Ende vom Erlebnisberg in der Stockbreite
Aufregung um Spielplatz-Umbau in Lauenstein
Salzhemmendorf/Lauenstein (gök). Ein kleiner Bagger und ein einfaches Flatterband sorgen derzeit für Emotionen im Lauensteiner Baugebiet Stockbreite. Wo noch vor Kurzem Kinder auf ihren heißgeliebten Hügel kletterten, im Winter mit Schlitten hinunterfuhren oder Picknicks veranstalteten, klafft nun eine offene Baustelle. Für viele Anwohner und vor allem für die jüngsten Bewohner kam der Abriss des markanten Hügels auf dem Spielplatz völlig überraschend und ohne vorherige Information.
Die Enttäuschung bei den Kindern ist riesig. Mit fassungslosen Augen standen sie vor dem Spielplatz, der plötzlich gesperrt wurde. Für die Familien in der Stockbreite war der Hügel weit mehr als nur ein Erdhaufen, er war ein zentraler Abenteuerort. Erst kürzlich wanderte die Tochter von Uta Hoffmann mit ihrer Freundin mit vollgepackten Rucksäcken und echtem Proviant hinauf, um dort oben gemeinsam zu picknicken. Nun herrscht bei den Eltern die Sorge, dass nach dem Abtragen lediglich eine einfache Wiese oder leblose Spielgeräte folgen könnten, mit denen kaum ein Kind spielen mag.
Kritik üben die betroffenen Mütter und Väter vor allem an der Art der Umsetzung. Viele empfinden die Maßnahme laut der betroffenen Mutter Ute Hoffmann als Nacht-und-Nebel-Aktion, da es im Vorfeld weder amtliche Bekanntmachungen noch Informationen am Spielplatzschild gab. Salzhemmendorfs Gemeindebürgermeister Clemens Pommerening nahm auf Nachfrage Stellung und verweist auf die fachliche Notwendigkeit. „Der Spielplatz wurde bereits vor rund 30 Jahren bei der Erschließung des Gebiets angelegt. Inzwischen bereite der Hügel sicherheitstechnische Sorgen. Spielplatzprüfer hätten wiederholt auf Unfallgefahren hingewiesen. So musste ein Tunnel bereits vor Jahren gesperrt werden und für den Erhalt des Berges wären heute aufwendige Absturzsicherungen und Fallschutzmaßnahmen zwingend erforderlich“, wirbt Pommerening für Verständnis im Gespräch.
Zudem stehen strukturelle Veränderungen an. Durch die Bebauung des letzten Bauabschnitts in der Stockbreite müssen Grenzen und Geländehöhen ohnehin angepasst werden. Der Ortsrat Salzhemmendorf hatte daher entschieden, den Hügel zu entfernen. Pommerening betont jedoch, dass der Spielplatz grundsätzlich bestehen bleibt. Im Haushalt seien bereits Mittel eingesetzt worden, um das Gelände im besten Fall noch attraktiver für alle Altersgruppen zu gestalten.
Um auf die Bedürfnisse der Anwohner einzugehen, plant die Gemeinde auch den Dialog mit den Bürgern. Sobald der Hügel entfernt ist und das Gelände überblickt werden kann, soll ein Treffen mit den betroffenen Eltern stattfinden. Ziel sei es, deren Wünsche und Ideen direkt in die Neugestaltung einfließen zu lassen. Ein konkreter Termin für dieses Gespräch steht allerdings noch aus. Bis dahin bleibt den Kindern der Stockbreite vorerst nur der Blick auf die Baustelle ihres einstigen Abenteuerreichs.
Foto: Der Spielplatz in der Stockbreite sorgt derzeit vor allem bei den kleinen Anwohnern für traurige Gesichter

