Naturerlebnisse, Kreativität und offene Türen
Wie die Pottlandschule Duingen Nachhaltigkeit lebt
Duingen (gök). Das Schuljahr an der Pottlandschule in Duingen ging mit einem Paukenschlag und voller Tatendrang zu Ende. Neben der erneuten, feierlichen Zertifizierung als „Umweltschule in Europa“ begeisterte die Grundschule ihre Schülerschaft kurz vor den Sommerferien mit einer Reihe von nachhaltigen, praxisnahen Projekten, die das Bewusstsein für Natur, Umwelt und Gemeinschaft spielerisch stärkten.
„Wir wurden durch unsere regionalen, naturnahen und umweltbewussten Projekte erneut zur Umweltschule in Europa ausgezeichnet“, freut sich Schulleiterin Astrid Andreas sichtlich stolz über die Auszeichnung des pädagogischen Konzepts. Wie tief dieses Bewusstsein im Schulalltag verankert ist, zeigte sich besonders in der „Woche der Natur“ vor den Ferien, die bereits zum zweiten Mal von Jürgen Bartsch mit spürbarer Leidenschaft und großem Engagement geleitet wurde. Unterstützt wurde er dabei von seinem treuen Hund, welcher nicht nur die Herzen der Kinder im Sturm eroberte, sondern auch als feinfühliger Lernbegleiter fungierte – das eine oder andere Streicheln half müden Köpfen schnell wieder auf die Sprünge.
Der erste Jahrgang startete die Woche mit einer aufregenden „Scheunenolympiade“. Da das Wetter nicht mitspielte, wurde der Aktionstag kurzerhand vom Wald in eine gemütliche Scheune nach Fölziehausen verlegt. Ausgestattet mit selbstgebastelten Teamfahnen traten die Klassen 1a, 1b und 1c in kreativen Disziplinen wie Tannenzapfen-Zielwerfen und Wassertransport-Staffelläufen gegeneinander an, was am Ende mit begehrten Urkunden belohnt wurde. Der zweite Jahrgang widmete sich unterdessen dem Thema „Das schlaue Wildschwein“. Durch spielerische Übungen erkundeten die Kinder den Lebensraum der Tiere im Forst. Beim gemeinsamen Pirschen durch das Unterholz schärften sie ihre Sinne und lernten, Suhlen, Malbäume, Kessel sowie frische Fraßspuren im Unterholz zu deuten.
Für die Schüler des dritten Jahrgangs stand eine kulinarische Entdeckungsreise unter dem Motto „Reise der Milch“ auf dem Programm. Nach einem gemeinsamen Einkauf im örtlichen Markt „Nah und Gut“, dessen Inhaber die verschiedenen Milchprodukte großzügig spendete, gab es ein reichhaltiges Frühstück im Klassenraum. Dabei lernten die Kinder überrascht, in wie vielen Lebensmitteln sich Milch versteckt. Anschließend wanderte die Gruppe zum Kuhstall der Familie Gülke in Weenzen. Dort durften die Kinder Melkmaschinen und die moderne Weideführung bestaunen und den Kälbchen auf dem Hof ganz nah kommen, bevor der Vormittag auf dem Weenzer Spielplatz ausklang. Der vierte Jahrgang setzte sich intensiv mit dem Thema Fotosynthese auseinander. Um den komplexen Prozess der pflanzlichen Energiegewinnung greifbar zu machen, bauten die Schüler ein riesiges, detailreiches Bodenbild eines Baumes. Durch das Beschriften und Ergänzen dieses Kunstwerks begriffen sie schnell die fundamentale Bedeutung des Waldes als „Lunge der Welt“ und diskutierten wichtige Aspekte des Umweltschutzes. Zum großen Abschluss der Woche präsentierten alle Jahrgänge ihre Ergebnisse stolz im gemeinsamen Schulforum vor der gesamten Schulgemeinschaft.
Neben der Naturwoche feierte ein weiteres Großprojekt Premiere. Der Förderverein der Pottlandschule rief eine Kooperation mit der Kunstschule Duingen („Zweftje 1“) ins Leben. Unter der Anleitung von Barbara Gschwendtner und Rolf Deschner von der Zweftje 1 bauten die dritten Klassen ein großes Insektenhotel und töpferten farbenfrohe, blumenförmige Tränken. Diese füllen sich bei Regen selbstständig mit Wasser und bieten Bienen und anderen Nützlingen eine lebenswichtige Erfrischung. Das Ensemble wurde feierlich im grünen Klassenzimmer auf dem Schulhof aufgestellt. Es dient den Kindern laut Andreas nun nicht nur als wunderschöner Beobachtungspunkt für Krabbeltiere, sondern auch als Ort der Ruhe und Entspannung.
Die Pottlandschule beweist zudem Herz im sozialen Bereich. Seit Kurzem ist die Grundschule offizielle „Notinsel“ in der Samtgemeinde Leinebergland. Ob für ein kleines Pflaster bei Schürfwunden, ein offenes Ohr bei Sorgen oder tatkräftige Unterstützung in echten Notlagen. „Das gesamte Schulteam steht geschlossen dahinter und hält seine Türen für jedes Kind weit geöffnet“, so Astrid Andreas..


