch wieder Müll eingesammelt werden muss. „Man kann doch nicht erwarten, dass wir jeden Abend die Säcke wieder reinholen und jeden Morgen in der Hoffnung, dass er abgeholt wird, wieder rauslegen“, erklärt Stichweh weiter. Sie hat sogar schon mit dem Gedanken gespielt, die Säcke nach Salzhemmendorf zu bringen und vor das Rathaus zu legen. Zuständigkeitshalber würde sie dann aber nach ihrer Einschätzung mit einer Anzeige rechnen müssen. „Ich kann mittlerweile verstehen, dass immer mehr Menschen in Deutschland gefrustet sind, weil in vielen Bereichen banale Dinge nicht mehr funktionieren“, sitzt auch bei Stichweh der Frust tief.

Foto: Täglich warten die gelben Säcke in Hakenrode auf die Abholung, bisher vergebens