Gesundheit auf vier Pfoten

Tierphysiotherapie auf dem Dorf in Thüste

Thüste (gök). Seit wenigen Jahren hat Melanie Schille ihre Heimat in Thüste gefunden. Auf einem weitläufigen Grundstück konnte die 49jährige nicht nur ihren persönlichen Wohntraum verwirklichen, sondern nach einer umfassenden Renovierung des Hauses auch eine eigene Praxis für Tierphysiotherapie einrichten. Zertifiziert durch eine dreijährige, fundierte Ausbildung an der renommierten Akademie für Tiernaturheilkunde (ATM) in Bad Bramstedt, hat sich Schille ganz auf die Behandlung von Hunden spezialisiert. Ihr eigener Malinois „Einstein“ dient dabei nicht nur als treuer Begleiter, sondern genießt auch selbst jede Woche eine präventive Behandlung zur Vorsorge.

Obwohl die Tierphysiotherapie im Vergleich zur Humanmedizin mancherorts noch als ungewöhnliches Angebot wahrgenommen wird, gewinnt sie in der Tiermedizin rasant an Bedeutung. Renommierte Institutionen wie die Tierärztliche Hochschule Hannover empfehlen nach Knieoperationen oder Bandscheibenvorfällen mittlerweile standardmäßig eine physiotherapeutische Nachsorge auch bei Hunden. Genau wie beim Menschen äußern sich Beschwerden bei Tieren oft durch schmerzhafte Verspannungen der Lendenwirbel, einen steifen Gang oder verkürzte Schritte beim Laufen. Das oberste Ziel von Schilles Arbeit liegt daher in der Schmerzlinderung und der vollständigen Wiederherstellung der Beweglichkeit, wobei sie stets auf Basis einer tierärztlichen Diagnose arbeitet.

Die Behandlungserfolge in der Thüster Praxis sprechen für sich und zeigen, was mit Geduld und der richtigen Methodik möglich ist. Ein besonders schwerer Fall war eine französische Bulldogge, die aufgrund eines Bandscheibenvorfalls an den Hinterbeinen komplett gelähmt war. Durch eine intensive, zwei- bis dreimonatige Physiotherapie und konsequente tägliche Übungen der Besitzer zu Hause lernte das Tier komplett neu laufen – ein Erfolg, den selbst die behandelnden Tierärzte kaum für möglich gehalten hätten. Auch einer älteren, durch eine Entzündung des Vestibularnervs im Ohr traumatisierten Hündin konnte geholfen werden. Obwohl sich das verängstigte Tier anfangs überhaupt nicht anfassen ließ, führte Schilles geduldige Anleitung der Besitzerin dazu, dass der Hund heute wieder kleine Spaziergänge absolvieren kann. Keine Hoffnung auf ein entspanntes Hundeleben hatten eigentlich auch zwei Welpen mit einem Schwimmersyndrom. Solch betroffene Hunde können ihre Beine nicht unter den Körper stellen. Sie liegen flach auf dem Bauch und bewegen die Gliedmaßen paddelnd wie beim Schwimmen. Dank intensiver Therapie können diese beiden Hunde mittlerweile normal laufen und ihr Leben genießen.

Der Schlüssel zu diesen Erfolgen liegt in Schilles Philosophie, die vollkommen ohne Druck oder Zwang auskommt. Neue oder ängstliche Patienten bekommen in der Praxis erst einmal viel Zeit, um Vertrauen aufzubauen, weshalb die Therapeutin die Behandlungen meistens in aller Ruhe auf dem Fußboden beginnt. Neben manuellen Techniken wie dem Dehnen verkürzter Muskeln kommt in Ausnahmefällen oder bei Berührungsängsten auch ein moderner Low-Level-Laser zum Einsatz, der die Wundheilung effektiv unterstützt. Ergänzend bringt Schille ihr Wissen als Tierheilpraktikerin ein, um den Behandlungserfolg durch Ernährungsberatung und den gezielten Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln ganzheitlich zu optimieren.

Die Nachfrage in der Region ist groß, weshalb Schille neben den stationären Terminen in ihrer Praxis auch weiterhin mobil in einem Radius von rund 30 Kilometern um Thüste unterwegs ist. Da viele Tierkrankenversicherungen die Kosten für die professionelle Physiotherapie inzwischen problemlos übernehmen, verzeichnet die Praxis einen hervorragenden Zulauf. Für Melanie Schille steht dabei jedoch nicht der kommerzielle Aspekt im Vordergrund, sondern die Berufung, Hunden wieder zu mehr Lebensqualität zu verhelfen. Durch die gezielte Kombination aus Praxisräumen und mobilen Besuchen schafft sie es, schwerwiegende Fälle optimal zu betreuen und den Vierbeinern ein beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.

Foto5470: Beim Gang über Hürden wird der Gang des Hundes kontrolliert und der Hund zum höheren Gang motiviert

Foto5496+5524: Auf dem Luftkissen werden verschiedene Muskeln mobilisiert

Foto5557: Einstein genießt die Massagen ihrer Besitzerin, die sonst für andere Hundepatienten bestimmt sind