Chance auf hohe Förderung für das Hallenbad Duingen

Bundesprogramm könnte Investitionsstau aufheben

Duingen (gök). In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Soziales und Sport des Flecken Duingen im Sitzungsraum des Jugendzentrums stand die Zukunft des örtlichen Hallenbades im Mittelpunkt. Unter dem Vorsitz von Joachim Grutzeck (SPD) diskutierten die Ausschussmitglieder über die Teilnahme an einem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Sportstätten. Nadine Winnefeld vom zuständigen Fachbereich der Samtgemeinde erläuterte, dass nach intensiven Gesprächen mit den Verantwortlichen des Duinger Sportclubs (DSC) ein detaillierter Katalog zum bestehenden Sanierungsstau erstellt wurde. Die ermittelten Kosten für die notwendigen Maßnahmen belaufen sich derzeit auf 237 606,33 Euro. Zusätzlich führt Hartmut Steins vom DSC bereits Gespräche über eine zusätzliche Erneuerung des Beckenkopfes, die mit weiteren 120 000 Euro zu Buche schlagen würde. Damit läge das Projekt dann auch sicher über der Förderschwelle von 250 000 Euro.

Die finanzielle Situation des Flecken Duingen spielt bei diesem Vorhaben eine entscheidende Rolle. Während die reguläre Förderung des Bundes bei 45 Prozent liegt, erhöht sich dieser Anteil im Falle einer bestätigten Haushaltsnotlage auf bis zu 75 Prozent. Kämmerer Markus Ziese berichtete, dass sich der Haushalt zwar leicht verbessert habe, von einer haushaltstechnischen Notlage im Sinne des Förderprogramms aber dennoch auszugehen sei. Er gab jedoch zu bedenken, dass die Kommunalaufsicht bereits den Umgang mit freiwilligen Leistungen angemahnt habe. Um eine Genehmigung für das Projekt zu erhalten, werde man im Rathaus nach weiteren Einsparpotentialen im Haushalt suchen müssen, um der Aufsichtsbehörde Verbesserungen anbieten zu können.

Die Notwendigkeit der Sanierung wurde von allen Beteiligten unterstrichen. Walter Füchsel, Vorsitzender des Fördervereins vom Hallenbad, schilderte die aktuelle Lage drastisch. Er verwies auf eine bereits defekte Umlaufrinne, dringenden Bedarf bei energetischen Maßnahmen wie der Erneuerung der Fenster sowie auf eine zeitweise Geruchsbelästigung in den sanierungsbedürftigen Toiletten. Auch Nadine Winnefeld betonte, dass es sich bei den aufgeführten Posten nicht um Wünsche handele, sondern um Maßnahmen, die ohnehin in den nächsten Jahren auf den Flecken zugekommen wären.

Trotz der schwierigen Haushaltslage und auch finanzieller Bedenken zeichnete sich im Ausschuss eine breite Zustimmung ab. Dirk Borovka (CDU) äußerte zwar Bedenken wegen der finanziellen Gesamtsituation und kommender Kosten für die Energieversorgung durch die Biogasanlage, sah in der hohen Förderquote jedoch eine einmalige Chance für den Flecken. Auch Joachim Grutzeck (SPD) erklärte, man habe sich grundsätzlich für den Erhalt des Bades entschieden, was kontinuierliche Investitionen erfordere. Gerd Glenewinkel (WGL) bezeichnete das Bad als Aushängeschild für den Flecken und warnte davor, die Sanierung weiter aufzuschieben. Lars Buhmann (FDP) sah den Investitionsstau bereits optisch deutlich voranschreiten. Einstimmig empfahl der Ausschuss dem Verwaltungsausschuss und dem Rat, den Förderantrag zu stellen.

Foto: Im Hallenbad Duingen gibt es Investitionsstau