Ein Funken Magie im Osterwald

Wie Dorothy und ihre Gefährten die Herzen auf der Osterwaldbühne im Sturm eroberten

Osterwald (gök). Ein Hauch von Zauber lag in der Luft, als sich jetzt die Tore der Osterwaldbühne öffneten. Bei sonnigem Wetter strömten 510 erwartungsvolle Besucher auf die idyllische Freilichtbühne im Flecken Salzhemmendorf, um den Beginn einer ganz besonderen Spielzeit zu erleben. Die traditionsreiche Bühne feierte eine fast ausverkaufte Premiere des beliebten Familienstücks „Der Zauberer von Oz“ und zog das Publikum von der ersten Sekunde an in ihren Bann. Schon vor dem eigentlichen Auftakt zeichnete sich der enorme Erfolg der Saison 2026 ab, denn im Vorfeld wurden laut dem Vorsitzenden Marc Telgheder bereits stolze 10 000 Tickets im Vorverkauf abgesetzt, was die tiefe Verwurzelung der Bühne in der gesamten Region und die Treue der vielen Stammgäste eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Die mitreißende Geschichte nimmt ihren Lauf im staubigen Kansas, wo die kleine Dorothy, authentisch in der ersten Aufführung verkörpert von Lena Renner, gemeinsam mit ihrem treuen Hund Toto von einem gewaltigen Sturm erfasst wird. Technisch clever inszeniert durch geschickte Lichteffekte und dichte Nebelschwaden, wird Dorothys Haus in die Luft gerissen und landet im fernen, magischen Land Oz, wo es zur Freude vieler die böse Hexe unter sich begräbt. Um den Weg zurück in die Heimat zu finden, muss Dorothy in die ferne Hauptstadt reisen, in der Hoffnung, dass der große und mächtige Zauberer von Oz ihr helfen kann. Es ist der Beginn einer emotionalen Reise voller Gefahren, aber vor allem voller Menschlichkeit und tiefen Bindungen. Auf ihrem beschwerlichen Weg entlang des leuchtend gelben Ziegelsteinwegs trifft die mutige Hauptfigur schnell auf Gefährten, die das Herz des Publikums im Sturm erobern. Da ist die liebenswerte Vogelscheuche, dargestellt von Johanna Ilsemann, die von frechen Raben verspottet wird, sie habe weniger Grips als ein auf dem Kompost gewachsener Kürbis, und die sich nichts sehnlicher wünscht als Verstand. Es folgt der traurige Mann aus Blech, leidenschaftlich gespielt von Martin Hänke, der sich nach einem echten Herzen sehnt, dabei jedoch niemals weinen darf, um nicht sofort wieder einzurosten. Schließlich gesellt sich der furchtsame Löwe dazu, dem Frank Moormann mit viel Witz eine herrlich komische Note verleiht, indem er unter anderem ein ärztliches Attest vorweist, welches ihn pflichtbewusst von jeglicher Hausarbeit befreit.

Die Inszenierung glänzt durch Liebe zum Detail, die sich insbesondere in den aufwendigen und farbenfrohen Kostümen sowie der kreativen Choreografie widerspiegelt. Gleich zu Beginn begeisterte das Ensemble das Publikum mit schwungvollen Line Dance Elementen im Country Style. Die musikalischen Einlagen offenbarten ungeahnte gesangliche Talente unter den Darstellern, wobei die Notwendigkeit des Ölens für den Blechmann sogar tänzerisch und melodisch erklärt wurde. Selbst ein kleines technisches Problem mit der Tonübertragung tat der wunderbaren Stimmung keinen Abbruch. Die Schauspieler lösten die Situation mit dem Mikrofon so souverän, dass das Publikum den kurzen Moment mit anerkennendem, großem Klatschen sogleich verzieh. Am Ende triumphierten Freundschaft, Zusammenhalt und Mut. Das glückliche Happy End wurde gefeiert, indem die Akteure singend und tanzend direkt durch die Sitzreihen des Publikums schritten, sodass jeder Zuschauer die pure Lebensfreude hautnah spüren konnte.

Hinter diesem reibungslosen Spektakel steckt eine logistische und künstlerische Meisterleistung des gesamten Vereins. Das Stück ist doppelt besetzt, sodass pro Besetzung rund vierzig Darsteller agieren, was eine stolze Gesamtzahl von etwa achtzig aktiven Personen auf und hinter der Bühne allein bei dem Familienstück bedeutet. Für die Choreografien konnte der erfahrene Tanzcoach Tobias Remmel gewonnen werden, der sonst bei Stage Musicals in Hamburg aktiv ist und mittlerweile erfolgreich von der Osterwaldbühne ins Profitheater gewechselt ist.

Bürgermeister Clemens Pommerening zeigte sich nach der Aufführung restlos begeistert von den Leistungen des Ensembles und sparte nicht mit lobenden Worten für das gesamte Team: „Phänomenal, was die Osterwaldbühne hier wieder auf die Bühne gezaubert hat. Das ist immer sehr beeindruckend, Personen hier mitwirken zu sehen, so viele Kulissen und die ganze Ausstattung, das ist schon ganz unheimlich viel Arbeit und Herzblut drin. Es hat sich gelohnt, ein ganz tolles Stück. Ich bin bestimmt schon das 25. Mal vor Ort und es ist immer wieder ein Erlebnis.“ Ebenso bewegt zeigte sich Pastorin Sabine Ahlbrecht, die als treuer Fan der Freilichtbühne gilt und sich die feierliche Premiere auf keinen Fall entgehen lassen wollte. „Ich bin auch nicht das erste Mal auf der Osterwaldbühne und war die letzten Jahre immer dabei. Ich habe schon immer ein Faible für die Familienstücke, wobei auch andere Produktionen wie „Zum Sterben schön“ wirklich toll waren“, so Ahlbrecht.

Wer nach diesem fulminanten Auftakt Lust auf mehr Kultur bekommen hat, darf sich auf das reichhaltige Programm der Osterwaldbühne in den kommenden Wochen und Monaten freuen. Bereits am ersten Juni Wochenende warten noch Restkarten für die schwungvolle Inszenierung „Schlager lügen nicht“ am Grohnder Fährhaus auf musikbegeisterte Besucher. Zudem sind noch einige freie Karten für besondere Events direkt an der Osterwaldbühne erhältlich. Ein besonderes Highlight wartet wieder im Faguswerk: Das Stück „Frau Müller muss weg“ wird aufgrund des überwältigenden Erfolgs aus dem Vorjahr erneut in Alfeld aufgeführt, sodass Theaterfreunde auch außerhalb der klassischen Freilichtsaison voll auf ihre Kosten kommen. Tickets für die vielen Events gibt es gewohnt unter www.osterwaldbuehne.de!

Foto3759: Dorothy und ihr Hund Toto erlebten ein großes Abenteuer

Foto3762+3807: Immer wieder gab es in dem Familienstück Musik und Tanz zu sehen und zu hören

Foto3773+3795: Auf dem gelben Ziegelsteinweg zogen die Darsteller auch immer wieder mitten durch das Publikum

Foto3781: In der Garderobe ist alles für einen Kostümwechsel vorbereitet

Foto3782: Die erste Aufführung der Saison war fast ausverkauft

Foto3790: Auf der Bühne wurde das Stück sehr emotional dargestellt

Foto3822+3823+3831+3834: Gerade zum Ende sorgten die Darsteller im Publikum für Stimmung