120 Jahre Freiwillige Feuerwehr Oldendorf

Großes Jubiläumszeltfest vom 12. bis 14. Juni

Oldendorf (gök). Die Vorfreude im Saaletal steigt, denn ein ganz besonderes Fest wirft seine Schatten voraus. Vom 12. bis 14. Juni 2026 feiert die Freiwillige Feuerwehr Oldendorf ihr 120jähriges Bestehen mit einem großen Jubiläumszeltfest auf dem örtlichen Sportplatz. Die Bürger sowie zahlreiche Gäste aus nah und fern erwartet ein abwechslungsreiches Programm, das von geselligen Höhepunkten über spannende Wettbewerbe bis hin zu einem bunten Familiennachmittag reicht. Geleitet wird die traditionsreiche Stützpunktfeuerwehr in diesem besonderen Jubiläumsjahr von einer frisch gewählten Führung, bestehend aus Ortsbrandmeister Julian Hacker und seinem Stellvertreter Alexander Bruns.

Die Wurzeln des organisierten Feuerschutzes in Oldendorf reichen nachweisbar bis in das Jahr 1890 zurück, als die erste Handdruckspritze angeschafft wurde. Damals verpflichtete der Gemeindevorsteher jährlich 20 männliche Einwohner zum Dienst. Als Kennzeichnung diente eine Armbinde mit einem Messingblechschild und der Aufschrift Feuerwehr Groß Oldendorf. Der stolze Spruch der Altvorderen lautete, dass derjenige, der das Blech im Hause hatte, auch der erste Mann an der Spritze war. Die offizielle Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Groß Oldendorf vollzog sich schließlich am 1. Mai 1906 während einer öffentlichen Bürgerversammlung im Engelbrechtschen Saal. Zum ersten Feuerwehrhauptmann wurde der Gemeindevorsteher Emil Wöhler gewählt. Schon bei der ersten Jahreshauptversammlung im Januar 1907 traten 60 Mitglieder der Wehr bei und verpflichteten sich dem Leitspruch, dass derjenige, der sich dem Wohl der Menschen widmet, Dankbarkeit erfährt. Die Pflicht zur Dreijahresdienstzeit blieb noch bis 1913 bestehen, doch zwei Großbrände in den Nachbarorten Hemmendorf und Benstorf rüttelten die Bevölkerung auf und brachten der Wehr auf einen Schlag 46 neue Mitglieder.

Die folgenden Jahrzehnte brachten einschneidende Veränderungen und technische Modernisierungen. Im Jahr 1931 wurde die alte Handdruckspritze nach vier Jahrzehnten durch eine moderne Tragkraftspritze ersetzt, und 1934 folgte mit einem Presto Wagen das erste motorisierte Fahrzeug. Nach den schweren Einsätzen im Zweiten Weltkrieg, die die Gruppen bei Bombenangriffen oft zu 24-stündigen Einsätzen nach Hannover oder Hameln führten, beschlagnahmten die alliierten Truppen 1945 fast die gesamte Ausrüstung. Nur eine von den Amerikanern zurückgelassene Motorspritze konnte sichergestellt werden und bildete den Grundstein für den Wiederaufbau unter Oberbrandmeister August Dörrie.

In der Nachkriegszeit entwickelte sich Oldendorf rasant weiter. Im Jahr 1951 beschaffte die Gemeinde ein Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 15, womit Oldendorf als erste Landgemeinde im gesamten Bundesgebiet ein solches Fahrzeug besaß. Ein weiterer wichtiger Pfeiler der Kameradschaft entstand im April 1953 mit der Gründung des eigenen Musikzuges, der seither das kulturelle Leben im Ort entscheidend prägt. Große Zeltfeste zu den verschiedenen Jubiläen zeugten über die Jahrzehnte hinweg vom festen Rückhalt der Feuerwehr in der Dorfgemeinschaft. Neben der erfolgreichen Nachwuchsarbeit in der 1965 gegründeten Jugendfeuerwehr, die zu den ältesten in Niedersachsen gehört, verfügt die Stützpunktfeuerwehr über ein seltenes Aushängeschild. Im Jahr 1995 wurde auf Anregung des Deutschen Alpenvereins eine eigene Höhenrettungsgruppe ins Leben gerufen, um die Sicherheit im Klettergebiet des Ith und am Kanstein zu gewährleisten. Ihren ersten spektakulären Einsatz absolvierten die Höhenretter im Mai 2001 bei einer Personenrettung am Hohenstein bei Zersen. Unvergessen bleiben zahlreiche Einsätze der Spezialisten, wo Menschen und Tiere gerettet wurden. Die Gruppe ist seither stetig gewachsen und erhielt im Jahr 2013 ein eigenes Spezialfahrzeug.

Auch im neuen Jahrtausend blieb die Wehr ein verlässlicher Partner. Zu den prägenden Ereignissen gehörten die Gründung des Fördervereins im Jahr 1999, die Anschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeugs im Jahr 2000 sowie die Alarmierung der Kreisfeuerwehrbereitschaft im August 2002 zur Deichverteidigung beim Elbehochwasser in Lüchow Dannenberg. Ein logistischer Kraftakt waren zudem die Ausrichtungen der großen Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehren wie in den Jahren 1993 und 2015. Ein historischer Meilenstein für die Zukunft der Wehr wurde schließlich im Juli 2023 vollzogen, als die Brandschützer ihr altes, geschichtsträchtiges Gerätehaus verließen und in das hochmoderne neue Feuerwehrhaus im Saaletal einzogen, wo jetzt auch die Feuerwehren aus Benstorf und Osterwald zuhause sind.

Programm des Jubiläumswochenendes:

Das Jubiläumswochenende beginnt am Freitag, den 12. Juni, um 16 Uhr mit einem großen Kindernachmittag auf dem Festplatz. Bis 19 Uhr können sich die jüngsten Besucher bei Spiel und Spaß austoben, während verschiedene Fahrgeschäfte und Spielgeschäfte für Jahrmarktstimmung sorgen. Um 17 Uhr widmet sich die Wehr dem Gedenken und lädt zur feierlichen Kranzniederlegung am Ehrenmal ein.

Ab 18 Uhr schließt sich der offizielle Empfang der geladenen Gäste an, welcher musikalisch durch den Musikzug begleitet wird. Pünktlich um 18.30 Uhr beginnt der traditionelle Kommers im Festzelt, in dessen Rahmen verdiente Mitglieder der Ortsfeuerwehr geehrt werden. Ab 19.30 Uhr gehört die Tanzfläche dann wieder dem Nachwuchs bei der Kinderdisco, bevor um 21 Uhr die große Sommerparty mit DJ Tony startet, bei der ausgelassen in das Festwochenende hineingefeiert werden darf.

Das Festprogramm am Samstag: Wiesn Games und Livemusik

Der Samstag steht ganz im Zeichen von Sport, Geselligkeit und ausgelassener Partystimmung. Um 13.30 Uhr öffnet das Festzelt seine Pforten für den Empfang der teilnehmenden Gruppen zu den beliebten Wiesn Games. Der Startschuss für die humorvollen und spannenden Wettkämpfe fällt um 14 Uhr auf dem Sportplatz. Während draußen um Punkte gekämpft wird, wird ab 15 Uhr im Festzelt eine große Kaffeetafel gedeckt, die von stimmungsvoller Blasmusik untermalt wird. Nachdem die Sieger der Wiesn Games um 18 Uhr gebührend geehrt wurden, steuert der Samstagabend auf seinen Höhepunkt zu. Ab 20 Uhr lädt die Freiwillige Feuerwehr Oldendorf zur großen Jubiläumsparty ein. Für eine energiegeladene Atmosphäre und eine stets gefüllte Tanzfläche sorgt an diesem Abend die bekannte Party Coverband IMPULS mit ihrem vielseitigen Liveprogramm.

Das Festprogramm am Sonntag: Gottesdienst, Umzug und Technikschau

Der finale Festtag beginnt am Sonntag um 10 Uhr mit einem feierlichen Festgottesdienst direkt im Festzelt. Im Anschluss wird um 10.45 Uhr die offizielle Festansprache gehalten, bevor ab 11.30 Uhr das warme Katervesper serviert wird. Für die passende musikalische Unterhaltung während des Essens sorgt der Musikzug Oldendorf. Um 13.30 Uhr versammeln sich die Gastwehren und örtlichen Vereine zum Empfang für den großen Festumzug, der sich ab 14 Uhr durch die festlich geschmückten Straßen von Oldendorf bewegen wird. Nach der Rückkehr zum Festplatz wartet ab 15 Uhr erneut eine große Kaffeetafel auf die Besucher. Von 15.30 Uhr bis 18 Uhr klingt das Jubiläumsfest schließlich mit einem bunten Kinderprogramm inklusive Hüpfburgen, einer Fahrzeugschau und Technikschau sowie praktischer Brandschutzerziehung für die ganze Familie gemütlich aus.

Foto3485+3486: Das Feuerwehrhaus im Saaletal wurde 2023 bezogen

Foto3488: Kreativ macht die Feuerwehr Oldendorf auf ihr Jubiläum am Feuerwehrhaus auf sich aufmerksam

Foto3489: Auf dem Sportplatz Oldendorf soll gefeiert werden