Niedliches Naturwunder oder Ärgernis?
Biber im Bürgergarten Lauenstein vermutet – Biberkongreß am 10. Juni
Lauenstein (gök). Ein vermutlich ungewöhnlicher Besuch in Lauenstein sorgt derzeit für Aufsehen und Diskussionsstoff. Ende Mai erreichten den Ortsrat Lauenstein Bilder von einer stark beschädigten Weide im Bürgergarten, die erst im November des Jahres 2024 gepflanzt worden war. Das Besondere an diesem Baum ist sein symbolischer Wert, denn die Ortschaft hatte die Weide anlässlich der Feierlichkeiten zum 777. Jubiläum geschenkt bekommen. Nun weist der Stamm deutliche Spuren auf, die schnell einen konkreten Verdacht aufkommen ließen.
Die stellvertretende Ortsbürgermeisterin Britta Kellermann (Grüne) erklärte dazu, dass sofort die Vermutung im Raum stand, es könne sich um das typische Fraßbild eines Bibers handeln. Diese Vermutung bestätigte sich schließlich nach einer fachlichen Rücksprache mit Ralf Schulte, dem offiziellen Biberbeauftragten des Landkreises. Schulte geht allerdings nach aktueller Einschätzung nicht davon aus, dass das Tier in diesem Bereich auf Dauer einen geeigneten Lebensraum vorfindet. Nach seiner Auffassung wird der tierische Gast voraussichtlich weiterziehen. Es bestehe jedoch die Möglichkeit, dass er in der näheren Umgebung keine bessere Alternative findet und ihm mangels Optionen vorerst nichts anderes übrigbleibt, als zu bleiben.
Der Ortsrat hat sich der Problematik angenommen und hat bereits erste Maßnahmen ergriffen. Die Lage soll weiterhin genau beobachtet werden. Zudem hat das Gremium die Gemeinde darum gebeten, die übrigen Bäume im Bürgergarten zeitnah durch den Bauhof schützen zu lassen. Sollte sich der Biber wider Erwarten doch dauerhaft mitten im Ort ansiedeln, müsse man einen adäquaten Umgang mit der Situation finden. Momentan deutet laut Kellermann aber alles auf einen temporären Aufenthalt hin. Die beschädigte Jubiläumsweide wird der Ortsrat vorerst dem Biber überlassen. In diesem Zusammenhang wird die Bevölkerung ausdrücklich gebeten, an dem Baum nicht eigenmächtig einzugreifen. Für den Herbst ist ein glatter Schnitt geplant, und Experten gehen davon aus, dass die Weide bereits im kommenden Jahr von unten her wieder kräftig austreiben wird.
Wer sich tiefer mit der Rückkehr der Nagetiere und den damit verbundenen Herausforderungen befassen möchte, hat am Mittwoch, den 10. Juni 2026 um 18 Uhr die Gelegenheit dazu. Dann lädt Britta Kellermann in ihrer Funktion als Landtagsabgeordnete und stellvertretende Ortsbürgermeisterin zu einem Biberkongress ein. Die Informationsveranstaltung findet im Kulturzentrum Brunotte im Mühlenkamp 4 in Coppenbrügge statt. An der geplanten Diskussionsrunde werden neben Kellermann und dem Biberbeauftragten Ralf Schulte auch Vertreter vom Leineverband, vom Landvolk sowie aus dem Niedersächsischen Umweltministerium teilnehmen.
Foto: An der Weide im Lauensteiner Bürgergarten sind klare Biberspuren zu erkennen



