Sicherheit für Grundschulkinder
Neue „Streetbuddys“ schützen den Schulweg an Landesstraße in Eggersen
Eggersen (gök). Der Weg zur Schulbushaltestelle an der Landesstraße 462 auf Höhe der Domäne Eggersen ist für die Kinder vor Ort nach dem Ende der Sommerferien dann wieder eine tägliche Herausforderung. Wenn die Grundschüler zum Bus müssen, führt kein Weg daran vorbei, die viel befahrene Straße zu überqueren. Bereits vor rund zweieinhalb Jahren ergriffen Frauke Roth-Paul und ihr Vater Manfred Roth deshalb die Initiative. Zur Einschulung von Frieda Paul und Nachbarsjunge Ewan kauften die Eltern der Erstklässler die ersten knallgelben Warnfiguren – sogenannte „Streetbuddys“ –, um Autofahrer zur Achtsamkeit zu mahnen. In einer kleinen Einweihung neuer Figuren blickte Manfred Roth nun im Beisein seiner Familie sowie den Sponsoren Daniela und Guido Hohage von der Flora-Apotheke Salzhemmendorf auf die bewegte Geschichte dieser Sicherheitsinitiative zurück.
Denn der Weg zu dauerhafter Verkehrssicherheit an der L462 war von Hindernissen geprägt. Zwar setzte sich Manfred Roth frühzeitig und erfolgreich bei der Straßenmeisterei dafür ein, dass das Gebüsch an den Haltepunkten vor Schulbeginn zurückgeschnitten wurde und stimmte die Aufstellung der Figuren auf kurzem Dienstweg mit der Straßenverkehrsbehörde sowie der Polizei Bad Münder ab, die die Maßnahme auch begrüßten. Auch die Anlieger der drei Wohnhäuser und Landwirt Florian Bremer von der Domäne Eggersen zeigten sich erfreut – erst recht, als nach jahrelangem Ringen schließlich ein Tempolimit von 70 km/h eingerichtet wurde. Wo früher noch der „Blitzer der Woche“ Raser mit bis zu 174 km/h erfasste, sorgt das neue Limit seither für mehr Sicherheit beim Ausfahren aus den Grundstücken und beim Überqueren der Straße.
Doch die Warnfiguren selbst wurden immer wieder Ziel mutwilliger Zerstörung und krimineller Energie. Nur wenige Wochen nach dem ersten Aufstellen trat ein Unbekannter einer der Figuren den Kopf ab. Der Kopf wurde glücklicherweise von einem aufmerksamen Mitarbeiter der Straßenbehörde gefunden. Mit Kabelbindern, Bauschaum und handwerklichem Geschick reparierte Manfred Roth die Figur – zurück blieben lediglich markante Narben am Hals. Ein Jahr später folgte das nächste Kapitel. Beide Streetbuddys verschwanden über Nacht spurlos. Erst ein Zeitungsartikel brachte die Wende. Eine Mitarbeiterin der Firma Logocos auf der Durchreise erkannte die Figuren im nahegelegenen Halle bei Bodenwerder wieder. Manfred Roth fuhr gemeinsam mit der Polizei vor Ort und konnte seine „Schützlinge“ anhand der Narbe am Hals zweifelsfrei identifizieren und wieder nach Eggersen zurückholen. Die „Entführer“ haben sich zwischenzeitlich für Halle eigene Figuren angeschafft. Anfang dieses Jahres erfuhren die treuen Begleiter der Schulkinder jedoch ihr endgültiges Schicksal. Vandalen zerstörten beide Figuren komplett. Während bei einer Figur der Kopf bis heute verschwunden ist, vermutet die Polizei als mögliches Motiv auch den Frust von Autofahrern, die im 70er-Bereich geblitzt wurden.
Dass der Schulweg der Kinder, die mittlerweile in die dritte Klasse kommen, nun wieder effektiv gesichert ist, ist dem Engagement der Flora-Apotheke aus Salzhemmendorf zu verdanken. Apotheker Guido Hohage hatte die beschädigten Reste gesehen, sprach Frauke Roth-Paul direkt an und bot spontan an, zwei nagelneue Warnfiguren in leuchtendem „Apotheken-Neongrün“ zu stiften. Manfred Roth sprach den Sponsoren im Namen der gesamten Anwohnerschaft seinen herzlichen Dank für den großzügigen Gemeinschaftssinn aus. Die Anwohner hoffen nun gemeinsam, dass die neuen Streetbuddys von weiteren Demolierungen verschont bleiben und den Schulkindern lange Zeit einen sicheren Weg zur Bushaltestelle weisen.
Foto: Frauke Roth-Paul, Daniela Hohage, Guido Hohage, Frieda Paul und Manfred Roth freuen sich über die neuen Streetbuddys, die für Sicherheit sorgen sollen
