Mit Herzblut und Fachwissen auf der Matte

Übungsleiter werden gefordert / Erfolgreicher Prüfungsabschluss beim WTW

Thüste/Hildesheim (gök). Die glücklichen Gesichter in der Glück Auf-Sporthalle in Thüste sprachen jetzt eine deutliche Sprache. Im Rahmen der fundierten Übungsleiterausbildung des Kreissportbundes Hildesheim absolvierte Maren Roloff vom Sportverein Weenzen Thüste Wallensen (WTW) eine wichtige praktische Prüfung. Vor zwölf aufmerksamen Teilnehmern leitete sie ihre wöchentliche Yoga-Stunde, die regulär immer montags um 17.15 Uhr stattfindet. Unter den kritischen, aber überaus wohlwollenden Augen von Prüferin Regina Hoffmann zeigte die angehende Übungsleiterin ein hervorragendes Ergebnis bei dieser praktischen Übung. Nach Monaten des intensiven Lernens steht dem Einreichen der vollständigen Unterlagen für die offizielle Übungsleiter C Lizenz nun nichts mehr im Wege. Aufgrund der Grenzlage zwischen den Landkreisen Hildesheim und Hameln-Pyrmont nutzen WTW-Übungsleiter gerne die Möglichkeit, unter den beiden Kreissportbünden sich den Veranstaltungsort auszusuchen und die Ausbildung in Hameln oder Hildesheim je nach Termin zu absolvieren.

Der Weg zu diesem begehrten Schein ist anspruchsvoll und erfordert von den Teilnehmern ein hohes Maß an Disziplin. Insgesamt 120 Lerneinheiten müssen absolviert werden, die sich in verschiedene Bausteine unterteilen. Der sogenannte Grundlehrgang umfasst unter der Bezeichnung C 30 genau 30 Lerneinheiten, während der darauffolgende Aufbaulehrgang weitere 40 Einheiten beansprucht. Die verbleibenden 50 Lerneinheiten können sich die angehenden Trainer individuell nach ihren persönlichen Interessen aus unterschiedlichen Themenschwerpunkten zusammensetzen. Neben dem theoretischen und praktischen Unterricht gehören ein Erste Hilfe-Kurs, eine offizielle Hospitation sowie eine Selbstverpflichtungserklärung zum Schutz vor sexualisierter Gewalt zu den zwingenden Voraussetzungen für die Lizenzierung. „Die Ausbildungsinhalte sind bewusst sehr breit gefächert und verlangen den Lehrgangsteilnehmern einiges ab. Neben dem allgemeinen Fitnesstraining stehen die motorischen Hauptbeanspruchungsformen wie Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer, Schnellkraft und Koordination im Fokus. Auch koordinative Fähigkeiten wie das Gleichgewicht und die Orientierungsfähigkeit werden intensiv behandelt. Neben diesen sportpraktischen Elementen nimmt die Theorie einen großen Raum ein. Die angehenden Lehrkräfte befassen sich mit Anatomie und Funktionsgymnastik, um den menschlichen Körper besser zu verstehen. Zudem erlernen sie in speziellen Einheiten die Grundlagen der Kommunikation, die Rechte und Pflichten eines Übungsleiters sowie den perfekten Aufbau und die detaillierte Planung einer Übungsstunde“, erklärt Hoffmann die Inhalte.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausbildung liegt im Umgang mit unvorhersehbaren Störfaktoren im Vereinsalltag. Die Teilnehmer lernen, wie sie flexibel und professionell reagieren, wenn es beispielsweise durch das Hallendach regnet, benötigte Sportgeräte fehlen oder Gruppenmitglieder durch dauerhaftes Zuspätkommen den Ablauf stören. Regina Hoffmann, die selbst seit Jahrzehnten als Übungsleiterin aktiv ist, betont, dass die Rolle weit über das reine Training von Kraft oder Ausdauer hinausgeht. Es gilt, einen enormen Spagat zwischen den verschiedenen Erwartungen zu meistern. Der Verein wünscht sich Mitgliederzuwachs, Sportler und Trainer streben im Wettkampfbereich nach Leistung, und manche Eltern erhoffen sich schlicht eine Stunde Ruhe, während sie gleichzeitig eine perfekte Betreuung und Orientierung für ihre Kinder voraussetzen.

Trotz dieser vielfältigen Anforderungen betont die erfahrene Prüferin, dass die Tätigkeit im Verein eine wunderbare und bereichernde Aufgabe ist. Wer die Herausforderung mit dem nötigen Engagement, mit Idealismus und echtem Herzblut annimmt, wächst schnell in die Aufgabe hinein und empfindet die Arbeit gar nicht als Belastung. Das Ehrenamt gibt durch tolle Erlebnisse mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen unheimlich viel positive Energie an den Übungsleiter zurück. Ein lohnender Nebeneffekt für die Vereine ist zudem die finanzielle Komponente, denn sobald die Lizenz vorliegt, kann der Vorstand des Sportvereins offizielle Zuschüsse für den lizensierten Übungsleiter beantragen.

Wer nun selbst Lust bekommen hat, sich im sportlichen Bereich zu engagieren und eine solche Ausbildung zu absolvieren, muss sich noch ein wenig gedulden. Der nächste reguläre Lehrgang des Kreissportbundes Hildesheim startet im kommenden Jahr, genauer gesagt Anfang 2027. Über das Bildungsportal des Landessportbundes können die jeweiligen Termine eingesehen und sich dafür angemeldet werden. „Wir sind froh, dass sich Maren so engagiert und bei den Neuausbildungen der Übungsleiter mit Elan vorangeht. Ohne Übungsleiter wie sie könnten wir unser Sportangebot so nicht vorhalten“, loben die Mitglieder des WTW-Vorstandes das große Engagement ihrer Übungsleiter und das von Roloff gerade im besonderen. Maren Roloff hat diese Ausbildung erfolgreich hinter sich gebracht und wird ihre Yoga-Gruppe in Thüste jeden Montag um 17.15 Uhr als frisch gebackene und offiziell lizensierte Trainerin anleiten. Interessierte Teilnehmer können immer in das Angebot hineinschnuppern.

Foto: Maren Roloff und Regina Hoffmann nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung