Immense Fördermöglichkeiten für Gemeinde und Bürger

Dorfentwicklungsplan für WOLT in Thüste vorgestellt

Thüste (gök). In einer gemeinsamen Sitzung des Ortsräte Wallensen und Salzhemmendorf sowie des Kultur- und Dorfentwicklungsausschusses wurde der neue Dorfentwicklungsplan für die Dorfregion WOLT – bestehend aus Wallensen, Ockensen, Levedagsen und Thüste – vorgestellt. Bei der Sitzung im Feuerwehrhaus in Thüste präsentierte Holger Broja vom Planungsbüro Warnecke aus Braunschweig den 324 Seiten starken Plan.

Der Plan, der sich an den Vorgaben des Landes orientieren musste, umfasst eine detaillierte Bestandsanalyse der vier Ortschaften, eine Beschreibung von Stärken und Schwächen sowie Handlungsfelder und Ziele. Diese wurden gemeinsam mit Arbeitskreisen erarbeitet und umfassen unter anderem Themen wie Demografie, Daseinsvorsorge, Mobilität, Dorfökologie und Klimaschutz. Zudem enthält der Plan eine Prioritätenliste öffentlicher Projekte mit ersten Kostenschätzungen.

Ab Ende März/Anfang April wird der Plan für vier Wochen öffentlich ausgelegt – sowohl im Rathaus als auch auf der Homepage des Flecken Salzhemmendorf. Danach werden die eingegangenen Stellungnahmen abgewogen, bevor Mitte Mai der Ratsbeschluss erfolgen soll. Anschließend wird der Dorfentwicklungsplan Ende Mai offiziell eingereicht und wahrscheinlich im Juli eine Bürgerversammlung durchgeführt. Nach der Planungsphase beginnt dann die Umsetzung und erste Förderanträge für Vorhaben im Rahmen der Dorfentwicklung können gestellt werden. Interessierte Bürger können ihr Beratungsinteresse dann über die Homepage des Fleckens äußern. Die Beratung ist kostenlos und soll auch an Wochenenden möglich gemacht werden.

Fördermöglichkeiten für öffentliche und private Projekte

Der Plan sieht nach jetzigem Stand ein Investitionsvolumen von 21,5 Millionen Euro für private Vorhaben und 16,175 Millionen Euro für öffentliche Projekte vor. Private können mit einer Förderung von bis zu 40 Prozent für Maßnahmen wie Dachsanierungen, neue Fenster oder Fassaden rechnen. Kommunale Vorhaben sowie Projekte von gemeinnützigen Vereinen und Kirchen werden mit bis zu 65 Prozent gefördert. In den meisten Fällen kann eine zusätzliche Förderung von zehn Prozent über die LEADER-Region Östliches Weserbergland erfolgen, wodurch die Maximalförderung bei öffentlichen Projekten 75 Prozent beträgt. In Niedersachsen haben bisher rund 800 Dörfer in fast 200 Dorfregionen an Dorfentwicklungsprogrammen teilgenommen. Die Förderung erstreckt sich in der Regel über sechs bis sieben Jahre – im Fall von WOLT wahrscheinlich von 2026 bis 2031. Zuständig für die Fördermaßnahmen ist das Amt für regionale Entwicklung Leine-Weser in Hildesheim.

In der Sitzung wurde zudem über die finanzielle Planung diskutiert. Die ersten Planungskosten sind bereits im Haushalt enthalten, doch es gab erste Überlegungen, in welchem Umfang weitere Mittel für die Umsetzung eingeplant werden sollten. Eine erste Entscheidung hierzu wird wohl im Sommer fallen. Karsten Appold (Grüne) betonte die Chancen, die sich durch die Dorfentwicklung ergeben: „Die Sanierung von Straßen ist für den Flecken Salzhemmendorf eine große Möglichkeit. Durch die Dorfentwicklung können wir 75 Prozent der Kosten fördern lassen – ansonsten müsste die Kommune die Sanierungen vollständig selbst finanzieren.“ Dabei wurde auch darauf hingewiesen, dass Straßen, Wege und Plätze Pflichtaufgaben der Kommune sind, während freiwillige Vorhaben strengen Vorgaben der Kommunalaufsicht unterliegen.

Holger Broja vom Planungsbüro Warnecke hob zudem hervor, dass das Programm besonders für junge Familien attraktiv sein könnte: „Wer mit Blick auf Fördermöglichkeiten eine Immobilie kaufen möchte, könnte hier interessante Chancen sehen.“ Die Sitzung war mit knapp 30 Teilnehmern, darunter auch interessierte Zuhörer nicht so gut besucht, wie sich das die meisten Ratsmitglieder gewünscht hätten. Der Entwurf des Dorfentwicklungsplans wurde von den Ortsräten und dem Fachausschuss zur Kenntnis genommen. Ob und in welchem Umfang die geplanten Maßnahmen umgesetzt werden, hängt nun von der Priorisierung der Projekte und der Förderbewilligung ab.

Foto8985: Knapp 30 Ratsmitglieder und Besucher waren zur Vorstellung des Dorfentwicklungsplans erschienen

Foto8996: Der Mühlenwall mit dem angrenzenden Ratskeller-Gelände könnte von der Dorfentwicklung profitieren