Besucherboom und Teamgeist
Waldbad Osterwald steuert auf Rekordsaison zu
Osterwald (gök). Das hochsommerliche Wetter der vergangenen Wochen hat dem Waldbad Osterwald einen beispiellosen Ansturm und Start in die Badesaison beschert. Der absolute Höhepunkt wurde am Samstag, den 27. Juni, erreicht: Mehr als 1100 Besucher drängten sich auf dem Gelände, um Abkühlung zu suchen. „An diesem Spitzentag konnten wir exakt 1130 Badegäste zählen“, berichtet der erste Vorsitzende Carsten Schmarsel sichtlich stolz auf das Engagement des gesamten Teams. Viele Gäste zieht es mittlerweile auch aus der Region wie Hildesheim ins ländliche Idyll, da andere Bäder wegen Überlastung oder Personalmangel schließen mussten. Das Waldbad steuert damit unaufhaltsam auf eine neue Bestmarke zu: „Letztes Jahr hatten wir rund 14 000 Gäste in der gesamten Saison. Dieses Jahr kratzen wir schon jetzt an der 10 000er-Marke. Wenn das Wetter mitspielt, gehen wir von bis zu 18 000 Besuchern aus.“
Ein solcher Massenansturm bringt ein ehrenamtlich geführtes Bad natürlich an die Belastungsgrenze. Dass der Betrieb an dem heißen Juni-Wochenende reibungslos verlief, ist dem enormen Einsatz des Aufsichtsteams zu verdanken. Normalerweise reichen ein bis zwei Aufsichten aus, doch an den Hitzetagen musste massiv aufgestockt werden. „Als das Wochenende so warm war, waren bis zu sechs Aufsichten gleichzeitig im Einsatz. Da haben wir richtig abgeliefert und die Aufsichten haben einen tollen Job gemacht“, lobt Schmarsel das Team. Insgesamt listet der Verein 39 Aufsichten, die von der DLRG ausgebildet wurden, aber über den Waldbadverein rekrutiert werden. Die Koordination untereinander laufe wie am Schnürchen: „Das klappt dieses Jahr hervorragend mit der Flexibilität. Dann kommt halt eine kurze WhatsApp-Nachricht, dass wir noch jemanden brauchen und das läuft. Es gibt wirklich gar keine Kritikpunkte.“
Hinter der Zuverlässigkeit des Teams steckt auch ein durchdachtes Konzept, das der Verein vor einigen Jahren eingeführt hat. Die meist jungen Aufsichten ab 18 Jahren erhalten eine Ehrenamtspauschale. „Die Kids sind in einem Alter, wo sie Geld verdienen möchten, beispielsweise nach dem Abi. Diesen Schritt haben wir vor vier, fünf Jahren gemacht und nicht bereut. Anders könnten wir es nicht hinkriegen – da zieht das Geld einfach ein bisschen mit“, erklärt der Vorsitzende offen. Für ihr Geld müssen die Helfer allerdings auch anpacken, denn die Aufsichtskräfte übernehmen nebenbei auch Reinigungsarbeiten wie die Beckenpflege, was wöchentlich mindestens zehn Stunden in Anspruch nimmt. Pünktlich vor der Hitzewelle zu Saisonbeginn investierte der Verein zudem rund 10 000 Euro in ein neues, 54 Quadratmeter großes und allwettertaugliches Sonnensegel im Kleinkindbereich, das von den Familien sofort begeistert belagert wurde. Auch eine neue Photovoltaikanlage zur Senkung der Energiekosten wurde auf dem Dach installiert.
Trotz der aktuellen Erfolge blickt der Vorstand auch auf große Herausforderungen nach der Saison. Zwar konnten kleinere Baustellen wie Wasserverlust und aufwendige Erdarbeiten zur Abdichtung in Eigenleistung mit 15 freiwilligen Helfern gestemmt werden, doch im Nichtschwimmerbecken gibt es weiterhin ungeklärte Wasserverluste. Sorgen bereitet zudem ein Schaden am Beckenboden, wo eine Betonplatte unter den Fliesen hochgegangen ist. Hier soll nach der Saison ein Gutachter kommen. Für die Erneuerung der Beckenabgrenzung auf einer Länge von 60 bis 70 Metern rechnet der Verein mit Kosten im mittleren fünfstelligen Bereich. „Das ist eine große Unbekannte, mit der wir leben müssen“, so Schmarsel. Ohne die finanzielle Unterstützung der Gemeinde geht es laut Schmarsel bei solchen Summen nicht, doch der Vorsitzende betont das hervorragende Verhältnis: „Die Zusammenarbeit mit dem Bauhof und der Verwaltung klappt super. Wenn wir was haben, rufen wir an und der Bauhof unterstützt wirklich schnell.“
Foto5772: Diethelm Hoffmann von der DLRG Salzhemmendorf hilft in Osterwald auch als Aufsicht mit aus
Foto5773: Das Sonnensegel wurde zu Beginn der Saison angeschafft

