Aufbruchstimmung trotz schwieriger Fahrwasser beim Freibad Marienhagen

Marienhagen (gök). Die diesjährige Jahreshauptversammlung des Trägervereins für das Freibad Marienhagen in der örtlichen Turnhalle war von zwei Seiten geprägt. Einerseits blickten die rund 50 anwesenden Mitglieder auf eine erfolgreiche Saison mit beeindruckenden Besucherzahlen zurück, andererseits offenbarten die Vorstandswahlen nach den Problemen der letzten Jahre jetzt tiefe Gräben in der Vereinsführung. Trotz erneuter Turbulenzen während der Sitzung überwogen am Ende die zufriedenen Gesichter, da der Verein finanziell und organisatorisch wieder auf festen Füßen steht.
Nach den Krisen der Vorjahre konnte Kassenprüferin Britta Jandt eine erfreuliche Nachricht überbringen. Die Finanzen haben sich deutlich erholt und es konnte wieder ein Polster für künftige Investitionen geschaffen werden. Jandt erinnerte an die Verzweiflung bei der Versammlung des Vorjahres unter der Führung des alten Vorstandes und lobte den neuen Vorstand ausdrücklich für die geleistete Arbeit. Das Team sei ins kalte Wasser geworfen worden und habe eine großartige, leicht nachvollziehbare Kassenprüfung ermöglicht. Auch die Resonanz der Badegäste im Jahr 2025 war beachtlich. Insgesamt besuchten über 12 000 Menschen das Bad. Rund 4 300 Einzeltageskarten sowie zahlreiche Jahreskarten wurden verkauft, was die Bedeutung des Familienbades für die Region unterstreicht. Aktuell zählt der Verein 218 Mitglieder. Trotz wechselhafter Wetterlage war das Bad an sonnigen Tagen sehr gut besucht. Besondere Highlights waren der Besuch der Pottlandschule aus Duingen, das nach langer Pause wieder durchgeführte Zeltlager des Alfelder Karate Vereins sowie die Poolparty. Julia Kaffeya hob in ihrem Bericht zur Öffentlichkeitsarbeit hervor, dass der Charakter des Familienbades durch Serien über die Historie und Einblicke in die Technik gestärkt wurde. Auch im personellen Bereich der Badeaufsichten gibt es positive Nachrichten. Kerstin Pellnat berichtete, dass die Zahl der Aufsichten zur neuen Saison auf 17 Personen anwachsen wird. Trotzdem werden noch weitere Badeaufsichten gesucht, die sich gerne beim Vorstand melden können.
Der Vorsitzende Carsten Haupt berichtete von einem intensiven Jahr. Neben der Aufarbeitung fehlender Belege aus den Jahren 2021 bis 2024, die zu einer polizeilichen Anzeige beim alten Vorstand führten, stand für den neuen Vorstand der Badebetrieb und eine soweit mögliche Aufarbeitung im Fokus. Zwar wurde eine Einsicht in alte Akten durch die Staatsanwaltschaft noch nicht ermöglicht, doch dank intensiver Kommunikation konnte zumindest ein großer Teil an Finanzbewegungen nachvollzogen werden.
Die Wahlen unter der Leitung von Bürgermeister Klaus Krumfuß gestalteten sich für viele Außenstehende aber komplizierter als erwartet. Persönliche Unstimmigkeiten zwischen dem ersten Vorsitzenden Carsten Haupt und seinem Stellvertreter Ulrich Mayer führten in den letzten Monaten zu einer Blockade in der Zusammenarbeit. Haupt hatte in der Versammlung ursprünglich angekündigt, aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung zu stehen, erklärte sich jedoch nach einer Beratungspause bereit, den Verein für weitere sechs Monate kommissarisch zu führen. Der für den Vorsitz vorgeschlagene Maik Sürig verzichtete zu Gunsten von Haupt auf ein entsprechendes Amt im Vorstand. In einer außerordentlichen Versammlung will man dann einen dauerhaften Nachfolger finden. Zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden wurde ebenfalls für sechs Monate Sven Kaffeya einstimmig gewählt, da Mayer mit Haupt nicht weiter zusammenarbeiten wollte. Lediglich Anna Stippler wurde dann einstimmig in das Amt der Schriftführerin gewählt, welches sie von Klaus Rapp übernahm, der im Vorjahr nur für eine Übergangszeit das Amt angenommen hatte. Die Versammlung sprach sich zudem für eine Anpassung der Mitgliedsbeiträge aus. Einig waren sich die Anwesenden über die Notwendigkeit einer Erhöhung. Lediglich über die Höhe gab es eine knappe Abstimmung. Nach vielen Jahren der Konstanz wurde der Jahresbeitrag von 12 Euro auf 18 Euro angehoben, um den gestiegenen Kosten und notwendigen Reparaturen Rechnung zu tragen.

Foto1665: Das Freibad Marienhagen liegt noch im Winterschlaf
Foto1674: Der neue Vorstand Sven Kaffeya, Julia Kaffeya, Marianne Ihlenfeld, Kerstin Pellnat, Birgit Nerjes, Carsten Haupt und Anne Stippler