Feuerwehr Coppenbrügge stellt Weichen für die Zukunft
Hohe Ersparnis und neue Logistikstrategie
Coppenbrügge (gök). In der jüngsten Sitzung des Feuerschutzausschusses legte Coppenbrügges Gemeindebrandmeister Hagen Bruns eine umfassende Bilanz für das Jahr 2025 vor und skizzierte die kommenden Herausforderungen sowie bedeutende Änderungen im Fahrzeugkonzept der Gemeindefeuerwehr. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf einer strategischen Neuausrichtung, die dem Flecken Coppenbrügge eine Ersparnis in sechsstelliger Höhe einbringt.
Die Sitzung begann mit einer einstimmigen Entscheidung im Sinne der Einsatzbereitschaft. Die Wahl von Jan Stoffregen zum neuen stellvertretenden Ortsbrandmeister von Marienau wurde einstimmig bestätigt. Im Rückblick auf das vergangene Jahr präsentierte Bruns eine stabile, wenn auch leicht rückläufige Statistik. Die Gemeindefeuerwehr zählt aktuell 347 aktive Einsatzkräfte, darunter 85 Frauen und 102 ausgebildete Geräteträger. In den Nachwuchsabteilungen engagieren sich 95 Jugendliche und 37 Kinder. Auch die Musikzüge bilden mit 48 Mitgliedern weiterhin eine tragende Säule der Kameradschaft.
Die Belastung der Ehrenamtlichen bleibt auf einem hohen Niveau. Mit insgesamt 111 Einsätzen gemeindeweit verzeichnete die Wehr ein leichtes Plus im Vergleich zum Vorjahr. Da bei größeren Lagen oft mehrere Wehren gleichzeitig alarmiert werden, summierte sich dies auf insgesamt 230 Einzelalarme für die verschiedenen Ortsfeuerwehren. Den Schwerpunkt bildeten dabei 65 technische Hilfeleistungen, gefolgt von 28 Brandeinsätzen. Auffällig war die Zahl von 18 Fehlalarmen durch Brandmeldeanlagen oder private Rauchmelder, wobei allein vier Einsätze durch automatische Notrufe von iPhones ausgelöst wurden.
Die weitreichendste Nachricht des Abends betraf die Fahrzeugbeschaffung. Ursprünglich war die Anschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeugs (TLF 3000) geplant, wofür bereits 500 000 Euro im Haushalt bereitgestellt wurden. Diese Beschaffung wurde nun gestoppt. Hintergrund ist eine neue Vorgabe des Landes Niedersachsen für die Feuerwehrbereitschaften. Da das aktuelle, bereits 40 Jahre alte TLF 2000 in Bisperode als Teil der Bereitschaft geführt wird, muss es durch ein spezielles TLF 3000V ersetzt werden. Da das Land diese Fahrzeuge den Kommunen zur Verfügung stellt, ergibt sich bis zum Jahr 2031 eine Perspektive für den Ersatz des Oldtimers von 1986. Für den Flecken Coppenbrügge bedeutet dies eine direkte Ersparnis von über 550.000 Euro. Trotz des hohen Alters des Bestandsfahrzeugs ist nun klar definiert, wie lange die Technik noch einsatzbereit gehalten werden muss.
Die freiwerdenden Mittel sollen jedoch sinnvoll reinvestiert werden, um eine bestehende Lücke im Fuhrpark zu schließen. Laut Bedarfsplan fehlt der Gemeindefeuerwehr bislang ein reines Logistikfahrzeug. Hagen Bruns sprach sich daher deutlich für die Beschaffung eines Gerätewagen Logistik (GW-L2) aus. Dieses Fahrzeug bietet mit einer Besatzung von sechs Personen (Stärke 1/5) eine hohe Flexibilität. Durch die modulare Beladung mit verschiedenen Rollcontainern kann es auf unterschiedlichste Einsatzlagen reagieren. Die Planungen hierfür laufen bereits auf Hochtouren, sodass in den kommenden Wochen das Leistungsverzeichnis für die Ausschreibung erstellt werden kann. Parallel dazu schreiten andere Projekte voran. Für das neue Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank (TSF-W) der Ortswehr Hohnsen findet bereits im April das erste Aufbaugespräch mit dem Hersteller statt, und auch weitere Bestellungen im Rahmen des aktuellen Haushalts stehen kurz vor dem Abschluss.
Foto: Das TLF aus Bisperode feiert dieses Jahr 40. Geburtstag und doch ist der technische Zustand noch gut genug für eine überschaubare Einsatzzeit von noch rund vier Jahren
