Wenn Holz und Farbe die Seele berühren

Ausstellungsbeginn am Sonntag in der Wittenburger Klosterkirche

Wülfingen/Alfeld (gök). Die imposante Wittenburger Klosterkirche öffnet in diesem Sommer wieder ihre Pforten für ein ganz besonderes künstlerisches Zusammenspiel. Im Rahmen des Wittenburger Kultursommers 2026 präsentieren der Bildhauer Ditmar Wrede aus Delligsen und die Malerin Birgit Hagen aus Lübbrechtsen ihre Werke in den historischen, ehrwürdigen Mauern des großen Gotteshauses. Die feierliche Vernissage lädt Kunstbegeisterte und Interessierte am Sonntag, den 5. Juli ab 14 Uhr unter dem harmonischen Motto „Holz und Farbe“ zu einer Entdeckungsreise der Sinne ein. Für die beiden Kulturschaffenden ist es bereits die dritte gemeinsame Ausstellung in der Klosterkirche, die sich über die Jahre zu einer regelmäßigen und innig geschätzten Anlaufstation entwickelt hat. „Es gibt wohl keinen schöneren Ausstellungsort in der Region“, ist Wrede von dem Flair der Kirche begeistert. Eine treibende Kraft hinter diesem kulturellen Höhepunkt ist Heinz Enthof, der Vorsitzende des Vereins Freunde der Wittenburger Kirche, welcher das Projekt erneut mit großem Engagement und laut der Künstler großartiger Unterstützung begleitet.

Wer die Klosterkirche betritt, spürt sofort den einnehmenden Charme und die tiefe Historie, die aus jedem Zentimeter der dicken, steinernen Wände spricht. Die Schlichtheit und die enorme Höhe des Raumes beeindrucken Besucher schon beim Durchschreiten der kleinen Eingangspforte. Genau in dieser rauen, geschichtsträchtigen Umgebung entfalten die weichen Strukturen der Holzskulpturen von Ditmar Wrede einen wunderbaren, sanften Kontrast. Der Bildhauer widmet sich mit einer tiefen Leidenschaft der Gestaltung von Holz, wobei er mit Vorliebe vermeintliche Schrott- und Abfallhölzer, alte Eichenbalken oder Baumreste nutzt. Sein Ziel ist es, diesen scheinbar wertlosen Stücken eine ganz individuelle Struktur und neue Aussagekraft zu verleihen. Durch das behutsame Entfernen des Überflüssigen bringt er verborgene Formen ans Licht, die den Betrachter intuitiv berühren sollen. Da Wrede bewusst auf die Benennung seiner Skulpturen verzichtet, bleibt jedem Gast der Raum für eine ganz eigene Interpretation und eine persönliche Beziehung zum Kunstwerk. Das sanfte Berühren der fein geschliffenen Oberflächen ist dabei ausdrücklich erwünscht, um die Emotionen des Materials spürbar zu machen.

Einen farbenfrohen und lebendigen Gegenpol zu den steinernen Mauern und den hölzernen Exponaten bilden die großformatigen Bilder von Birgit Hagen. Ihr künstlerisches Schaffen ist geprägt von einer stetigen Weiterentwicklung und dem innigen Austausch mit Mitmenschen und Kunstinteressierten. Nach ihrem Umzug von Wülfingen nach Lübbrechtsen vor vielen Jahren wandte sie sich intensiv der Acrylmalerei zu, wobei ihre Formate mit der Zeit immer größer und ihre Motive freier wurden. Getreu ihrem Lebensmotto, dass Kunst von Vielfalt und dem ungezwungenen Umgang mit ihr lebt, experimentiert sie mit verschiedenen Techniken. Ihre meist abstrakten Gemälde bestechen durch warme Farbtöne und harmonische Farbkompositionen, die Wärme in den kühlen Kirchenraum transportieren. Zudem führt sie ihre anhaltende Experimentierfreude seit einigen Jahren auch zur Arbeit mit Stein, sodass Besucher auch abstrahierte skulpturale Figuren von ihr entdecken können.

Die Ausstellung bleibt nach der Eröffnung bis zum 23. August 2026 geöffnet und kann an jedem Sonntag in der Zeit von 14 bis 17 Uhr besucht werden. Der Eintritt zu den Ausstellungsräumen ist für alle Besucher kostenfrei. Ein besonderes Anliegen ist den Künstlern die persönliche Begegnung, weshalb an jedem Öffnungstag mindestens einer von ihnen vor Ort sein wird.

Foto: Heinz Enthof, Ditmar Wrede und Birgit Hagen freuen sich schon auf die Sonntag beginnende Ausstellung