Tragischer Flugunfall im Ith
Segelflieger stürzt am Ithturm ab / Pilot stirbt
Lauenstein (gök). Die Stille des Samstagnachmittags über dem Ith wurde jäh durch ein Unglück unterbrochen, das viele Einsatzkräfte seelisch mitgenommen haben dürfte. In der Nähe von Lauenstein ereignete sich ein tragischer Flugunfall, bei dem ein 72 Jahre alter Pilot aus Steinheim im Landkreis Höxter sein Leben verlor. Eine Spaziergängerin bekam mit, wie das Segelflugzeug gegen die Baumwipfel prallte und schließlich in dem bewaldeten Hang abstürzte. Geistesgegenwärtig setzte die Zeugin den Notruf ab und führte Einsatzkräfte zu der Unglücksstelle.
Der Absturzort im dichten und unwegsamen Gelände forderte den Rettungskräften alles ab. Zahlreiche Feuerwehren aus den Gemeinden Salzhemmendorf und Coppenbrügge sowie spezialisierte Höhenretter der Feuerwehr Oldendorf und die Geländerettung des Roten Kreuzes eilten zur Unglücksstelle. Da die Trümmer fernab befestigter Wege zwischen dem Ithturm und einem Steinbruch lagen, gestaltete sich die Anfahrt als extrem schwierig. Um den Notarzt und das medizinische Personal schnell zum Wrack zu bringen, musste sogar ein privates Quad eingesetzt werden, bevor die Helfer den letzten Teil des Weges mühsam zu Fuß über steile Rückegassen bewältigten.
Trotz des schnellen Eintreffens der ersten Feuerwehrleute aus Lauenstein und Bisperode konnte das Schicksal des Piloten nicht mehr gewendet werden. Zwar gelang es den Einsatzkräften den Mann ohne schweres Gerät aus den Trümmern zu befreien und sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen einzuleiten, doch blieben diese Bemühungen letztlich ohne Erfolg. Auch die Besatzung des Rettungshubschraubers Christoph vier, die auf dem Sportplatz in Lauenstein gelandet war, kam dann nicht mehr zum Einsatz.
Während die Polizei und Experten des Luftfahrtbundesamtes mit der Untersuchung der Unfallursache begannen, blieb die Feuerwehr Lauenstein noch vor Ort, um die Bergung aus dem schwierigen Gelände zu unterstützen. Nach dem tragischen Unfall richteten die Einsatzkräfte noch eine besondere Bitte an die Bevölkerung. Salzhemmendorfs Gemeindefeuerwehrpressesprecher Tobias Kramer erklärte, wie wichtig es sei, Markierungen im Wald nicht zu verändern, da umgelegte Leitkegel als lebenswichtige Wegweiser für nachrückende Retter dienen. In guter Absicht hatten Wanderer die Leitkegel wohl wieder aufgerichtet.
Foto: Am Wanderparkplatz am Ithkamm sammelten sich die Einsatzkräfte für die schwierige Bergung

