Ein Fest für die Sinne in ehrwürdigen Mauern
Gelungene Ausstellungseröffnung in Klosterkirche Wittenburg
Wülfingen/Alfeld (gök). Es war ein Auftakt nach Maß in Wittenburg. Gleich zur feierlichen Vernissage strömten die Kunstbegeisterten herbei. Schon pünktlich zu Beginn der Eröffnung fand sich rund ein Dutzend interessierter Besucher in der imposanten Wittenburger Klosterkirche ein, um das lang erwartete künstlerische Zusammenspiel aus Form und Farbe der Künstler Birgit Hagen und Ditmar Wrede zu erleben. Für ein besonderes Willkommensgefühl sorgte zudem Heinz Enthof, der Vorsitzende des Vereins „Freunde der Wittenburger Kirche“: Er hatte es sich nicht nehmen lassen, extra für die Gäste der Eröffnung frischen Kuchen zu backen, was der feierlichen Atmosphäre eine persönliche und herzliche Note verlieh.
Die präsentierten Kunstwerke verteilen sich harmonisch im weitläufigen Rund des historischen Gotteshauses. „Sie passen sich hervorragend in die geschichtsträchtige Umgebung ein und treten in einen faszinierenden Dialog mit den ehrwürdigen, dicken Steinmauern“, so die Besucherin Barbara Dräger aus Brunkensen. Wo die Schlichtheit und die enorme Höhe des Raumes den Betrachter erden, setzen die Ausstellungsstücke laut der Besucher feine, emotionale Akzente. Zum mittlerweile dritten Mal nutzen die beiden Kulturschaffenden diesen außergewöhnlichen Ort, um ihre gemeinsamen Werke unter dem Leitgedanken „Holz und Farbe“ der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Heinz Enthof begrüßte die Anwesenden im Namen des engagierten Fördervereins und zeigte sich sichtlich erfreut über das große Interesse. In seiner Eröffnungsrede stellte er zunächst das Schaffen der Malerin Birgit Hagen in den Mittelpunkt, die 1980 mit der Malerei begann. Über das Aquarell fand sie schnell den Weg zur Öl- und Acrylmalerei, wobei ihre Formate im Laufe der Jahre immer größer und die Motive abstrakter wurden. „Birgit Hagen legt sich auf keine Stilrichtung fest“, betonte Enthof. Ihre farbenträchtige Sammlung aus Acryl und Aquarell besticht durch Ton-in-Ton-Kompositionen, aufgelöste Konturen oder zufällig entstandene Linien, die erst bei längerer Betrachtung ein klares Bild vor dem inneren Auge entstehen lassen. Die Werke laden zum Innehalten ein und bieten Raum für eigene Erinnerungen und Interpretationen des Betrachters.
Als kongenialen Gegenpol stellt der Bildhauer Ditmar Wrede aus Delligsen seine Skulpturen aus. Er beschäftigt sich intensiv mit Holz – vorzugsweise mit vermeintlichen Abfallhölzern, alten Eichenbalken und Reststücken verschiedenster Holzarten. „Diesen scheinbar verlorenen, nutzlosen Stücken wird eine individuelle, eigenständige Struktur und Aussagekraft verliehen“, erklärte Enthof das feinsinnige Konzept des Künstlers. Wrede verzichtet bewusst auf eine feste Benennung seiner Skulpturen, um dem Publikum die Freiheit der ganz eigenen Interpretation zu überlassen. Ein besonderer Clou der Ausstellung: Das Berühren der hölzernen Strukturen ist ausdrücklich erwünscht. Oft erschließt sich die wahre Seele des Werkes erst durch das haptische Erleben. „Es ist schön, wenn es der Kultur gelingt, auch den Betrachter zu berühren“, resümierte Enthof treffend.
Ditmar Wrede selbst zeigte sich in seinen anschließenden Dankesworten sichtlich bewegt von der erneuten Gelegenheit, an diesem geschätzten Zufluchtsort der Kunst ausstellen zu dürfen. In einer kurzen Ansprache dankte er dem Verein und insbesondere Heinz Enthof für die tatkräftige Unterstützung. Mit einem Augenzwinkern lud er die Besucher ein, sich inspirieren und berühren zu lassen – und sich vielleicht auch „zu einem kleinen Käufchen verführen zu lassen“, um die Arbeit der Kulturschaffenden mit einem Obolus zu würdigen. Auch die anwesende Birgit Hagen schloss sich den dankenden Worten an, wenngleich sie sich bescheiden im Hintergrund hielt. Die vielseitige Ausstellung ist noch bis zum 23. August 2026 jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenfrei. Um den persönlichen Austausch mit den Gästen zu pflegen, wird an jedem Öffnungstag mindestens einer der beiden Künstler persönlich vor Ort in der Klosterkirche sein, um durch die Ausstellung zu führen und Fragen zu beantworten.
Foto5678: Heinz Enthof bei seiner Willkommensrede
Foto5682: Ditmar Wrede bedankte sich bei den Besuchern
Foto5683+5687: Die Kunstwerke reihen sich hervorragend in die Räumlichkeiten der Klosterkirche ein
Foto5685: In der Ausstellung kamen die Besucher viel ins Reden




