Mord im Strauchviertel

Diakonin Andrea Gärtner lässt in ihrem ersten Krimi die Gemüter kochen

Duingen/Salzhemmendorf (gök). Die Duinger Autorin Andrea Gärtner meldet sich mit Spannung auf dem Buchmarkt zurück. Nach ihrem Erstlingswerk „Herzfehler“ aus dem Jahr 2017 hat sie das Genre gewechselt und legt nun ihren ersten waschechten Kriminalroman vor. Unter dem Titel „Sybille Kern und die Leiche im Keller“ schickt sie die Leserschaft in eine nervenaufreibende Ermittlung, die passender nicht erscheinen könnte. Das Buch spielt in einem heißen Sommer, in dem nicht nur das Wetter die Menschen ins Schwitzen bringt, sondern auch das toxische Miteinander in einem sozialen Brennpunkt die Stimmung zum Überkochen bringt. Gärtner hat den Roman bewusst bis zum jetzigen Sommer zurückgehalten, damit die Hitze der Geschichte perfekt mit der Realität draußen harmoniert.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht Hauptkommissarin Sybille Kern, die sich an einem tiefen Wendepunkt in ihrem Leben befindet. Während sie versucht, mit dieser schweren persönlichen Krise fertigzuwerden, bricht ein komplexer Mordfall über sie herein. Im Strauchviertel am Rande der Stadt, einer einst idyllischen und grünen Siedlung, die sich längst zu einem sozialen Konfliktherd gewandelt hat, wird im Keller eines heruntergekommenen Sechsparteienhauses eine Leiche entdeckt. Sybille Kern, die als sportlich, dynamisch und als überaus rasante Autofahrerin von Gärtner charakterisiert wird, übernimmt die Ermittlungen. Ihr zur Seite steht der junge Kollege Sadin Malouf. Die Zusammenarbeit gestaltet sich jedoch von Beginn an schwierig, da der junge Ermittler erhebliche Probleme damit hat, sich unter der Führung einer Frau unterzuordnen. Die unkonventionellen Methoden der Kommissarin und der private Druck, der auf ihr lastet, machen die Lage nicht leichter. In diesem von Ressentiments und Nachbarschaftsstreitigkeiten brodelnden Setting muss Sybille die Wahrheit ans Licht bringen, bevor die Situation endgültig eskaliert.

Die Entstehung dieses Buches gleicht einem literarischen Marathonlauf, der sich über insgesamt fünf Jahre hinwegzog. Da Andrea Gärtner im Hauptberuf als Diakonin im Bereich Salzhemmendorf und Umgebung arbeitet und vielen Menschen in der Region aus völlig anderen, kirchlichen Bezügen bekannt ist, musste das Schreiben immer wieder nebenbei laufen. Ein Roman ist für sie eine Langstrecke, die Phasen von zwei bis drei Stunden ungestörter Konzentration am Stück erfordert, weshalb das Projekt nur schrittweise vorankam. Zwischendurch veröffentlichte sie immer wieder Kurzgeschichten in verschiedenen Krimi-Anthologien, doch der Wunsch nach einem großen, eigenen Fall blieb bestehen. Den Startschuss gab schließlich der Corona-Sommer im Jahr 2021. Während Gärtner im Lockdown den Sommer im eigenen Garten genoss, dachte sie voller Mitgefühl an Familien, die in der Großstadt auf engstem Raum festsitzen. Aus diesem Gedanken heraus entwickelte sich die Idee des Sechsparteienhauses, in dem die unterschiedlichsten Charaktere mit ihren Sorgen, Ängsten und Vorurteilen aufeinanderprallen.

Unterstützt wurde der Schreibprozess durch ein Online-Krimi-Schreiben, das von einem Schreibcoach initiiert wurde. Diese Mentorin, die mittlerweile auf Kreta lebt, begleitet Gärtner schon seit dem Jahr 2012 und setzt immer wieder wichtige kreative Impulse. Gärtner gehört dabei nicht zu den Autoren, die eine Geschichte bis ins letzte Detail auf dem Reißbrett planen. Sie plottet nicht durch, sondern lernt ihre fiktiven Figuren erst während des Schreibens richtig kennen, wenn diese miteinander agieren. Das führt zu einer hohen Dynamik im Entstehungsprozess, brachte aber auch Herausforderungen mit sich. So musste mitten im Buch plötzlich der Mörder getauscht werden, weil die Logik der Geschichte es verlangte. Umso mehr Wert legte die Autorin auf ein professionelles Lektorat, um sicherzustellen, dass am Ende alle Fäden sauber zusammenlaufen und sich das Buch handwerklich deutlich von der Masse abhebt.

Obwohl die Handlung und die Charaktere vollkommen fiktiv sind und niemand aus der realen Nachbarschaft als Vorbild herhalten musste, fließt unweigerlich viel Persönlichkeit der Autorin in die Zeilen ein. Ihre Sicht auf die Welt, ihre Werte und die Frage, was passiert, wenn Menschen aufhören, miteinander zu reden, prägen das Werk spürbar. Beim Vertrieb setzt Andrea Gärtner erneut auf das bewährte Self-Publishing über den Verlag tredition. Der große Vorteil dabei ist, dass das Buch im Großhandel gelistet und somit überall im stationären Buchhandel sowie auf allen großen Online-Plattformen problemlos bestellbar ist. Auch die lokale Vermarktung läuft bereits auf Hochtouren. Nach einer ersten erfolgreichen Premierenlesung im privaten Kreis steht nun der erste große öffentliche Termin fest. Am Freitag, den 31. Juli um 19 Uhr lädt die Autorin zu einer Lesung in die Mosterei nach Ockensen ein. Zudem plant Gärtner, in nächster Zeit gezielt Buchhandlungen in der Umgebung sowie die örtlichen Büchereien zu kontaktieren, um ihr Buch weiter bekannt zu machen und für kommende Lesungen zu werben. Die Leser dürfen sich auf ein packendes Buch über Schuld, Verdrängung und die unsichtbaren Fäden freuen, die Menschen miteinander verbinden.

Foto5422+5426: Andrea Gärtner hat jetzt ihren zweiten Roman veröffentlicht

Foto5428: Mit Hilfe von Skizzen behielt sie in der Story den Überblick – bei ihren Lesungen erklärt sie auch die Technik dazu