Meilenstein für den Flecken Salzhemmendorf

„HeLaSa“ überraschend in das niedersächsische Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen

Salzhemmendorf (gök). Weiterer „Lottogewinn“ für den Flecken Salzhemmendorf. Die Dorfregion „HeLaSa“ – bestehend aus den Ortschaften Hemmendorf, Lauenstein und Salzhemmendorf – wurde vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium offiziell in das Dorfentwicklungsprogramm vom Land Niedersachsen aufgenommen. Die Nachricht kam für die Verantwortlichen vor Ort völlig überraschend. Salzhemmendorfs Bürgermeister Clemens Pommerening zeigte sich auf Nachfrage außerordentlich erfreut über den unerwarteten Zuschlag aus Hannover, auch wenn die offizielle Mitteilung das Rathaus über die regulären Kanäle noch gar nicht erreicht hatte. Für die Gemeinde ist es bereits der zweite große Erfolg dieser Art, nachdem man mit der sogenannten „WOLT-Region“ bereits sehr gute Erfahrungen und erfolgreiche Projekte auf den Weg bringen konnte. In der Vergangenheit wurde der Zuschlag der WOLT-Region für die Dorfentwicklung schon als Lottogewinn für den Flecken Salzhemmendorf bezeichnet.

Insgesamt hatten sich landesweit 25 Dorfregionen bis zum Stichtag am 1. April 2026 für das begehrte Programm beworben. Nach einem strengen landesweiten Ranking bekamen schließlich 14 Regionen den Zuschlag von Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte, darunter auch „HeLaSa“ im Zuständigkeitsbereich des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine-Weser. Das gesamte Dorfentwicklungsprogramm für den Förderzeitraum 2023 bis 2027 ist mit einem stattlichen Budget von 220 Millionen Euro aus dem EU-Förderkonzept KLARA hinterlegt. Durch die Neuaufnahmen wächst das Programm in Niedersachsen auf stolze 182 Dorfregionen mit insgesamt 769 Dörfern an.

Ministerin Staudte hob in ihrer Begründung besonders die reiche Baukultur der Region hervor. Die historischen Ortsbilder von Hemmendorf, Lauenstein und Salzhemmendorf seien stark durch traditionelle Fachwerkhäuser und Hofstätten geprägt. Dieses wertvolle Kulturgut gelte es zu schützen und nachhaltig zu stärken. Ein zentraler Fokus des zukünftigen Entwicklungsplans soll daher auf der Reaktivierung von Leerständen mit Nachnutzungs- und Wiederbelebungspotenzial liegen, um neue Begegnungsräume für die Menschen vor Ort zu schaffen. Zudem betonte die Ministerin, dass Lauenstein mitsamt seinem beliebten Naturbad im Zuge des Programms zukunftssicher weiterentwickelt werden soll.

Für die betroffenen Orte bedeutet die Aufnahme die Chance auf massive finanzielle Unterstützung: Bei öffentlichen Maßnahmen winkt eine Förderquote von bis zu 75 Prozent der Kosten. Doch auch der private Sektor profitiert enorm, worauf Bürgermeister Pommerening besonders hinwies. Die Bezuschussung privater Sanierungs- und Baumaßnahmen sei ein Hauptgewinn für die Attraktivität der Dorfkerne. Bevor jedoch die ersten Gelder fließen und konkrete Förderanträge gestellt werden können, muss die Region in einer ersten Phase nun ein fertiges, maßgeschneidertes Konzept – den sogenannten Dorfentwicklungsplan – erstellen. Hierbei setzen die Verantwortlichen auf die tatkräftige Mitgestaltung und die Kompetenz der Bürger vor Ort.

Foto: Orte wie der Hemmendorfer Marktplatz könnten massiv von der Dorfentwicklung profitieren