„Kommt! Bringt eure Last“

Wallensen feiert den Weltgebetstag im Zeichen Nigerias

Wallensen (gök). Es ist ein fester Termin im Kalender, der weit über die Dorfgrenzen hinaus verbindet. Am Freitag, den 6. März 2026 lädt die ökumenische Frauengemeinschaft in Wallensen wieder zum Weltgebetstag ein. In diesem Jahr steht das bevölkerungsreichste Land Afrikas, Nigeria, im Mittelpunkt der weltweiten Gebetskette. Der Gottesdienst beginnt um 17 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Wallensen. Frauen aller Konfessionen haben die Feier gemeinsam vorbereitet und laden ausdrücklich nicht nur Frauen, sondern auch Männer und Kinder ein, Teil dieser besonderen Gemeinschaft zu werden.

Was 1887 durch die Initiative von Mary Ellen Fairchild James in den USA als Gebetstag für die Inlandsmission begann, hat sich längst zur lebendigsten ökumenischen Basisbewegung der Welt entwickelt. In Wallensen wird dieses Miteinander seit Jahrzehnten ganz selbstverständlich gelebt. In vielen Gemeinden Deutschlands ist die Weltgebetstagsarbeit heute die einzige ökumenische Initiative, die über so lange Zeit Bestand hat und wichtige Impulse für ein friedliches Zusammenleben der Konfessionen in Kirche und Gesellschaft gibt.

Unter dem Motto „Kommt! Bringt eure Last.“ rückt die diesjährige Liturgie die Situation der Frauen in Nigeria in den Fokus. Die Berichte aus dem westafrikanischen Land sind berührend und erschütternd zugleich: Christliche Nigerianerinnen berichten von einem Alltag, der durch patriarchale Strukturen, extreme Armut und geschlechterspezifische Gewalt geprägt ist. Besonders im Nordosten leidet die Bevölkerung unter dem Terror von Gruppen wie Boko Haram. Da Frauen oft nur begrenzten Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung haben, tragen sie nicht nur wirtschaftliche, sondern oft auch schwere körperliche Lasten, während die durchschnittliche Lebenserwartung bei nur etwa 55 Jahren liegt. Eine hohe Krankheitslast durch HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria belastet die Familien zusätzlich und führt zu signifikanten Sterblichkeitsraten bei Kindern.

Trotz dieser enormen Herausforderungen zeigen die nigerianischen Frauen eine beeindruckende Resilienz. Ihr Glaube und der Zusammenhalt in der Gemeinschaft schenken ihnen die Kraft, sich für Veränderungen einzusetzen – etwa durch Projekte wie die Arbeit von Dr. Rebecca Dali, die gezielt Witwen unterstützt. Diese Stärke soll auch im Gottesdienst in Wallensen spürbar werden. Im Anschluss an die Gebete sind alle Besucher zu einem gemütlichen Beisammensein eingeladen. Dabei besteht die Gelegenheit, Nigeria auch kulinarisch kennenzulernen, denn das Vorbereitungsteam serviert verschiedene leckere Spezialitäten aus Nigeria, um den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen.

Foto: Schon seit vielen Jahren wird in Wallensen der Weltgebetstag gefeiert