Zwischen Tempo 30 und Müll-Ärger

Ortsrat Brünnighausen sucht Lösungen

Brünnighausen (gök). Die Verkehrsberuhigung und die Sauberkeit im Ort standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Ortsrates Brünnighausen. Bürgermeister Thomas Küllig nutzte die Zusammenkunft im Beisein zahlreicher Bürger, um über den aktuellen Sachstand bei der geplanten Tempo-30-Zone sowie über die zunehmende Vermüllung an Wertstoffcontainern aufzuklären.

Das Dauerthema Tempo 30 sorgt in Brünnighausen weiterhin für Diskussionsstoff. Dabei muss rechtlich strikt zwischen den Zuständigkeiten unterschieden werden. Die Ortsdurchfahrt beginnt als Kreisstraße, für die der Landkreis Hameln-Pyrmont verantwortlich zeichnet. Von dort kam bereits das deutliche Signal, dass einer Geschwindigkeitsreduzierung auf diesem Abschnitt nicht zugestimmt wird.

Anders sieht es im weiteren Verlauf aus, sobald die Strecke in eine Gemeindestraße übergeht. Bürgermeister Küllig signalisierte hier seine grundsätzliche Offenheit für jede Form der Temporeduzierung im restlichen Ortsgebiet. Er gab den Anwesenden jedoch zu bedenken, dass es in Brünnighausen faktisch keinen Durchgangsverkehr gebe. Eine neue Regelung würde somit in erster Linie die eigenen Anwohner treffen, die dann angehalten seien, sich konsequent an das reduzierte Tempo zu halten. Um ein Meinungsbild der Dorfgemeinschaft einzuholen, plant der Ortsrat nun eine interne Bürgerbefragung, auf deren Grundlage erneut entschieden werden soll.

Ein weiterer verkehrskritischer Punkt wurde durch das Ortsratsmitglied Wilhelm Meyer (CDU) eingebracht. Es handelt sich um die Verbindung von Bäntorf nach Herkensen über den Pfingstanger zur dortigen Landesstraße. Die Strecke gilt als sehr eng und gleichzeitig stark frequentiert, wird jedoch kaum polizeilich überwacht. Der Wunsch des Ortsrates ist hier eine offizielle Überprüfung, um an den Engstellen eine Reduzierung auf 50 oder sogar 30 km/h zu erwirken und so die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.

Nicht nur in Brünnighausen, sondern laut Küllig im gesamten Landkreis bereitet der Zustand der Altkleidercontainer zunehmend Sorgen. Besonders in Hohnsen, Bisperode und Coppenbrügge gleichen die Entsorgungsstellen laut Küllig teilweise einer „Müllhalde“. Ursache sei die zunehmende Unart, Abfälle nicht mehr fachgerecht zu entsorgen, sondern einfach an den Containern abzuladen. Die Gemeinde versucht hier gegenzusteuern, indem sie bei den Entsorgern auf häufigere Abholzyklen drängt und den eigenen Betriebshof regelmäßig zur Reinigung der betroffenen Stellen entsendet. „Man muss wahrscheinlich ganz unten mit der Aufklärungsarbeit anfangen“, so das ernüchterte Fazit des Bürgermeisters angesichts des schwindenden Verantwortungsbewusstseins einiger Bürger.

Foto: Gibt es bald Tempo30 in Brünnighausen?