Zukunftssicherheit aus dem Hahn

Harderode wird an das Netz des Wasserverbandes angeschlossen

Bisperode/Harderode (gök). Die Ära der „Insellösung“ bei der Wasserversorgung in Harderode neigt sich dem Ende zu. Zunächst wurden in einer gemeinsamen Sitzung des Finanz- und Wirtschaftsausschusses mit dem Ortsrat Bisperode im Feuerwehrhaus Bisperode die Weichen für eine grundlegende Neuordnung gestellt, ehe jetzt auch der Gemeinderat zustimmte. Einstimmig empfahlen Ortsrat und Ausschuss vorher dem Rat, den Ortsteil an das Trinkwassernetz des Wasserverbandes Ithbörde/Weserbergland anzuschließen.

Obwohl im Vorfeld mit einer hitzigen Debatte gerechnet worden war, blieb die Diskussion im Feuerwehrhaus überschaubar und sachlich. „Wir hatten mit mehr Resonanz gerechnet, aber es war nur eine Handvoll Bürger aus Harderode vor Ort“, berichtete Ortsbürgermeister Manfred Sohns (FDP). Die Argumente, die Bürgermeister Thomas Küllig und die Verwaltung vorlegten, ließen jedoch kaum Spielraum für Alternativen.

Das Hauptproblem ist der Zustand der bestehenden Infrastruktur. Der über 80 Jahre alte Hochbehälter in Harderode ist marode und nicht mehr sanierungsfähig. Zudem bereitet die verlässliche Wassermenge Sorge. Die Hauptquelle ist stark niederschlagsabhängig, in trockenen Perioden mussten die 330 Einwohner bereits per Umlaufzettel zum Wassersparen aufgerufen werden. Die als Reserve genutzte „Schwefelquelle“ wiederum riecht nicht nur unangenehm, sondern müsste für eine dauerhafte Nutzung mit extrem hohem technischem Aufwand von Eisen und Mangan befreit werden.

Die Entscheidung fiel auf die sogenannte Variante A2. Diese sieht vor, eine neue Leitung vom benachbarten Bremke nach Harderode zu verlegen. Der Leitungsdurchmesser wird dabei so groß dimensioniert, dass auch die Löschwasserversorgung für die Feuerwehr direkt über die Hydranten sichergestellt ist. Bürgermeister Thomas Küllig bezifferte die Kosten für diese Lösung im Gespräch auf rund 750 000 Euro. Im Vergleich dazu wäre eine „Revitalisierung“ der eigenen Quellen mit Neubau eines Hochbehälters und einer komplexen Aufbereitungsanlage deutlich teurer gekommen. „Da lägen wir bei knapp einer Million Euro“, so Küllig. Zudem bliebe bei der Eigenlösung das Risiko, dass die Quellen in trockenen Jahren trotzdem versiegen könnten. Ein weiterer Grund für die große Leitung ist auch der Umstand, dass die laufenden Kosten nur etwa bei einem Drittel liegen würden im Vergleich zu der Sanierung des Hochbehälters. Mit dem Anschluss an den Wasserverband, der sein Wasser aus stabilen Tiefbrunnen bezieht, gehört diese Sorge der Vergangenheit an. Mit dem positiven Votum der Ausschüsse und der Zustimmung des Gemeinderates ist der Weg für die Anbindung an den Wasserverband frei.

Foto: Statt aus dem Hochbehälter soll das Wasser von Harderode bald aus der Wasserleitung von Bremke kommen