Leidenschaft, Löschwasser und ein legendärer Geburtstag

Feuerwehr Oldendorf feiert drei Tage Jubiläum

Oldendorf (gök). Oldendorf hat ein Wochenende der Superlative hinter sich, denn die Freiwillige Feuerwehr Oldendorf feierte ihr 120-jähriges Bestehen mit einem rauschenden Jubiläumszeltfest auf dem örtlichen Sportplatz. Das dreitägige Festprogramm bot von geselligen Höhepunkten über humorvolle Wettkämpfe bis hin zu einem großen Festumzug alles, was das Herz begehrt. Geleitet wurde die traditionsreiche Stützpunktfeuerwehr in diesen besonderen Jubiläumsmomenten von einer frisch gewählten Führung, bestehend aus Ortsbrandmeister Julian Hacker und seinem Stellvertreter Alexander Bruns. Für die junge Wehrführung war das Fest in den letzten Wochen schon die größtmögliche Herausforderung, doch Julian Hacker sprach der alten Führung im Gespräch ein großes Lob für eine herausragende Vorbereitung aus. Die Vorgänger Dirk Habenicht und Mathias Hoke haben über lange Jahre tolle Arbeit geleistet und der aktuelle Chef hofft nun, dass der Zusammenhalt in der Feuerwehr Oldendorf demnächst wieder besser wird und alle fest zusammenhalten. „Feuerwehr ist schließlich kein Beruf, sondern eine echte Berufung, die alle Aktiven aus reinem Verantwortungsbewusstsein und Leidenschaft für die Sache ausüben“, so Hacker.

Der festliche Startschuss fiel am Freitagabend mit einer feierlichen Kranzniederlegung am Ehrenmal und dem anschließenden traditionellen Kommers im Festzelt, der musikalisch vom eigenen Musikzug begleitet wurde. In seiner Rede warf Ortsbrandmeister Julian Hacker einen Blick auf die bewegte Geschichte der Ortswehr, deren Wurzeln bis in das Jahr 1890 zurückreichen und die im Mai 1906 offiziell gegründet wurde. Über die Jahrzehnte entwickelte sich die Wehr rasant, gründete eine der ältesten Jugendfeuerwehren Niedersachsens sowie eine spezialisierte Höhenrettungsgruppe und zog schließlich im Juli 2023 in das hochmoderne neue Feuerwehrhaus im Saaletal ein. Auch Bürgermeister Clemens Pomerening sparte in seiner Ansprache nicht mit Anerkennung und überreichte eine offizielle Urkunde zum 120jährigen Jubiläum. Er betonte, dass in Oldendorf über die Jahre etwas gewachsen ist, was seinesgleichen sucht. Zudem versprach er, dass auf Gemeindeebene dafür gesorgt wird, dass die Brandschützer weiterhin vernünftig ausgestattet in die nächste Zeit gehen. Die Ersatzbeschaffungen für alte Fahrzeuge auf dem Gemeindegebiet sind bereits gut in Planung.

Der Kommersabend stand ganz besonders im Zeichen des Dankes und der Anerkennung für jahrzehntelangen Dienst am Nächsten. Für ihre 25jährige Mitgliedschaft wurden Julian Hacker, Dominik Heintz und Christian Schwarze geehrt. Bereits seit 40 Jahren ist Michael Meyer dabei, während Hans-Günter Leiffholdt auf stolze 50 Jahre zurückblicken kann. Eine außerordentliche Treue bewies Conrad Gülke mit 60 Jahren Mitgliedschaft und die absolute Krönung des Abends war die Ehrung von Heinrich Wöhler für sagenhafte 70 Jahre im Dienst der Feuerwehr. Eine ganz besondere Auszeichnung ging an Detlev Brünig, der die Dirigentenschnalle in Gold für seine 25jährige Dirigententätigkeit erhielt. Zudem wurden im Rahmen des Kommerses 17 Hochwasser-Ehrungen an verdiente Einsatzkräfte verliehen. Auch Beförderungen standen auf der Tagesordnung, so wurde der stellvertretende Ortsbrandmeister Alexander Bruns zum Oberlöschmeister ernannt.

Neben den offiziellen Worten brachten die örtlichen Vereine und Ortsbürgermeister Heiko Wöhler herzliche Grußworte und Präsente mit. Die Partnerfeuerwehr Hohenbostel überraschte die Jubilare mit stilvollen Beachstühlen, die für entspannte Stunden nach anstrengenden Einsätzen sorgen sollen. Die Männerspochtler bewiesen Humor und überreichten flüssiges Löschwasser für die Kameradschaftspflege. Auch viele weitere befreundete Wehren, wie etwa die Feuerwehr Lauenstein, ließen es sich nicht nehmen, mit Geschenken zu gratulieren. Nach dem offiziellen Teil stand das restliche Wochenende komplett im Zeichen des ausgelassenen Feierns. Am Samstagabend herrschte eine fantastische Stimmung im voll besetzten Festzelt, als die bekannte Party-Coverband Impuls die Bühne betrat. Bis tief in die Nacht wurde vor der Bühne wild getanzt und gefeiert. Der Sonntag krönte das Jubiläum schließlich nach einem Zeltgottesdienst und einem deftigen Katervesper mit einem gigantischen Festumzug, zu dem viele Gruppen eingeladen waren und der sich durch die festlich geschmückten Straßen Oldendorfs bewegte. Ein bewegender Moment für viele Feuerwehrkameraden war zum Schluss noch der Auftritt von Wilhelm Brünig, der mit über 90 Jahren beim Musikzug noch einige Stücke an der Pauke mitspielte.

Foto4471: Das Zeltfest war schon am Freitag sehr gut besucht

Foto4489+4494+4503+4507+4512: Die Party am Samstagabend sorgte für ausgelassene Stimmung

Fotos von Kommers mit freundlicher Unterstützung von Kim Ebbecke: