Neuer Anlauf für den Kunstrasenplatz in Lauenstein
Im ersten Förderprogramm nicht berücksichtigt
Lauenstein (gök). Die Zukunft des Fußballsports im Flecken Salzhemmendorf stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Sport und Soziales, die im Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr Salzhemmendorf stattfand. Unter dem Vorsitz von Petra Haehnel (SPD) berieten die Politiker über das ambitionierte Großprojekt eines zentralen Kunstrasenplatzes auf der Sportanlage in Lauenstein. Das Vorhaben hat eine Vorgeschichte, denn die bestehenden Naturrasenplätze in der Gemeinde sind witterungsbedingt ab Oktober kaum nutzbar. Die örtlichen Vereine müssen deshalb für hohe Nutzungsentgelte Plätze in den umliegenden Kommunen anmieten. Bereits Anfang des vergangenen Jahres hatten sich alle Vereine einmütig auf den Standort Lauenstein verständigt, um eine ganzjährige, wetterunabhängige und sportartenübergreifende Nutzung zu garantieren.
Der ursprüngliche Plan sah vor, dass das Projekt in Trägerschaft des FC Saale-Ith umgesetzt wird, wobei der Verein den Restbetrag nach Abzug von Zuschüssen ohne weitere Gemeindemittel finanzieren sollte. Für die Planung wurden 30 000 Euro in den Haushalt eingestellt und im August des vergangenen Jahres bezifferte ein Planungsbüro die reinen Baukosten auf gut eine Million Euro für den eigentlichen Sportplatz. Um die geschätzten Gesamtkosten von bis zu anderthalb Millionen Euro mit Nebengebäuden und Beleuchtung zu decken, reichte der Flecken Salzhemmendorf eine Interessenbekundung für das Bundesprogramm Sanierung kommunaler Sportstätten ein, da nur Städte und Gemeinden und nicht Vereine antragsberechtigt sind. Im April dieses Jahres folgte jedoch die Ernüchterung. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages lehnte den Antrag ab, da das Programm hoffnungslos überzeichnet war. Bundesweit standen den über 3600 Projektskizzen nur begrenzte Haushaltsmittel gegenüber.
Trotz dieses Rückschlags wollen Verwaltung und Politik das Projekt noch nicht aufgeben. Für den kommenden Herbst ist eine neue Förderrunde des Bundesprogramms geplant. Da sich die Ausgangssituation durch den Wechsel der Bauträgerschaft vom Verein auf den Flecken Salzhemmendorf grundlegend verändert hat, bedurfte es nun vor der Sommerpause einer erneuten Grundsatzentscheidung des Rates. Gemeindebürgermeister Clemens Pommerening erklärte, dass die Förderung die absolute Voraussetzung für den Bau sei. Da der Flecken als Kommune in Haushaltsnotlage gilt, winkt ein Zuschuss von 75 Prozent. Die verbleibenden 25 Prozent müssten allerdings über den eigenen Gemeindehaushalt abgebildet werden.
In der anschließenden Diskussion im Ausschuss wurden die finanziellen Herausforderungen deutlich. Auf die Frage von Marcus Flügel, ob der Trägerverein anderweitig eingebunden werden könne, entgegnete Pommerening, dass das Grundproblem der Eigenbeteiligung der Gemeinde bestehen bleibe. Der Verein könnte jedoch eventuell Zusatzbauten in Eigenregie verantworten. Michael Lang (CDU) plädierte dafür, Schritt für Schritt vorzugehen, zunächst die Förderzusage abzuwarten und dann die Genehmigung durch die Kommunalaufsicht zu prüfen. Karl-Heinz Grießner (SPD) betonte, dass man das Projekt jetzt auf den Weg bringen und die weiteren Finanzierungsfragen in die kommenden Haushaltsberatungen verlagern wolle, um das Vorhaben nicht zu verhindern.
Am Ende der Beratung stimmte der Ausschuss einstimmig für den Beschlussvorschlag, den Kunstrasenplatz am Standort Lauenstein zu errichten. Die Umsetzung ist jedoch strikt an die Bewilligung der beantragten Fördermittel sowie an die finale Zustimmung der Kommunalaufsicht und die tatsächliche Finanzierbarkeit im Gemeindehaushalt gekoppelt.
Foto: Auf dem jetzigen Sportplatz des FC Saale-Ith in Lauenstein soll immer noch ein Kunstrasenplatz entstehen
